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Melandri: Leistungsexplosion in der zweiten Saisonhälfte?

Nach dem geglückten Comeback hofft Marco Melandri auf den ersten Sieg mit Ducati - Eine Entwicklung wie bei Aprilia vor drei Jahren erwartet er aber nicht

(Motorsport-Total.com) - Superbike-Rückkehrer Marco Melandri hatte einen positiven Start in die Saison 2017. Ducati musste sich im Sommer 2016 einige Male rechtfertigen, warum ausgerechnet Melandri, der 2015 bei Aprilia beinahe Arbeitsverweigerung betrieb, den zweiten Platz im Werksteam erhält. Doch die Verpflichtung des routinierten Italieners zahlte sich aus. Bei allen Rennwochenenden schaffte es der ehemalige Grand-Prix-Pilot aufs Podium.

Marco Melandri

Marco Melandri stand bei allen bisherigen Rennwochenenden auf dem Podium Zoom

"Ich bin auf jeden Fall sehr froh, wie es momentan läuft. Die bisherigen Rennwochenenden waren sehr gut. Es war nicht zu erwarten, dass ich von Beginn an um Podestplätze kämpfen kann. Doch ich hatte vom ersten Test an ein sehr gutes Gefühl für die Maschine", berichtet Melandri im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Ich rechnete damit, schnell zu sein. Die große Ungewissheit war, wie ich mich im Kampf mit anderen Fahrern fühle. Zu Beginn war es nicht so einfach, doch Rennen für Rennen wurde es besser. Nun bin ich sehr nah an meinem vollen Potenzial dran", freut sich der Ducati-Pilot, der aber noch keinen Sieg feiern konnte. Und auch Teamkollege Chaz Davies gelang in der laufenden Saison erst ein Laufsieg - zu wenig, um Weltmeister Jonathan Rea vom Thron zu stoßen.

Ducati Panigale: Gut, aber nicht gut genug

Marco Melandri

Marco Melandri kam von Beginn an gut mit dem Ducati-Superbike zurecht Zoom

"Das Motorrad muss in allen Bereichen verbessert werden", fordert Melandri. "Die Ducati Panigale hat eine sehr starke Basis. Das Motorrad harmoniert mit meinem Fahrstil, aber auch mit dem von Chaz, obwohl er einen ganz anderen Stil fährt. Uns fehlt noch ein kleines bisschen zu unseren Gegnern. Es gibt keine einzelne Schwachstelle. Wir müssen alles ein bisschen verbessern. Die Leute bei Ducati arbeiten sehr hart."

"Die Strecken waren bisher sehr unterschiedlich. Ich denke, ich kann diese Erfahrungen nutzen, um in der zweiten Saisonhälfte stärker zu sein", prognostiziert Melandri, der momentan auf Position vier der Fahrerwertung liegt. Der bisherige Saisonverlauf ähnelt ein bisschen dem von vor drei Jahren. Damals wechselte Melandri von BMW zu Aprilia und stand zu Beginn der Saison im Schatten des Teamkollegen. Doch später folgte eine Leistungsexplosion.


Fotos: Superbike-WM in Assen


"Es war damals eine andere Geschichte", bemerkt der 34-Jährige. "Ich war nicht schnell genug, weil die Leute in der Box nicht mit mir zusammengearbeitet haben. Es funktionierte nicht. Hier arbeiten wir Schritt für Schritt. Deshalb wird es nicht so einen spürbaren Ruck geben wie damals bei Aprilia."

Erster Saisonsieg beim Heimspiel in Imola?

Der erste Sieg dürfte dennoch nur eine Frage der Zeit sein. Gelingt beim Heimrennen in Imola der Durchbruch? "Imola ist für mich immer etwas Besonderes. Ich stand dort noch nie auf dem Podium. Aus verschiedenen Gründen hatte ich immer Probleme. Doch dieses Mal fühle ich mich gut", kommentiert Melandri im Gespräch mit 'WorldSBK.com'.

Marco Melandri

Die Zusammenarbeit mit der Ducati-Crew ist besser als zu Aprilia-Zeiten Zoom

Teamkollege Davies wird neben den beiden Kawasakis erneut Melandris größter Gegner sein. "Chaz entwickelte sich in den vergangenen Jahren weiter. Jetzt ist er einer der stärksten Fahrer im Feld", stellt Melandri fest, der sich bereits in der Saison 2013 mit dem Briten eine Box teilte.

Düster sieht es aktuell aus, was die WM angeht. Weltmeister Jonathan Rea hat bereits 98 Punkte Vorsprung auf Melandri. "Ich denke, Jonathan kann die Meisterschaft nur noch durch einen Fehler verlieren. Doch alles kann passieren. Chaz demonstrierte sein Potenzial im finalen Teil der Saison", erinnert sich der mehrfache MotoGP-Laufsieger.

"Es scheint, als hätte Jonathan alles unter Kontrolle. Das ist das größte Problem für uns", grübelt Melandri, der im August seinen 35. Geburtstag feiert. Wie lange bleibt er dem Sport noch erhalten? "Ich weiß nicht, wie lange ich noch fahren werde. Ich möchte aber so lange fahren, wie ich Spaß habe und konkurrenzfähig bin. Es wäre schön, wenn ich selbst bestimmen könnte, wann ich aufhöre", so Melandri.

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