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Dovizioso-Bestzeit und viele Überraschungen beim Testauftakt

Ducati präsentiert sich beim Katar-Test in starker Form - Honda überrascht mit neuer Winglet-Verkleidung - Jonas Folger schneller als Valentino Rossi

(Motorsport-Total.com) - Der mit Spannung erwartete Testauftakt in Katar hielt zahlreiche Überraschungen bereit. Als die Ampel am Nachmittag den Start freigab, herrschte aber nur wenig Fahrbetrieb. Die Spitzenfahrer warteten auf die Dunkelheit. In den beiden ersten Stunden war keiner der Toppiloten unterwegs. Doch als die Flutlichtanlage ansprang, wurden die Werksfahrer wach. Ducati-Werkspilot Andrea Dovizioso fuhr beim Auftakt die schnellste Zeit und ließ Yamaha-Pilot Maverick Vinales und LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow deutlich hinter sich.

Andrea Dovizioso

Ducati-Pilot Andrea Dovizioso setzte sich am Freitag an die Spitze der Wertung Zoom

Honda-Werkspilot Marc Marquez stürmte als einer der ersten Spitzenfahrer auf die Strecke und machte sich mit dem Losail International Circuit vertraut. Nachdem sich der Weltmeister an die Spitze der Wertung gesetzt hatte, rückte er mit einer neuen Winglet-Verkleidung aus. Doch bereits in der ersten Runde stürzte Marquez in der Zielkurve. Die ramponierte Honda RC213V wurde per Anhänger zurück an die Box gebracht.

Marquez gab später zu, dass der Sturz auf seine Kappe ging, denn die Wirkung der verkleideten Winglets war größer, als der Honda-Pilot erwartete. In der Tageswertung landete der Spanier nur auf Position zwölf, denn in den Schlussminuten stürzte Marquez erneut, als der Kurs schlagartig abkühlte. Neben Marquez gingen auch Andrea Iannone, Pol Espargaro, Alex Rins und Sam Lowes zu Boden. Durch einen Ausritt beim privaten Test in Jerez ist Marquez ohnehin angeschlagen. Für die Schulterverletzung dürften die beiden unfreiwilligen Abflüge nicht zuträglich gewesen sein.

Yamaha bleibt bei der Aero-Verkleidung

Maverick Vinales

Yamaha-Pilot Maverick Vinales konzentriert sich in Katar auf die Setuparbeit Zoom

Yamaha-Neuzugang Maverick Vinales war auch beim Auftakt des Katar-Tests in Schlagdistanz zur Spitze. Der junge Spanier konzentriert sich in Losail voll und ganz auf die Abstimmung seiner M1, denn im Gegensatz zu Teamkollege Valentino Rossi herrscht Klarheit beim Thema Chassis. "Der Fokus liegt auf der Arbeit am Setup für das Rennwochenende", bestätigt Yamaha-Teamdirektor Massimo Meregalli.

Und auch bei der Verkleidung ist sich Yamaha sicher. Yamaha wird beim Saisonstart auf die Verkleidung mit den innenliegenden Winglets setzen. "Diese Verkleidung werden wir nächste Woche homologieren lassen", kommentiert Meregalli. "Während der Saison ist ein Update möglich. Wir wissen nicht wann, aber die japanischen Ingenieure werden mit Sicherheit etwas Neues finden."


Fotos: MotoGP-Test in Katar, Freitag


Rossi beendete den ersten Testtag auf der siebten Position. Der Vizeweltmeister der vergangenen drei Jahre verlor 0,860 Sekunden auf die Bestzeit von Landsmann Dovizioso. Überraschend stark präsentierte sich Tech-3-Yamaha-Pilot Jonas Folger, der direkt vor Rossi landete. Der Deutsche hatte als Sechstplatzierter 0,821 Sekunden Rückstand.

Ducati kündigt Überraschung an

Ducati freute sich über die Tagesbestzeit von Dovizioso und dürfte auch mit Jorge Lorenzos Leistung zufrieden sein. Zwischenzeitlich führte Lorenzo die Wertung an und behauptete sich am Ende immerhin in den Top 5. Ducati rüstete die Werksmaschinen von Dovizioso und Lorenzo mit neuen Auspuffanlagen aus und setzte erneut das gewöhnungsbedürftige Heck ein, das an eine Salatschüssel erinnert. Zudem waren an den beiden Werks-Ducatis die neuen Carbon-Gabeln von Öhlins zu bestaunen.

Für Samstag kündigte Teammanager Davide Tardozzi zudem eine spannende Neuerung an: "Ich glaube, wir werden morgen einige vielleicht überraschen mit ein paar Neuheiten. Mit Jorge werden wir an ein paar Dingen arbeiten, die eine Veränderung erfordern. Bei Andrea haben wir in Australien einige Fortschritte gefunden, die wir hier bestätigen wollen, um hier zum Rennen alle neuen Teile zum Einsatz bringen zu können", berichtet der Ducati-Manager.

"Wir haben natürlich etwas unternommen und unsere Aerodynamik untersucht und weiterentwickelt. Noch ist nichts spruchreif. Aber man kann sagen, was wir haben, ist ein wenig anders", bemerkt Tardozzi und steigert die Vorfreude auf eine neue Verkleidung. "Am Sonntag werden wir wahrscheinlich Rennsimulationen absolvieren. Es steht auf dem Programm, aber hier weiß man nie, was passiert", so Tardozzi, der sicher auch von Karel Abrahams Vorstellung überrascht war. Der Aspar-Ducati-Pilot fuhr mit seiner 2015er-Desmosedici auf Platz vier und war minimal schneller als Lorenzo.

