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Aerodynamik: Suzuki und Aprilia mit neuen Verkleidungen

Suzuki zeigt in Australien verkleidete Winglets - Aprilia wird ebenfalls kreativ und rüstet die Maschine von Aleix Espargaro mit einer interessanten Neuerung aus

(Motorsport-Total.com) - Nachdem Yamaha bereits beim ersten Vorsaisontest in Malaysia einen Ersatz für die 2017 verbotenen Winglets zeigte, zogen Aprilia und Suzuki beim zweiten Test in Australien nach. Am zweiten Testtag sah man Aprilia-Werkspilot Aleix Espargaro und Suzuki-Werkspilot Alex Rins mit neuen Verkleidungsteilen. Suzukis Verkleidung ähnelt der Yamaha-Variante. Die innenliegenden Winglets der GSX-RR sind aber etwas weiter oben angebracht als an der M1. Aprilias neues Aerodynamik-Paket wirkt etwas kreativer.

Aleix Espargaro

Aleix Espargaro testete am Donnerstag erstmals die neue Aprilia-Verleidung Zoom

"Die Verkleidung war nicht so schlecht", bemerkt Aprilia-Pilot Espargaro. "Die Daten aus dem Windkanal in Italien waren interessant, denn wir konnten einen spürbaren Abtrieb erzeugen, ohne dabei Topspeed zu verlieren. Das ist immer sehr wichtig", betont der Spanier, der beim Thema Spitzengeschwindigkeit keine Kompromisse eingehen möchte, denn auf den Geraden zählt die Aprilia RS-GP nicht zu den schnellsten Maschinen.

"Das Gefühl war ein bisschen merkwürdig, weil der Kurs so besonders ist. Es gibt viele Richtungsänderungen bei hohen Geschwindigkeiten. Das macht das Motorrad schwerfälliger. Wir werden die Verkleidung in Katar erneut testen, weil man einen großen Unterschied fühlt. Wir müssen es auf einer Strecke probieren, die etwas normaler ist", fordert Espargaro.

"Es wäre toll, wenn die Verkleidung etwas Abtrieb bringt, ohne die Höchstgeschwindigkeit zu beeinflussen. Selbst wenn wir nur zwei oder drei km/h verlieren, werde ich sie nicht verwenden", stellt der Aprilia-Pilot klar und betont: "Der Topspeed ist am wichtigsten." Espargaro freut sich, dass Aprilia konstant Updates bringt, um die Maschine zu verbessern. Für die neue Saison ist der ehemalige Suzuki-Pilot optimistisch: "Aprilias Fortschritte im vergangenen Jahr waren großartig. Ich wünsche mir, dass wir in diesem Jahr die gleichen Fortschritte erzielen können", so Espargaro.


Fotos: MotoGP-Test in Phillip Island


Suzuki kündigte bereits am Mittwoch an, dass auf Phillip Island neue Verkleidungsteile zum Einsatz kommen. Die Mechaniker montierten das neue Aerodynamikpaket an der Maschine von Alex Rins. "Wir probierten heute diese neue Verkleidung. Es war der erste Test damit", kommentiert Teammanager Davide Brivio.

"Wir absolvierten nur zwei Stints, um einen ersten Eindruck zu erhalten und Daten zu sammeln, damit wir herauszufinden können, ob sie effektiv ist. Wenn das der Fall sein sollte, dann haben wir noch ein bisschen Zeit vor Katar, um sie weiter zu entwickeln. Es ist zu zeitig, um zu sagen, ob sie zum Einsatz kommt oder nicht. Es sind weitere Tests und Analysen notwendig", erklärt Brivio.

"Ich bin froh, denn Suzuki bemüht sich sehr intensiv, das Motorrad zu verbessern", lobt MotoGP-Rookie Rins gegenüber 'Crash.net'. "Die Erkenntnisse sind noch nicht besonders aussagekräftig, weil ich nur zehn Runden damit fuhr. Sicher fühlt es sich anders an als die normale Verkleidung. Wir müssen genauer untersuchen, ob es gut funktioniert und ob wir Zeit verlieren oder gutmachen."

Das Layout auf Phillip Island ist für Aerodynamik-Tests nicht perfekt, denn das Motorrad neigt durch den flüssigen Charakter der Strecke nur selten zu Wheelis. Dennoch spürte Rins, dass sich das Motorrad mit den verkleideten Winglets anders verhält als mit der konventionellen Verkleidung: "Ich erkenne Unterschiede beim Wheelie-Verhalten. Es fühlt sich an, als würde das Motorrad weniger zu Wheelies neigen", bemerkt der Suzuki-Pilot.