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"Wie ein wahrer Gentleman" - Petrucci schwärmt vom WSBK-Duell mit Rea

Danilo Petrucci feiert bei der Superbike-WM in Most mit Platz zwei sein bisher bestes WSBK-Ergebnis und kommt seinem großen Ziel immer näher

(Motorsport-Total.com) - Die Formkurve von WSBK-Rookie Danilo Petrucci zeigt weiter nach oben. Beim Rennwochenende in Most stellte Petrucci mit Platz zwei im zweiten Hauptrennen sein bisher bestes Ergebnis in der Superbike-WM sicher. Bereits im ersten Rennen war "Petrux" auf das Podium gefahren. Das Wochenende in Tschechien wurde lediglich von einem Fehler im Sprintrennen getrübt.

Titel-Bild zur News: Danilo Petrucci

Danilo Petrucci (9) im Duell mit Rekord-Weltmeister Jonathan Rea (65) Zoom

Beim Start hatte sich Petrucci verbremst und verlor viele Positionen. In den folgenden Runden schaffte er es auf Platz acht und musste somit aus der dritten Reihe ins finale Rennen gehen, das ebenfalls turbulent begann.

"Im zweiten Hauptrennen stürzte Gerloff vor mir in Kurve 1 und dadurch rutschte ich auf P10 zurück. Ich dachte mir, dass dieser Tag gelaufen ist. Doch Runde für Runde hatte ich die Chance, andere Fahrer zu überholen", berichtet Petrucci.

Von P10 auf das Podium: Danilo Petrucci zeigt starke Aufholjagd

"Ich sah die Spitze das gesamte Rennen über. Als ich freie Fahrt hatte, konnte ich stark pushen. Beim Bremsen war ich sehr stark. Dann lief ich auf Rinaldi auf. Ich hatte Bassani hinter mir und wollte wenigstens bester Independent-Fahrer sein. Als Toprak (Razgatlioglu) dann stürzte, wollte ich an Michael vorbei, um es auf das Podium zu schaffen", schildert der Barni-Ducati-Pilot.

Es spitzte sich ein Duell mit WSBK-Legende Jonathan Rea zu. "In der letzten Runde überholte ich Johnny in Kurve 1, doch er konterte eine Kurve später", beschreibt Petrucci. "Ich gab mich eigentlich schon mit Platz drei zufrieden, doch dann hatte er vor der vorletzten Kurve mit der Traktion zu kämpfen. Ich wollte es wenigstens versuchen."

"Ich bremste mich in der vorletzten Kurve vorbei, dann kreuzten sich unsere Linien und wir fuhren nebeneinander durch die letzte Kurve. Ich sah sein Vorderrad neben mir. Er verhielt sich wie ein wahrer Gentleman", lobt Petrucci.

"Wir hätten uns berührt, wenn er nur etwas mehr Gas gegeben hätte. Dann wäre ich von der Linie abgekommen. Johnny ist ein großer Champion und ich schulde ihm wenigstens zwei Bier", bedankt sich Petrucci bei Rea für die sportliche Geste.

Danilo Petrucci

Bisher bestes WSBK-Ergebnis: Danilo Petrucci stellte Platz zwei sicher Zoom

Große Anspannung vor dem Sprintrennen: Mentales Problem?

"Platz zwei ist mein bisher bestes Ergebnis", freut sich der Italiener und erklärt, wo er noch Potenzial sieht: "Die Starts müssen aber besser werden. Das Format in der Superbike-WM ist seltsam für mich. Wenn man im Superpole-Rennen langsam ist, dann ist das zweite Rennen bereits gelaufen."

"Ich muss noch lernen, wie ich im ersten Teil des Rennens schneller sein kann. Da bin ich zu langsam. Gegen Rennende aber bin ich sehr schnell", staunt Petrucci, der mit den kürzeren Sessions seine Probleme hat.

Danilo Petrucci

Danilo Petrucci mag die ersten Runden nicht Zoom

"Vor der Superpole und dem Superpole-Rennen bin ich richtig angespannt. Ich weiß nicht, ob das ein mentales Problem ist", grübelt der ehemalige MotoGP-Pilot. "Ich bin es gewöhnt, längere Rennen zu fahren. Zudem fuhr ich immer mit ziemlich harten Reifen. Zu Beginn bin ich nicht schnell und hier muss man sich ab der ersten Kurve durchsetzen. Mein Ziel ist es, mit weichen und mit frischen Reifen schneller zu sein.


Fotos: Superbike-WM 2023: Most (Tschechien)


Wann gelingt der erste Sieg in der Superbike-WM?

Ein Sieg scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Doch um in der WSBK gewinnen zu können, muss man Alvaro Bautista hinter sich lassen, der bereits nach zwei Dritteln der Saison die Rekordmarke von 18 Siegen erreicht hat.

"Alvaro nutzt sein Motorrad momentan richtig gut und hat einen Vorteil, was den puren Speed angeht. Vielleicht hat er ein bisschen mehr Erfahrung mit diesen Reifen", vermutet Petrucci. "Im mittleren Teil des Rennens und gegen Rennende war ich aber der schnellste Fahrer auf der Strecke."

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