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Bernie Ecclestone: Mercedes hat Ferrari geholfen

In den 1990ern hat Honda Ferrari in Sachen Technologie auf die Sprünge geholfen, nun soll Mercedes ganz bewusst Wissen nach Maranello transferiert haben

(Motorsport-Total.com) - Hat tatsächlich ein Technologietransfer zwischen Mercedes und Ferrari stattgefunden, um die Königsklasse des Motorsports wieder spannender zu machen? Diese spannende Theorie, sowohl von Mercedes als auch von Ferrari bereits mehrfach dementiert, geistert in Insiderkreisen schon seit Monaten herum. Ausgerechnet Formel-1-Boss Bernie Ecclestone scheint die Vermutung nun zu bestätigen.

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Im Rahmen eines Mediengesprächs in Bahrain wurde Ecclestone eher beiläufig gefragt, ob Mercedes derzeit mit der Konkurrenz nur spiele und ob die Stuttgarter selbst entscheiden, wie groß ihr Vorsprung ist. Die Antwort des 85-Jährigen wirkt zunächst ebenso beiläufig, deutet in Wahrheit aber eine große Story über einen möglichen Technologietransfer an: "Ich glaube, sie haben Ferrari nur so viel geholfen, wie sie wollten."

Auf konkrete Nachfrage, ob das "nicht genug" gewesen sei, antwortet Ecclestone: "Es ist besser Ferrari zu besiegen als Force India. Dann ist das Ergebnis mehr wert." Was genau genommen suggeriert: Mercedes hat Ferrari im Bereich der Antriebstechnologie bewusst geholfen, um die Konkurrenz zu stärken und die Formel 1 nicht zu Tode zu siegen - auch, weil dann eigene Siege heller strahlen.

Das wäre zwar in der Formel 1, in der sonst alles streng geheim gehalten wird, ungewöhnlich, aber kein Novum. Anfang der 1990er-Jahre half ausgerechnet der damalige Branchenführer Honda dem maroden Ferrari-Team mit PS-Know-how auf die Sprünge. Gerhard Berger hat diese sensationelle Enthüllung in seiner Autobiografie "Zielgerade" an die Öffentlichkeit gebracht. Schließlich ist ein konkurrenzfähiges Ferrari-Team wichtig für die Formel 1.

Berger war es übrigens auch, der den angeblichen jüngsten Technologietransfer zwischen Mercedes und Ferrari erstmals konkret zur Sprache gebracht hat: "Anscheinend ist letzten Winter Technologie von Mercedes zu Ferrari gekommen. Kann durchaus sein", so der ehemalige Ferrari-Fahrer in einem Interview mit 'Motorsport-Total.com' im November 2015.

Ecclestone empfindet indes die Mercedes-Dominanz schlimmer als die von Ferrari oder Red Bull in der jüngeren Vergangenheit: "Als Michael und Red Bull so viel gewonnen haben, hatte es nie den Anschein, als würden sie dominieren. Aber das Problem jetzt ist, dass Mercedes im Qualifying Erster und Zweiter wird und dann auch im Rennen einen Doppelsieg feiert. So war es mit Michael nie."