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Francesco Bagnaia: Vom ersten Motorrad bis zum schwierigen MotoGP-Einstand

MotoGP-Weltmeister Francesco Bagnaia erinnert sich an sein erstes Motorrad, seinen ersten MotoGP-Test und seinen schwierigen Beginn in der Königsklasse

(Motorsport-Total.com) - Mit dem MotoGP-Weltmeistertitel hat sich Francesco Bagnaia in den Geschichtsbüchern verewigt. Aber auch er hat einmal ganz von vorne angefangen. Der Italiener wurde im Jahr 1997 in Turin geboren. Schon als Kind kam er mit Motorrädern in Berührung.

Francesco Bagnaia

2022 hat Francesco Bagnaia sein großes Ziel erreicht Zoom

"Meine beiden Onkel und mein Vater sind mit ihren Straßenmotorrädern auf Rennstrecken gefahren", erinnert sich Bagnaia an seine Kindheit zurück. "Wenn ich die Chance hatte, habe ich sie beobachtet. Sie fahren zu sehen, war ein tolles Gefühl."

"Ich kann mich sehr gut daran erinnern, als mein Vater eine Aprilia RSV4 gekauft hat. Mein Onkel kam mit seiner Ducati 996 zu unserem Haus, weil sie beide einen Trip machen wollten. Ich habe die Kupplung der Ducati gehört und es war unglaublich."

"Schon als Kind war ich in dieser Welt. Wenn wir Valentino im Fernsehen gesehen haben, haben wie ihn immer angefeuert. Als er 2006 nicht Weltmeister wurde, habe ich geweint. Wenn er gewonnen hat, war ich sehr glücklich."

"Es hat mich gefreut, als er für Ducati gefahren ist. Aber leider hat das damals nicht für ihn funktioniert." In dieser Motorrad-Familie war klar, dass auch 'Pecco' bald auf zwei Rädern mit einem Motor sitzen würde.

Toni Finsterbusch, Francesco Bagnaia

In seiner ersten Moto3-Saison sammelte Bagnaia (#4) keinen WM-Punkt Zoom

"Mein erstes Motorrad war eine Beta 50, ein Motocross-Motorrad. Ich bin damit im Garten meiner Großeltern gefahren. Ihnen hat das nicht gefallen, weil ich alles zerstört habe. Das waren meine ersten Erfahrungen mit einem Motorrad."

"Die Beta 50 war großartig. Mein Vater hat mich zu einer Rennstrecke mitgenommen. 2004 bin ich zum ersten Mal mit einem gemieteten Motorrad gefahren", schildert Bagnaia. "Ich war recht schnell, aber mein Vater war besorgt, weil die Bremsen nicht funktionierten."

"Er hat dann ein gebrauchtes, altes Motorrad gekauft. Ich habe es sofort genossen. Es war ein rotes Motorrad mit der Startnummer 19 von Alvaro Bautista. Das war mein erster Schritt in den Motorsport. Ich war sofort drinnen. Es war wunderschön."

Erster MotoGP-Test nach gewonnener Wette

Über die europäische MiniGP-Meisterschaft, die Pre-GP125 und die spanische 125er-Meisterschaft arbeitete sich Bagnaia in die Moto3-WM hoch. Aber der Anfang war schwierig. In seiner Debütsaison 2013 sammelte er keinen einzigen WM-Punkt.

Er schien kein kommender Weltmeister zu sein. Trotzdem nahm ihn Valentino Rossi in die VR46-Akademie auf. 2014 fuhr er für dieses Team, aber dann wurde Bagnaia für zwei Jahre bei Aspar-Mahindra untergebracht.

2016 wurde ein entscheidendes Jahr. Er feierte in Assen seinen ersten Moto3-Sieg und gewann auch in Sepang. Beim November-Test in Valencia durfte er erstmals ein MotoGP-Motorrad testen. Es war die Ducati des Aspar-Teams.

