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Bernie Ecclestone: Keine Gnade mit Mercedes und Ferrari

Nachdem Ferrari Bernie Ecclestone vor dem Machtmissbrauch warnte, schlägt der Formel-1-Boss zurück: Er wirft Mercedes & Ferrari vor, unter einer Decke zu stecken

(Motorsport-Total.com) - Der Machtkampf um die Formel 1 spitzt sich hinter den Kulissen zu: Bis 15. Januar haben die Hersteller Zeit, um ihre Vorschläge für eine neue Antriebseinheit zu bringen, die günstiger, lauter und einfacher sein soll. Wenn das Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und FIA-Boss Jean Todt dann nicht passt, dann können sie dank der vom FIA-Weltrat ausgestellten Vollmacht im Alleingang den Alternativmotor durchsetzen.

Toto Wolff, Maurizio Arrivabene

Bernie Ecclestone wirft Mercedes und Ferrari vor, gemeinsames Spiel zu machen Zoom

Zumindest wenn es nach ihnen geht. Denn laut Ferrari ist diese Vollmacht rechtswidrig. Die Scuderia setzte ein gerichtliches Schreiben auf, indem man Ecclestone vor einem Machtmissbrauch warnte. Man habe "ausschließlich die Absicht, sicherzustellten, dass die Führungsgrundsätze weiterhin eingehalten werden".

Ecclestone wiederum wirft Mercedes und Ferrari in einem Interview mit der 'BBC' vor, nur nach Eigeninteresse zu handeln, während er und Todt versuchen würden, "den Sport zu retten". Zudem hätten die beiden Hersteller die kleinen, finanzschwachen Teams durch die Motorenverträge im Würgegriff.

Mercedes und Ferrari: Kleine Teams im Würgegriff?

Bernie Ecclestone

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sind Ferrari und Mercedes ein Dorn im Auge Zoom

Wenn Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff "seine Hand hebt und sagt, Weihnachten sei dieses Jahr am 26. Dezember, dann stimmen alle zu - und das gilt auch für Ferrari". Dadurch hätten die beiden Teams die "komplette Kontrolle" über die Formel-1-Kommission, das vorletzte Entscheidungsgremium der Formel 1.

Diese Machtstruktur müssen nun endlich aufgebrochen werden, was durch das kommende Antriebsreglement passieren soll. Die Kosten des neuen Motors sollen radikal gesenkt werden: Während die Triebwerke in der aktuellen 1,6-Liter-V6-Hybridturboära ein Team pro Jahr rund 20 Millionen Euro kosten, sollen dies ab 2017 oder 2018 um "maximal sechs bis sieben Millionen Euro" möglich sein.

Ecclestone will Ausstieg von Mercedes und Ferrari riskieren

Dass Ferrari die Vollmacht von Ecclestone und Todt und Frage stellt, macht dem Briten laut eigenen Angaben keine Sorgen. Er wird sich den Italiener nicht beugen: "Das einzige, was wir tun können, ist Ferraris Ansage zu ignorieren, damit weiterzumachen und zu sagen: 'Ihr habt die Wahl. Ihr könnt gehen oder vor Gericht ziehen. Und dann werden wir sehen, was die Richter sagen."

"Ich weiß, dass Mercedes bei den letzten Rennen wahrscheinlich eine Sekunde oder eineinhalb Sekunden pro Runde in der Tasche hatte." Bernie Ecclestone

Wie dies ausgehen würde? "Wenn wir vor Gericht gehen würden, dann würden wir problemlos gewinnen", steht für Ecclestone außer Zweifel. Der 84-Jährige gibt sich fest entschlossen, für seine Interessen zu kämpfen. "Wir müssen die Formel 1 wieder auf Kurs bringen, denn schließlich sind wir hier im Showbusiness. Unsere Aufgabe ist es, die Leute zu unterhalten. Und nicht, eine Show zu machen, damit Mercedes seine Autos präsentieren und verkaufen kann. Oder Ferrari."

Auf die Interessen der Hersteller könne er nicht eingehen, da diese sich nie langfristig der Formel 1 verschreiben: "Und dann zerstören wir die Formel 1 wegen eines Herstellers, der wie die anderen, wie BMW oder Toyota, dann geht, wenn es ihm passt."

Ecclestone: Mercedes hat Ferrari geholfen

Zudem wirft er Mercedes und Ferrari vor, unter einer Decke zu stecken und sich die Bälle gegenseitig zuzuspielen. Beide hätten in Wirklichkeit gar kein Interesse an einem veränderten Reglement. Außerdem habe Mercedes Ferrari bei der Verbesserung des schwachen 2014er-Motors "unglaublich geholfen", was die deutliche Verbesserung zu Saisonstart 2015 erklärt.

Mit diesen Vorwurf ist der Formel-1-Zampano nicht der erste: Schon zu Saisonbeginn hatte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko gemeint, Mercedes habe Ferrari bei Motor geholfen und den Italienern die Einstellung des ehemaligen AMG-Cheftechnikers Wolf Zimmermann nahegelegt.

Doch das ist nicht alles, was er Mercedes vorwirft: Laut Ecclestone bluffen die Silberpfeile und könnten eigentlich viel schneller fahren: "Ich weiß, dass sie bei den letzten Rennen wahrscheinlich eine Sekunde oder eineinhalb Sekunden pro Runde in der Tasche hatten." Lewis Hamilton sei diese Saison im Gegensatz zu Nico Rosberg in der Lage gewesen, diesen Vorteil zu nutzen, habe aber bei den letzten Saisonrennen "geschlafen".

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