Honda mit einheitlicher Motorstrategie

Seit dem Katar-Test fahren alle fünf Honda-Piloten mit der gleichen Motorversion. Honda hat sich für die bevorstehende Saison festgelegt und setzt auf das Big-Bang-Konzept. Durch die beiden Stürze gelang Marquez am Freitag keine aussagekräftige Rundenzeit. Teamkollege Dani Pedrosa beendete den Tag auf Position acht. LCR-Pilot Cal Crutchlow war als Drittplatzierter der beste Honda-Vertreter.

Marc Marquez

Neue Verkleidung: Auch Honda experimentiert bei der Aerodynamik Zoom

Suzuki schaffte es mit Andrea Iannone geradeso in die Top 10. Der ehemalige Ducati-Werkspilot stürzte am Freitag in den ersten Stunden und kam später noch auf insgesamt 41 Runden. Teamkollege Rins musste ebenfalls einen Ausritt verkraften und beendete den ersten Testtag auf der 18. Position. Bei den vergangenen Tests deutete Rins bereits an, wie viel Potenzial in ihm schlummert. Es ist zu erwarten, dass sich der Rookie deutlich steigern wird.

"Dieser Test ist eine Art Vorbereitung auf das erste Rennen - für die Saison, aber insbesondere auf das erste Rennen", kommentiert Suzuki-Teammanager Davide Brivio. "Es ist ein Nachtrennen unter speziellen Bedingungen. Darauf stellen wir uns ein. Wir werden alles, was wir bisher getestet haben, zu einem Abschluss bringen. Das Paket ist schon definiert: der Motor, das Chassis. Es geht nur um kleinere Anpassungen und Details, die getestet werden, den Feinschliff. Aber der Fokus liegt wie gesagt auf dem ersten Rennen. Insbesondere für unseren Rookie Alex wird es wichtig sein, einen Longrun zu machen. Das gilt auch für Andrea. Er muss verstehen, wie unser Motorrad reagiert nach einigen Runden."

Aprilia und KTM mit neuen Teilen

"Wir wollen das die Arbeit am Setup für den Saisonauftakt abschließen. Es gibt ein paar kleine Teile, dir wir noch testen werden, aber nichts Großes", erklärt Aprilia-Rennleiter Romano Albesiano. Aleix Espargaro kam am Freitag bis auf 1,097 Sekunden an die Bestzeit ran und landete auf der 13. Position. Sam Lowes hatte erneut zu kämpfen und beendete den Tag auf der 20. Position.

Bradley Smith

KTM verzichtet auf Winglets und konzentriert sich auf die Basis der RC16 Zoom

Für KTM war der Auftakt in Katar besonders wichtig, weil der Losail International Circuit für die Österreicher Neuland ist. "Wir waren noch nie auf dieser Strecke, es wird also nicht leicht. Wir müssen Daten sammeln, um eine Mapping-Auswahl zu treffen. Und wir müssen uns natürlich an die Strecke anpassen, sodass wir nach dem ersten Tag hoffentlich beginnen können, richtig zu testen", kommentiert Teammanager Mike Leitner.

"Wir haben ein kleines Motoren-Update, das wir an diesen drei Tagen testen werden. Schließlich müssen wir vor dem ersten Rennen entscheiden, wie und womit wir starten. Auch in Sachen Elektronik und Chassis haben wir viele Ideen, es gibt also viel Arbeit. Wir versuchen, uns an den Plan zu halten. Dazu gehören auch Longruns und Rennsimulationen", erklärt Leitner.

"Was die Aerodynamik angeht, sind wir konventionell. In das Flügel-Spiel mischen wir uns derzeit nicht so sehr ein, denn soweit sind wir einfach noch nicht. Für uns gibt es andere Baustellen, aber im Laufe des Jahres wird es ein paar Updates geben", kündigt der KTM-Teammanager an. Pol Espargaro wurde am ersten Testtag in Katar auf der 19. Position gelistet, Teamkollege Bradley Smith wurde 23. und Letzter. Testpilot Mika Kallio war mehr als sieben Zehntelsekunden schneller als Stammpilot Smith.

Die Testzeiten aus Katar (Freitag)
01. Andrea Dovizioso (Ducati) - 1:54.819 Minuten (36 Runden)
02. Maverick Vinales (Yamaha) +0.360 Sekunden (60)
03. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,601 (28)
04. Karel Abraham (Aspar-Ducati) +0,794 (42)
05. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,797 (46)
06. Jonas Folger (Tech-3-Yamaha) +0,821 (37)
07. Valentino Rossi (Yamaha) +0,860 (48)
08. Dani Pedrosa (Honda) +0,873 (38)
09. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +0,886 (54)
10. Andrea Iannone (Suzuki) +0,932 (41)
11. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +1.011 (41)
12. Marc Marquez (Honda) +1.080 (39)
13. Aleix Espargaro (Aprilia) +1.097 (43)
14. Jack Miller (Marc-VDS-Honda) +1.198 (59)
15. Scott Redding (Pramac-Ducati) +1.266 (37)
16. Alvaro Bautista (Aspar-Ducati) +1.297 (43)
17. Loris Baz (Avintia-Ducati) +1.374 (31)
18. Alex Rins (Suzuki) +1.770 (48)
19. Pol Espargari (KTM) +1.846 (46)
20. Sam Loews (Aprilia) +2.271 (38)
21. Tito Rabat (Marc-VDS-Honda) +2.636 (46)
22. Mika Kallio (KTM) +3.220 (32)
23. Bradley Smith (KTM) +3.936 (46)

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