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Elektronik: BSB-Regeln laut Giugliano nicht anwendbar

Kritiker behaupten, elektronische Fahrhilfen machen den Motorradsport kaputt, doch Ex-BSB-Pilot Davide Giugliano vertritt eine andere Meinung

(Motorsport-Total.com) - Beim Rennwochenende auf dem Lausitzring kehrte Davide Giugliano in die Superbike-WM zurück. Der Italiener, der viele Jahre für Ducati fuhr, übernahm die zweite Honda Fireblade und startete neben Stefan Bradl für das Team von Ronald ten Kate. Nach dem WM-Aus im vergangenen Jahr nahm Giugliano für 2017 ein Angebot aus der Britischen Meisterschaft (BSB) an, trennte sich aber nach einem schweren Sturz einvernehmlich von Tyco-BMW. In der BSB musste sich der Römer an viele Änderungen gewöhnen. Der markanteste Unterschied ist der komplette Verzicht, was elektronische Hilfsmittel wie Traktionskontrolle, Anti-Wheelie-Kontrolle und Co. angeht. Die Rückkehr zu den Fahrhilfen erfordert weiterhin Gewöhnungszeit.

Davide Giugliano

Davide Giugliano erlebte auf dem Lausitzring kein einfaches WM-Comeback Zoom

Beim privaten Test vor dem Rennwochenende lernte der Italiener die WM-Honda kennen und ging optimistisch ans Werk. "Mein erster Eindruck vom Motorrad war sehr gut. Das Motorrad passt zu meinem Fahrstil. Es ist normal, dass noch Arbeit nötig ist, denn es ist ein neues Motorrad", kommentiert Giugliano im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Es ist ein bisschen schwierig für mich, denn in der BSB hatte ich keinerlei elektronische Fahrhilfen. Der Fahrer muss einen ganz bestimmten Fahrstil haben. In der Superbike-WM spiet die Elektronik der Motorräder eine große Rolle. Das erfordert einen anderen Stil", vergleicht der Superstock-1000-Champion der Saison 2011.

"Ich genoss auch das BSB-Bike, aber es schwierig, zu sagen, was besser ist. Ich mag es, das Motorrad ohne Hilfsmittel zu fahren, doch ich fuhr viele Jahre in der WM mit den elektronischen Hilfen. Unterm Strich gefällt mir das ein bisschen besser", bemerkt Giugliano, der auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, auch in der Superbike-WM ohne Elektronikhilfen zu fahren, eine klare Antwort hat.


Fotos: Superbike-WM auf dem Lausitzring


"Nein", kommentiert er ohne eine Sekunde zu zögern. Die Beweggründe sind einfach: In der WM wird oft bei hohen Temperaturen gefahren. Die Motorräder haben mehr Leistung als die Maschinen in der BSB und die Rennstrecken sind deutlich schneller als die oft sehr winkligen BSB-Kurse. "Es wäre wirklich besser, weiterhin die elektronischen Hilfsmittel in der Superbike-WM zu verwenden", betont er.

Davide Giugliano

Mit dem Charakter der Ducati Panigale ist Davide Giugliano sehr vertraut Zoom

Doch nicht nur die Rückkehr zu den elektronischen Fahrhilfen erschwert Giugliano die Arbeit. Der Charakter der Fireblade mit ihrem Screamer-Reihenvierzylindermotor ist für den Italiener ungewohnt. Mit der Ducati Panigale war Giugliano sehr vertraut. "Die Motorräder unterscheiden sich deutlich. Die Ducati hat durch den V2 eine andere Drehmomentkurve. Es ist schwierig, die Maschinen zu vergleichen. Ich habe sehr viel Erfahrung mit der Charakteristik der Ducati. Mit der Honda muss ich noch weitere Erfahrungen sammeln", erklärt er, kommt aber zu einer überraschenden Erkenntnis: "Ich würde sagen, die Honda ist einfacher zu fahren durch den Vierzylindermotor."

Beim Comeback auf dem Lausitzring gelang es Giugliano nicht, Punkte einzufahren. In Lauf eins musste er die Honda mit einem technischen Problem abstellen. Im zweiten Rennen kam er als 17. ins Ziel und verlor etwa 25 Sekunden auf Teamkollege Stefan Bradl, der 13. wurde. Zu den Punkterängen fehlten Giugliano mehr als 20 Sekunden.

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