powered by Motorsport.com

Dietrich Mateschitz sagt ab: Salzburgring wird nicht gekauft

In Zukunft wird die MotoGP in Österreich nicht auf den Salzburgring zurückkehren, sondern in der Steiermark bleiben - Dietrich Mateschitz bläst die Kaufpläne ab

(Motorsport-Total.com) - Die Motorrad-Weltmeisterschaft kehrt am 14. August nach Österreich zurück. Schauplatz ist wie in den Jahren 1996 und 1997 Spielberg, doch die traditionelle Motorrad-Heimat in der Alpenrepublik ist der Salzburgring. Dort wurde zwischen 1971 und 1994 gefahren. Die großen Stars von Giacomo Agostini, Barry Sheene über Kenny Roberts und Mick Doohan gastierten regelmäßig in Salzburg. Schließlich musste die Veranstaltung wegen veränderter Lärmschutzvorschriften des Bundeslandes Salzburg eingestellt werden.

Dietrich Mateschitz

Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz wird den Salzburgring nicht kaufen Zoom

Seit Monaten bemüht sich Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz um die Übernahme des vier Kilometer langen Salzburgrings. Er wollte die Anlage, die sich nicht mehr auf dem modernsten Stand befindet, kaufen und wieder für Motorradrennen etablieren, während Spielberg die Heimat für die Formel 1, die DTM, die Langstrecken-WM und somit in erster Linie für Autorennen sein soll.

Vor etwa einem Monat hieß es, dass die Zukunft des Salzburgrings besiegelt sei. "Im Jahr 2019 wird der Salzburgring 50 Jahre alt. Zum Jubiläum wollen wir die MotoGP präsentieren", wurde Salzburgring-Geschäftsführer Alex Reiner Anfang Juni von den 'Salzburger Nachrichten' zitiert. "Die MotoGP ist vorerst einmal für fünf Jahre nach Österreich vergeben und es ist nicht gesagt, dass sie immer in der Steiermark stattfinden muss."

Salzburgring

Zwischen 2012 und 2014 fuhr die Tourenwagen-WM auf dem Salzburgring Zoom

Allerdings sind diese Hoffnungen geplatzt. Mateschitz wird den Salzburgring nicht kaufen. "Wir haben dem Eigentümer Land Salzburg brieflich mitgeteilt, dass wir kein Interesse mehr am Erwerb des Salzburgrings haben", wird Mateschitz jetzt Anfang Juli von den "Salzburger Nachrichten" zitiert. Der Kaufvertrag soll bereits ausverhandelt gewesen sein. Es soll sich um eine nicht bestätigte Summe von rund drei Millionen Euro gehandelt haben.

Mehrere Faktoren haben für den erfolgreichen Manager den Ausschlag gegeben, diese Pläne nicht weiter zu verfolgen. "Die rechtliche Genehmigung hält der Betreiberverein IGMS (Int. gemeinnütziger Motorsportverein Salzburgring; Anm. d. Red.) und nicht die Strecke selbst. Mit dem Kauf müssten alle Rechte neu verhandelt werden. Da sahen einige offenbar schon die Chance, den Ring zu Fall zu bringen."


Honda: Marquez und Pedrosa in Spielberg

Auf der anderen Seite hat es offenbar Differenzen mit einem Grundstückseigentümer gegeben. "Wir konnten mit einem Grundbesitzer keine Einigung erzielen. Der wollte für ein paar Meter Zufahrt auf Schotter eine Riesensumme, 10.000 Euro monatlich, an Pacht. Das hat keinen Sinn", schüttelt Mateschitz den Kopf. Auch wenn der 72-Jährige viele Projekte in seiner Heimat aufbaut und vom Red-Bull-Ring unter anderem die Murtal-Region profitiert, will sich Mateschitz nicht wie eine Zitrone ausquetschen lassen.

Für den Salzburgring hätte es auch viele bürokratische Hürden gegeben, zusätzlich zu Genehmigungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen. "Wir wollten den Salzburgring kaufen, aber wir müssen das nicht tun. Es ist auch kein Malheur für uns, wenn wir den Ring nicht kaufen." Größere Investitionen in die Infrastruktur wird es deshalb beim Salzburgring wohl nicht geben. Neben einem neuen Medienzentrum war auch eine neue Zufahrtsstraße geplant.

Salzburgring-Geschäftsführer Alex Reiner will Mateschitz trotzdem weiter unterstützen. Dennoch liegt für den Milliardär der Fokus weiter auf dem Red-Bull-Ring in der Steiermark. Derzeit wird die Westschleife wieder aktiviert. Allerdings ist hier auch noch nicht sicher, wie die lange Anbindung des alten Österreichrings für Motorsportaktivitäten genutzt werden wird.