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Neue IndyCar-Ära: Pro und Contra der Aero-Kits

Beim IndyCar-Saisonauftakt 2015 sorgten die Aero-Kits für einen Streckenrekord, aber auch für mehrere Gelbphasen - Piloten müssen im Zweikampf umdenken

(Motorsport-Total.com) - Die am vergangenen Wochenende in St. Petersburg (Florida) mit dem Renndebüt der Aero-Kits von Chevrolet und Honda eingeläutete neue IndyCar-Ära hat zwei Seiten. Einerseits haben die Boliden dank der zahlreichen Anbauteile nun deutlich mehr Grip als es beim Dallara DW12 ohne Aero-Kits in den Jahren 2010 bis 2014 der Fall war. Andererseits müssen die IndyCar-Piloten aufgrund der Anbauteile ihren Fahrstil überdenken, weil leichte Kollisionen viel schneller als bisher dazu führen, dass Kleinteile den Weg auf die Fahrbahn finden.

Start zum IndyCar-Saisonauftakt 2015 in St. Petersburg

Die Aero-Kits der IndyCars wirken sich auf Rundenzeiten und Zweikampfverhalten aus Zoom

Im Qualifying fuhr Penske-Pilot Will Power dank einer Fabelzeit von 1:00.693 Minuten auf die Pole-Position. Mit dem Aero-Kit von Chevy war der Australier mehr als eine halbe Sekunde schneller als es je ein Fahrer mit dem Dallara DW12 ohne Aero-Kit in St. Pete gewesen war. Den diesbezüglichen Rekord hielt Power selbst dank seiner 2013er-Pole-Runde von 1:01.207 Minuten.

Auf seiner 2015er-Pole-Runde mit Aero-Kit war der amtierende IndyCar-Champion somit fast eine Sekunde schneller als die St.-Pete-Bestzeit mit dem Vorgängermodell des Dallara DW12 - dem bis Ende 2011 eingesetzten Dallara IR5. Mit diesem Auto war es ebenfalls Power, der die Richtmarke auf dem Stadtkurs an der Westküste Floridas erzielt hatte: 1:01.603 Minuten auf seiner Pole-Runde im Jahr 2010.


Fotos: IndyCar in St. Petersburg


Damit nicht genug: Power fuhr am Samstag sogar einen absolut neuen Streckenrekord in St. Pete. Im Vergleich zu der von Sebastien Bourdais im CART-Qualifying 2003 gefahrenen Pole-Runde von 1:00.928 Minuten war der Australier in Penske-Diensten dank des erhöhten Abtriebs mehr als 0,2 Sekunden schneller.

Aero-Kits erfordern anderes Zweikampfverhalten

Juan Pablo Montoya, Will Power

Aufgrund der filigranen Anbauteile müssen die Piloten ihren Fahrstil überdenken Zoom

Doch die Aero-Kits haben bei ihrem Wettbewerbsdebüt nicht nur Positives zu Tage gebracht. So müssen sich die Piloten angesichts der filigranen Winglets an den Frontflügeln nun an einen anderen Fahrstil gewöhnen. Die diesbezügliche Umstellung ist in St. Pete allenfalls eingeläutet, aber noch lange nicht abgeschlossen worden. Dies wurde anhand der fünf Gelbphasen - zwei aufgrund von gestrandeten Autos nach Kollisionen und drei aufgrund von Kleinteilen (Debris) auf der Strecke - deutlich. So viele Gelbphasen gab es in St. Pete zuletzt im Jahr 2011. Bedauerlicherweise hatte diesmal einer der Zwischenfälle eine schwere Kopfverletzung einer Zuschauerin zur Folge.

"Es war anders", berichtet Will Power, der das erste Rennen mit den Aero-Kits auf Platz zwei hinter Penske-Teamkollege Juan Pablo Montoya beendete. Beim Versuch, seinen führenden Kollegen zehn Runden vor Schluss zu attackieren, erfuhr der amtierende IndyCar-Champion, zum einen, wie einfach es ist, Anbauteile des Frontflügels einzubüßen. Zum anderen bekam er die Auswirkungen zu spüren: "Nachdem ich mir einen Teil des Frontflügels abgefahren hatte, war der Grip an der Vorderachse deutlich geringer als vorher."

"Klar, denn diese Teile, für die man Millionen von Dollar ausgegeben und Windkanaltests durchgeführt hat, gibt es ja nicht ohne Grund", spricht Power auf die Winglets am Frontflügel an und bezeichnet diese als "niedliche Hasenohren, die man sich besser nicht abfährt".


Fotostrecke: Die IndyCar-Fahrzeuge 2015

Tony Kanaan, der an seinem am Sonntag auf Platz drei ins Ziel gebrachten Ganassi-Boliden ebenfalls das Aero-Kit von Chevy fährt, beschreibt die notwendig gewordene Umstellung des Fahrstils so: "In der Vergangenheit hatten wir ein Auto, das fast schon zu robust war. Damit konnten wir uns an einem anderen Auto anlehnen, ohne das etwas passiert wäre. Heutzutage muss man seinen Kopf einschalten. Man weiß, dass man den Gegner besser nicht berührt."

"Heutzutage muss man seinen Kopf einschalten. Man weiß, dass man den Gegner besser nicht berührt." Tony Kanaan

Diesen Umstand findet der Indy-500-Sieger des Jahres 2013 aber nicht zwingend negativ. "Schließlich reden wir hier von Formelautos und nicht von Stock-Cars oder Tourenwagen", so Kanaan. Will Power kommt nach der Rennpremiere der Aero-Kits zum Schluss, dass man sich "immer noch ein bisschen anlehnen" könne, es künftig aber "weniger Kontakte mit anderen Autos geben" werde.

Das zweite IndyCar-Rennen unter den neuen Voraussetzungen steigt am 12. April im NOLA Motorsports Park in New Orleans (Louisiana).

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