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Silly-Season 2014: Update Dezember

Nicht nur die Nachfolgefrage um Dario Franchitti hält den aktuellen IndyCar-Fahrermarkt auf Trab: Was macht Takuma Sato? Was macht Simona de Silvestro?

(Motorsport-Total.com) - Die Würfel für die Cockpit-Besetzungen der IndyCar-Saison 2014 fallen - langsam aber sicher. Es ist eine extrem lange Winterpause, weshalb sich die Teams natürlich jede Menge Zeit lassen können. Doch Schritt für Schritt wird das Bild klarer, wer wo fahren wird. Derzeit gibt es für das Jahr 2014 insgesamt 16 fest besetzte Fahrer-/Teamkombinationen und acht weitere, die eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit besitzen. Hier der Überblick über die vermutlichen 24 IndyCar-Teams.

Will Power, Sebastien Bourdais

Silly-Season-Update: Wer fährt wo in der IndyCar-Saison 2014? Zoom

Im Meisterteam von Chip Ganassi schien bis vor zwei Wochen alles klar zu sein. Mit Scott Dixon, Dario Franchitti, Tony Kanaan und Charlie Kimball wollte Ganassi ein bärenstarkes Quartett an den Start bringen, dann folgte der Rückschlag: Franchitti musste seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden, ein Nachfolger wird noch gesucht. Natürlich ist dieses vierte Ganassi-Cockpit das mit Abstand attraktivste der aktuellen Silly-Season, weshalb viele Bausteine wohl erst nach dieser Bekanntgabe fallen werden.

Sicher ist derzeit nur, dass Alex Tagliani die ersten Tests mit dem neuen Chevy-Motor fahren wird. Die Liste der potenziellen Kandidaten darüber hinaus ist lang: Sie reicht von Ryan Briscoe über Simona de Silvestro bis hin zu Franchitti-Cousin Paul di Resta. Die Meinungen der Leser von 'Motorsport-Total' zu diesem Thema lieferten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen de Silvestro und di Resta mit jeweils 30 Prozent, während die wahrscheinlicheren Varianten Briscoe und Tagliani abgeschlagen auf den Plätzen dahinter landeten.

Wahrscheinlich elf Chevy-Teams

Im Lager des großen Ganassi-Herausforderers Roger Penske ist hingegen alles klar: Neben den beiden Vize-Champions Helio Castroneves und Will Power kommt Juan Pablo Montoya neu ins Team, der vergangene Woche in Sebring erstmals im Auto saß. Das große Ziel ist auch klar: Nach vier Vize-Meisterschaften am Stück will ein umfassend verstärktes Team Penske 2014 endlich wieder zum großen Wurf ausholen, wozu der Kolumbianer durchaus beitragen darf (siehe unsere neue Umfrage im Kasten rechts).


Fotostrecke: Die Girls der IndyCars 2013

Bei Ed Carpenter Racing werden sich Owner/Driver Ed Carpenter und Neuzugang Mike Conway das Cockpit mit der Startnummer 20 teilen. Carpenter fährt dabei alle Ovale, Conway übernimmt den Rest. Ein durchaus spannendes Konzept, das dem Carpenter-Chevy plötzlich konstante Chancen auf Podiumsplatzierungen gibt. Bei KV Racing ist derzeit nur Sebastien Bourdais bestätigt. Ein zweiter KV-Chevy ist sehr wahrscheinlich, aber nicht offiziell verlautbart. Top-Favorit ist nach wie vor die Schweizerin de Silvestro.

Im Fall von Panther Racing herrscht derzeit Funkstille. Nach wie vor halten sich Gerüchte um einen Absprung von Hauptsponsor National Guard, was die Finanzierung in Frage stellen würde. Geht alles seinen normalen Gang, so darf Ryan Briscoe im Panther-Cockpit erwartet werden, der allerdings auch bei Chip Ganassi sehr hoch im Kurs steht. Eine Prognose ist derzeit nicht möglich. In Summe ergibt dies neun fixe Chevy-Teams, wobei der vierte Ganassi-Sitz noch offen ist. Dazu zwei weitere sehr wahrscheinliche Chevy-Mannschaften.

Sieben fixe Honda-Paarungen

Die Honda-Fraktion wird 2014 von Andretti Autosport angeführt. Dort ist mit Ryan Hunter-Reay, Marco Andretti, James Hinchcliffe und IndyLights-Aufsteiger Carlos Munoz alles klar. Ein fünfter Andretti-Honda ist rein theoretisch zwar möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich. Die Nummer zwei im Honda-Stall ist Sam Schmidt Motorsports, die mit Simon Pagenaud und dem russischen Neuzugang Michail Aljoschin ebenfalls komplett sind. Der siebte und letzte offiziell bestätigte Honda wird von Graham Rahal (Rahal/Letterman) gefahren.

