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Chaz Davies: Ducati braucht einen starken Italiener

Für Chaz Davies ist nachvollziehbar, warum Ducati Marco Melandri verpflichtete - Bei der Entwicklung der Panigale herrscht trotz unterschiedlicher Stile Einigkeit

(Motorsport-Total.com) - Im Winter 2016/17 wurden Chaz Davies und Marco Melandri wieder vereint. Bereits in der Saison 2013 waren die beiden Ausnahmekönner Teamkollegen. Damals war Melandri bei BMW die klare Nummer eins. Vier Jahre später hat sich das Blatt gewendet. Davies ist momentan Ducatis Speerspitze, Superbike-Rückkehrer Melandri konnte zwar ein Rennen gewinnen, steht aber sonst meist im Schatten seines jüngeren Teamkollegen.

Chaz Davies, Marco Melandri

Ducati ersetzte Davide Giugliano im vergangenen Winter mit Marco Melandri Zoom

"Er hat mehr graue Haare. Ich habe nun ein paar Falten mehr (lacht; Anm. d. Red.)", kommentiert Davies im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' die Neuauflage des Teamduells von 2013. "Marco war und ist sehr stark. Er wirkt sehr glücklich. Die Auszeit tat ihm offensichtlich gut. Er genoss die Zeit mit seiner Tochter."

Ducati zog im vergangenen Jahr die Notbremse und trennte sich von Davide Giugliano, der zuletzt nicht mehr die erwünschten Leistungen einfahren konnte. Und auch die Sponsoren wünschten sich einen prominenteren und stärkeren Fahrer an Davies' Seite. Mit Melandri verpflichtete Ducati einen sehr erfahrenen Mann, der den Zuschauern vor allem durch seine MotoGP-Erfolge ein Begriff ist.


Fotos: Superbike-WM in Laguna Seca


Zu Beginn zweifelten Außenstehende, ob Melandri gut für die Stimmung im Team ist, denn in der Vergangenheit erarbeitete sich der Italiener einen Diva-ähnlichen Ruf. Und auch die Statur des ehemaligen MotoGP-Vizeweltmeisters ließ Kritiker zweifeln, denn im Vergleich zu Davies ist Melandri deutlich kleiner. Wirkt sich das negativ auf die Entwicklung und die Abstimmung aus?

Davies und Melandri ziehen an einem Strang

Chaz Davies, Marco Melandri

Chaz Davies und Marco Melandri verwenden meist ähnliche Abstimmungen Zoom

"Unsere Abstimmungen unterscheiden sich bei den verschiedenen Parametern. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was er verwendet. Es ist ziemlich irrelevant für einen Fahrer wie mich, der um einiges größer und schwerer ist. Wir konzentrieren uns jeweils auf die eigene Arbeit, doch wenn es darum geht, eine neue Entwicklung zu bewerten, dann stimmen unsere Feedbacks zu 90 Prozent überein", kommentiert Davies nüchtern.

"Das ist gut. Das war aber auch 2013 so. Unsere Meinungen waren immer ziemlich ähnlich. Abgesehen davon ist es gut, einen starken italienischen Teamkollegen zu haben, denn Ducati braucht als italienische Marke einen starken Italiener wie Marco. Das ist wichtig, auch für mich", betont Davies.

Melandri vergleicht sich mit Davies

Marco Melandri

Marco Melandri kämpft mit dem Verschleiß der Pirelli-Vorderreifen Zoom

Melandri verheimlicht nicht, dass er die Panigale anders fährt als Davies: "Wir haben komplett unterschiedliche Fahrstile. Er ist beim Bremsen viel aggressiver. Ich habe ein paar Probleme mit dem Verschleiß der Vorderreifen. Dieses Problem hatte ich bisher noch nie. Wir versuchen, das zu verbessern", grübelt der Routinier.

Der ehemalige Grand-Prix-Pilot nutzte die Gelegenheit und studierte Davies Daten. "Unsere Abstimmungen unterscheiden sich ehrlich gesagt nicht so stark. Manche Dinge sind sehr ähnlich, andere nicht", schildert Melandri und freut sich: "Die drei Ducatis funktionieren sehr gut, obwohl Chaz, Fores und ich unterschiedliche Fahrstile haben."

Einigkeit bei der Entwicklung

Chaz Davies

Chaz Davies wechselte später als Melandri zur neuen Prototyp-Schwinge Zoom

Die Schwinge ist in der Superbike-WM eines der wenigen Chassis-Bauteile, das geändert werden darf. Melandri drängte zeitig auf eine Modifikation, die später auch Davies übernahm. "Wir verwendeten eine Weile lang unterschiedliche Schwingen", bestätigt Davies und begründet: "Ich konzentrierte mich bei den Tests zu Beginn des Jahres auf andere Bereiche. Marco wollte sich auf die Schwinge konzentrieren."

"Seit Assen verwende ich ebenfalls die neue Schwinge. Ich hatte in Aragon erstmals die Chance, die Schwinge richtig zu testen. Ich erkannte Fortschritte", erklärt Davies und geht ins Detail: "Die Schwinge ist anders konstruiert. Sie hat andere Steifigkeitswerte. Ich fuhr bisher die meiste Zeit eine modifizierte Serienschwinge. Ich fuhr in den ersten Rennen der Saison sowohl die Serienschwinge als auch die umgebaute Schwinge in verschiedenen Ausführungen."

Nach acht von 13 Rennwochenenden belegen die beiden Ducati-Werkspiloten die Plätze drei und vier. Davies gewann bisher vier Rennen und hat 226 Punkte auf seinem Konto, Melandri setzte sich beim Heimrennen in Misano durch und ging mit 189 Zählern in die Sommerpause.

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