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Red-Bull-Ring-Gegner Arbesser zweifelt an Formel-1-Rückkehr

Red-Bull-Ring-Gegner Karl Arbesser, der das Rennstrecken-Projekt bereits einmal verhinderte, sieht große Hindernisse für ein Formel-1-Comeback in Österreich

(Motorsport-Total.com) - Er hat bereits Dietrich Mateschitz' gigantisches Projekt Spielberg Mitte des vergangenen Jahrzehnts verhindert, jetzt zeigt er sich bezüglich einer Rückkehr der Formel 1 auf die "abgespeckte" Version des Red-Bull-Rings erneut skeptisch: Die Rede ist von Anrainer-Ombudsmann Karl Arbesser, der mit seiner Bürgerinitiative immer wieder gegen die österreichische Rennstrecke in der Obersteiermark mobil macht, wo im Juli kommenden Jahres nach einem Jahrzehnt Pause wieder ein Grand Prix stattfinden soll.

Ehemaliger A1-Ring in Spielberg

Der statt der Haupttribüne aufgeschüttete Erdwall sorgt für Probleme

Laut der 'APA' fragt sich Arbesser, wie ein Formel-1-Rennen in Übereinstimmung mit dem aktuellen Umwelt-Verträglichkeitsbescheid "funktionieren" soll. Dieser besagt, dass pro Veranstaltungstag maximal 40.000 Zuschauer erlaubt sind - und das an zehn Tagen pro Jahr. Der Projekt-Gegner verweist auf die Dezibelwerte, die er mit seiner eigenen Messstation im Rahmen des DTM-Rennens erhoben hat. Sie sollen über die erlaubten 84 Dezibel hinausgegangen sein und 92 Dezibel betragen. In Hinblick auf ein Formel-1-Rennen meint er daher: "Die Auflagen werden sicher nicht einfach zu erfüllen."

Red-Bull-Betriebskonzept auf dem Prüfstand

Dazu kommt ein weiterer Gerichtsfall, der bei den Rennstrecken-Betreibern derzeit für Ärger sorgt. Laut Arbesser muss die Betriebsgenehmigung aufgehoben werden, weil Red Bull statt der ursprünglich geplanten Haupttribüne einen Erdwall für eine Naturtribüne aufschütten ließ. "Das Land hat das erst im Nachhinein genehmigt, ohne uns Anrainer beizuziehen", kritisiert der Schlossbesitzer. "Das war ein Fehler. Ich weiß nicht, ob sie 2014 überhaupt eine Betriebsgenehmigung haben werden."

"Ich weiß nicht, ob sie 2014 überhaupt eine Betriebsgenehmigung haben werden." Karl Arbesser

Harald Schnedl, Leiter des Anlagenreferats der Bezirkshauptmannschaft Murtal, die teilweise für die Prüfung der Umweltauflagen zuständig ist, sieht die Lage weniger dramatisch als Arbesser. Er könnte sich vorstellen, dass Red Bull nachträglich statt des Erdwalls die geplante Tribüne sowie andere Plätze errichtet, um die bei einem Formel-1-Rennen höhere Besucheranzahl unterzubringen.

Nachdem ein genaues Betriebskonzept vorgelegt wird, werde man Änderungen vorschlagen - von einer komplett neuen Umwelt-Verträglichkeitsprüfung sei in so kurzer Zeit nicht auszugehen. Das gleiche gelte auch für die Lärmproblematik: "In jedem Fall muss Red Bull auch ein schall-, emissions-und verkehrstechnisches Konzept vorlegen", so Schnedl gegenüber der 'APA'. Dann werde es Änderungsgesuche geben.

Formel-1-Comeback: Positives Echo in der österreichischen Politik

Aus den Reihen der österreichischen Politiker gab es währenddessen Freude über das Comeback des Grand Prix nach Spielberg. "Dietrich Mateschitz hat auf allen Gebieten Wort gehalten. Er hat den Red-Bull-Ring in die Steiermark gebracht, er hat in der Region für einen Aufbruch gesorgt, dessen positive Auswirkungen noch gar nicht hoch genug eingeschätzt werden können", gab es in einer gemeinsamen Erklärung des steirischen ÖVP-Landeshauptmannes Franz Voves von der SPÖ und seinem Stellvertreter Hermann Schützenhöfer von der ÖVP Lob für Mateschitz.

ÖVP-Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann wies allerdings auf die noch zu klärenden Details hin: "Es muss nun auf Basis der Übereinstimmung von Mateschitz und Ecclestone geprüft werden, ob die Formel 1 sich ebenfalls im Rahmen der Umweltauflagen bewegt." Die Grünen halten das Comeback für "grundsätzlich gut für die Region", hoffe aber, dass möglichst wenig Steuergeld in das Projekt fließe.

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