Takuma Sato

Takuma Sato, Larry Foyt (mi.) und A.J. Foyt (re.): Kommt eine Überraschung? Zoom

Immer noch nichts offizielles gibt es bei A.J. Foyt, wo vor einigen Wochen Takuma Sato als quasi fix vermeldet wurde. In der Zwischenzeit gab Sato aber bekannt, sich in der neuen Formel E als Testfahrer zu engagieren. Inwieweit dies Auswirkungen auf seine Indy-Karriere hat, ist unklar. Mit Conor Daly hätte das Foyt-Team für den Fall aller Fälle einen schnellen US-Youngster in der Hinterhand. Bezeichnend ist auch, dass der Honda-Deal noch nicht offiziell gemacht wurde, der natürlich mit der Personalie Sato verbunden sein wird.

Bei Sarah Fisher ist hingegen eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Josef Newgarden so gut wie sicher, allerdings ebenfalls noch nicht offiziell verlautbart. Weniger klar ist die Situation bei Bryan Herta Autosport, wo sich J.R. Hildebrand und der Italiener Luca Filippi Hoffnungen auf das Stammcockpit machen dürfen. Allerdings erfolgt die Bekanntgabe erst dann, wenn das Sponsorenpaket für die Saison 2014 geschnürt ist. Eine personelle Überraschung ist also jederzeit möglich.

Elf Chevys und 13 Hondas?

Im Fall von Dale Coyne Racing deutet alles auf eine Weiterverpflichtung von Justin Wilson hin, der sich nach seinem Fontana-Crash mittlerweile wieder in der Reha befindet. Allerdings fällt auch der Name Wilson immer wieder, wenn es um das vakante Ganassi-Cockpit geht, wobei einige US-Insider davon sprechen, dass der lange Brite seinen Dale-Coyne-Vertrag für 2014 bereits unterschrieben habe. Das Rennen um Coyne-Cockpit Nummer zwei ist völlig offen.

Justin Wilson

Justin Wilson: Hat er bei Dale Coyne unterschrieben oder nicht? Zoom

Ähnliches gilt für den zweiten Rahal-Honda, wo sich 2013 der Brite James Jakes gut in Szene setzen konnte. Teambesitzer Bobby Rahal würde gerne mit Jakes weitermachen, der sich allerdings nach Alternativen umsieht. Knackpunkt ist möglicherweise das lukrative Sponsorenpaket der National Guard, das gerüchteweise bei Rahal/Letterman landen könnte. Die Wahrscheinlichlichkeit für einen Jakes-Verbleib ist zumindest vorhanden.

Dies wären unter dem Strich elf Chevys und 13 Hondas, was vor allem die Foyt-Situation interessant macht. Kommt es dort durch die Personalie Sato zu einer mittleren Überraschung, könnte Foyt auf 12:12 stellen. Schlechte Karten scheint auf der anderen Seite wieder einmal ein Oriol Servia zu haben, der in der aktuellen Gerüchteküche etwas untergeht. Auch interessant bleibt die Frage um IndyLights-Champion Sage Karam, der immerhin ein millionenschweres Meister-Budget mitbringen kann.

Die Teams im Überblick:

Offiziell verlautbarte Teams:
Ganassi-Chevrolet (4): Scott Dixon, Tony Kanaan, Charlie Kimball (plus Fahrer x)
Penske-Chevrolet (3): Helio Castroneves, Will Power, Juan Pablo Montoya
Carpenter-Chevrolet (1): Ed Carpenter/Mike Conway
KV-Chevrolet (1): Sebastien Bourdais
Andretti-Honda (4): Ryan Hunter-Reay, Marco Andretti, James Hinchcliffe, Carlos Munoz
Schmidt-Honda (2): Simon Pagenaud, Michail Aljoschin
Rahal-Honda (1): Graham Rahal

Noch nicht offiziell verlautbarte Teams:
KV-Chevrolet (1): Simona de Silvestro?
Panther-Chevrolet (1): Ryan Briscoe?
Foyt-Honda (1): Takuma Sato?
Fisher-Honda (1): Josef Newgarden?
Herta-Honda (1): J.R. Hildebrand?, Luca Filippi?
Coyne-Honda (2): Justin Wilson? (plus Fahrer x)
Rahal-Honda (1): James Jakes?