Francesco Bagnaia

In November 2016 durfte er erstmals die MotoGP-Ducati testen Zoom

"Ich bekam diesen Test, weil ich eine Wette gewonnen hatte", lacht Bagnaia. "Ich habe vor der Saison Gino Borsoi und Aspar gesagt, dass wenn ich zwei Rennen gewinne, ich das MotoGP-Bike probieren darf. Sie hätten nie gedacht, dass das mit der Mahindra funktionieren würde."

"Mein erstes Gefühl war unglaublich. Ich fuhr eine kleine Moto3-Maschine mit einem Zylinder und nun hatte ich ein Motorrad mit 300 PS. Das war unglaublich. Ich habe geträumt, es dorthin zu schaffen. Wir mussten viele Schwierigkeiten meistern, aber die Ambition war immer gleich."

"Vor sechs Jahren habe ich davon geträumt. Aber ein Traum ist etwas anderes, als es wirklich zu schaffen. Ich hatte auch Glück, dass ich diese Chancen erhalten habe. Ich konnte bei VR46 und Aspar mit den besten Leuten arbeiten und bekam die Möglichkeit, in die MotoGP zu kommen."

Schwierige erste MotoGP-Jahre

Nach diesem ersten MotoGP-Test ging es für Bagnaia in die Moto2. In seiner ersten Saison gelangen ihm vier Podestplätze. 2018 startete er durch und wurde mit acht Saisonsiegen Moto2-Weltmeister. Nun war er in der MotoGP angekommen.

Aber 2019 verlief schwierig. Bagnaia gelangen nur drei Top-10-Ergebnisse. Dazu gab es viele Ausfälle. Von den Rookies stand er klar im Schatten von Fabio Quartararo. Auch 2020 verlief schwierig. In Brünn brach er sich ein Bein, es gab wieder viele Ausfälle.

Francesco Bagnaia

In seinen ersten beiden MotoGP-Jahren war das ein oft gesehenes Bild Zoom

Lediglich in Misano 1 ließ er mit Platz zwei seinen Speed aufblitzen. In Misano 2 hatte er Siegchance, warf sie aber ins Kiesbett. "2019 und 2020 waren sehr schwierig", blickt Bagnaia zurück. "2019 habe ich auf einer Wolke begonnen, weil ich Moto2-Weltmeister war."

"Bei den Tests hatte ich nichts gemacht, aber ich war sehr konkurrenzfähig. Das war großartig! Aber beim ersten Rennen war ich absolut nirgendwo. Ich hatte große Probleme und bin oft gestürzt. Vier oder fünf Rennen bin ich hintereinander gestürzt. Ich war sehr frustriert und demoralisiert."

"Wir hatten mit Ducati ein großes Meeting, um zu verstehen, warum ich so langsam war und Fehler machte. Wir änderten die Herangehensweise. In den letzten Rennen wurde mein Speed besser. In Phillip Island wurde ich Vierter."


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"2020 war mit den Quarantänen und allem für alle ein Jahr zum Vergessen. Ich habe mein erstes Podium geschafft, aber ich habe mir auch das Bein gebrochen. Es war schwierig, mich davon zu erholen. In der zweiten Saisonhälfte hatte ich große Mühe, weil ich nicht kräftig genug war."

"Mit kalten Reifen hatte ich Angst vor einem Sturz, weil ich keine Probleme mit meiner Verletzung wollte. 2021 war ich als Fahrer noch nicht komplett, aber ich begann zu verstehen, dass ich gewinnen kann. Ich habe um den WM-Titel gekämpft, aber Fabio hatte eine tolle Saison."

"Ich habe versucht aufzuholen und bin Zweiter geworden. Das war wunderbar. Der Beginn dieser Saison war schwierig. Ich wollte gewinnen, aber das Motorrad war noch nicht bereit dafür. Wir haben hart gearbeitet, um konkurrenzfähig zu werden."

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