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  • 29.04.2013 · 18:09

  • von Roman Wittemeier

Briatore über 2014er-Motoren: "Völlig verrückt"

Ex-Formel-1-Teamchef Flavio Briatore ist voll auf der Linie von Bernie Ecclestone: Der Italiener hält die Einführung neuer Triebwerke für Unsinn

(Motorsport-Total.com) - 2014 wird die Formel 1 mit neuen 1,6-Liter-V6-Turbos ausrücken. Das steht seit vielen Monaten fest. Obwohl die Hersteller Renault, Ferrari und Mercedes in der Entwicklung der neuen Triebwerke weit fortgeschritten sind, hören die Diskussionen um das neue Motorenformat nicht auf. Vor allem Formel-1-Boss Bernie Ecclestone lässt kaum eine Gelegenheit aus, seine Kritik an der Einführung der neuen Treibsätze mit markigen Worten zu wiederholen.

Mercedes-V6-Turbomotor für die Formel-1-Saison 2014

Der V6-Turbo von Mercedes läuft schon seit Monaten auf dem Prüfstand Zoom

Der britische Promoter hat in Ex-Formel-1-Teamchef Flavio Briatore einen prominenten Mitstreiter. Der Italiener, der sich nach der Singapur-Affäre seines ehemaligen Teams Renault aus der Königsklasse verabschieden musste, ist ebenfalls ein Kritiker des neuen Motorenreglements. Dabei geht es Briatore nicht um Hubraum, Zylinderzahl, Hybridtechnik und den vermeintlich weniger spektakulären Sound der V6-Turbos, sondern um die Kosten.

"Ich habe jahrelang dafür gekämpft, dass die Entwicklung der Motoren eingefroren wird. Es war meine Idee. Gemeinsam mit Max Mosley (ehemaliger FIA-Präsident; Anm. d. Red.) haben wir es durchgesetzt. Das war für alle eine unglaubliche Ersparnis", sagt Briatore im Gespräch mit 'Autosport'. Der umstrittene Ex-Teamchef will vom "grünen Gedanken" im Motorsport nichts wissen. Briatore geht es ausschließlich um eine gute Show für möglichst wenig Geld.

"Schaut mal die DTM an. Dort kann man Audi und Mercedes bestens unterscheiden. Aber malt mal alle aktuellen Formel-1-Autos schwarz an. Dann kann man doch den McLaren nicht mehr vom Force India unterscheiden", meint der Italiener. "Es geht um den Event, das Rennen. Ich wüsste nicht, wie man einen Formel-1-Motor mit Straßenfahrzeugen in Verbindung bringen sollte. Das interessiert doch niemanden. Die Fans wollen die Fahrer sehen und harte Kämpfe auf der Strecke."

"Es ist völlig egal, welcher Motor in diesen Autos steckt. Ich bin sicher, 99,9 Prozent aller Zuschauer interessiert das überhaupt nicht", legt Briatore seinen Standpunkt dar. "Als wir damals Titel gewonnen haben, da hat kein Mensch danach gefragt, wie viele Zylinder der Motor im Heck hatte. Es ging nur um den Rennsport. Ob das 50.000 oder 100 Millionen Dollar kostet, kümmert niemanden. Für mich ist der Wechsel zum neuen Motor völlig verrückt. Es ist doch nichts falsch an den bisherigen Triebwerken."