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  • 07.02.2017 · 11:56

  • von Sebastian Fränzschky & David Emmett

Ducati-CEO: "Winglet-Verbot war politische Entscheidung"

Claudio Domenicali ärgert sich über die Macht der japanischen Hersteller und freut sich, dass es mit der Hilfe von Aprilia und KTM mehr Widerstand gibt

(Motorsport-Total.com) - Die Ducati-Verantwortlichen reagieren nach wie vor verärgert, wenn man sie auf das Winglet-Verbot anspricht. Im Sommer 2016 wurde mehrheitlich entschieden, die aerodynamischen Hilfsmittel aus Sicherheitsgründen zu verbieten. Die japanischen Hersteller setzten sich knapp gegen Ducati und Aprilia durch. Doch mit KTM steigt 2017 ein weiterer europäischer Hersteller in die MotoGP ein. Herrscht dann ein Gleichgewicht?

Andrea Dovizioso

Bei den Winglets war Ducati der Konkurrenz immer einen Schritt voraus Zoom

"Ich begrüße das", kommentiert Ducati-Geschäftsführer Claudio Domenicali den Einstieg der Österreicher. Domenicali fühlt sich um einen selbst erarbeiteten Vorteil betrogen: "Die Wahrheit ist, dass wir die Entwicklung so viel eher starteten als alle anderen. Wir hatten auf jeder Strecke drei oder vier Rennen Vorsprung auf die anderen. Die anderen holten auf, doch wir entwickelten ebenfalls weiter."

"Es war extrem hilfreich. Die Situation ist schwer zu erklären. Das Motorrad war damit viel besser und verhielt sich viel stabiler. Es wurde viel mehr Druck auf das Vorderrad ausgeübt. Es war viel sicherer, denn man konnte besser einlenken. Sie haben es auf Grund der Sicherheit verboten und dadurch ein Motorrad gefordert, das weniger sicher ist. Es wurde ein Problem verantwortlich gemacht, das es nie gab. Es ist ziemlich interessant, sagen wir es so", schimpft der Ducati-CEO.

Claudio Domenicali

Ducati-CEO Claudio Domenicali lobt seine Ingenieure für deren kreative Arbeit Zoom

"Es wurde durch die Mehrheit so entschieden. Es gibt wenige europäische Hersteller und viele japanische. Jeder kann seine eigenen Schlüsse ziehen, warum wir nicht mehr mit Winglets fahren dürfen", bemerkt Domenicali, der gleichzeitig ankündigt, dass Ducati an einer neuen Entwicklung in Sachen Aerodynamik arbeitet: "Wir sind verrückte Italiener. Warten wir ab, was in der Zukunft passiert."

"Nun ist dieser Vorteil weg. Wir arbeiten an etwas anderem. Wenn man innovative Menschen hat, dann kann man sie nicht stoppen", lobt er die Arbeit seiner Ingenieure. Ducati-Rennleiter Luigi Dall'Igna experiementierte bei den Testfahrten in Sepang mit Scheibenrädern und einer mysteriösen Box im Heck der Desmosedici. "Es kann nicht in jeder Saison etwas Neues verboten werden. Ich freue mich, dass wir hier diese Leute haben", betont Domenicali.

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