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Lewis Hamilton

Lewis Hamilton
Großbritannien

Porträt

(Stand: 24. Februar 2020) Als Zehnjähriger ging Lewis Hamilton am Rande einer Motorsportgala auf McLaren-Teamchef Ron Dennis zu. Er sagte ihm: "Ich will eines Tages für Ihr Team fahren und Formel-1-Weltmeister werden!" Gesagt, getan: 2007 ging der Brite tatsächlich für McLaren an den Start. Ein Jahr später war er schon Champion. Später verließ er das Nest und holte 2014 und 2015 sowie 2017, 2018 und 2019 mit Mercedes weitere WM-Titel. Er kassierte aber auch eine schmerzhafte Niederlage während seiner Fehde mit seinem Ex-Kumpel, Erzrivalen und damaligen Teamkollegen Nico Rosberg. Das war 2016. 2020 kann Hamilton den Rekord von Michael Schumacher einstellen und ebenfalls siebenmaliger Weltmeister werden.

Hamilton begann seine Karriere in der Königsklasse sensationell: Mit neun Podestplätzen hintereinander startete er in seine Debütsaison und feierte für McLaren insgesamt vier Grand-Prix-Siege. Trotz des "Kriegs der Sterne" mit Teamkollege Fernando Alonso, der ihn in Ungarn im Qualifying vorsätzlich behinderte, führte Hamilton die WM bis zum letzten Grand Prix in Brasilien an. Er verlor die Krone nur wegen eines Punktes an Kimi Räikkönen. Das entscheidende Malheur war kurz zuvor in China passiert, als er im Regen erst Opfer eines Taktik- und anschließend eines Fahrfehlers in der Einfahrt zur Boxengasse wurde.

Was Hamilton geleistet hatte, war an Superlativen nicht mehr zu übertreffen und brachte sämtliche Experten zum Staunen. Ganz zu schweigen von den britischen Fans, die ihn bis heute vergöttern wie einen Popstar. 2008 übte das Schicksal Wiedergutmachung: Hamilton entschied den WM-Titel in einem hochdramatischen Finale in Brasilien für sich, obwohl ihn Querelen mit der FIA wegen sportlicher Strafen mehrfach zurückgeworfen hatten. Hamilton hatte bis zur letzten Kurve in Sao Paulo einen Punkt zu wenig auf seinem Konto, ehe er auf den letzten Metern an Timo Glock vorbeiging und Felipe Massa den Titel noch entriss: nach wenigen Sekunden des sicher geglaubten Ruhmes.

Doch mit dem sportlichen Erfolg kamen auch die Neider: Zumindest außerhalb von Großbritannien gingen die Sympathiewerte des ersten dunkelhäutigen Formel-1-Champions massiv zurück. 2009 knüpfte er nicht an die Erfolge des Vorjahres an, 2010 wurde er trotz einiger Siege nur WM-Vierter. 2011 erlebte er die bis dahin wohl schwierigste Saison seiner Karriere, denn erstmals hatte er im teaminternen Stallduell gegen Jenson Button das Nachsehen. Außerdem fiel er durch viele Kollisionen, allen voran mit Massa, auf. Auch neben der Strecke ging es turbulent zu: Er erntete dafür scharfe Kritik der Medien, unter anderem, als er in Anspielung auf den Comedian Ali G über die häufigen Strafen der Rennleitung im Scherz bemerkte: "'Cos I'm black!" ("Weil ich schwarz bin!").

2012 rehabilitiere er sich etwas, mehr als WM-Platz vier war aber nicht drin. Zeit für einen Tapentenwechsel: Hamilton, der seit seinem zwölften Lebensjahr von McLaren gefördert worden war, schloss sich 2013 dem Mercedes-Werksteam an und feierte in Ungarn den ersten Sieg in Silber.

Hamilton und Rosberg dominierten unter dem neuen Turbo-Hybrid-Reglement 2014 die Szenerie und stellten die Weichen früh auf ein Teamduell um die Krone. Die Atmosphäre zwischen den Freunden aus Kindertagen kühlte ab, Psychospielchen und Schuldzuweisungen sorgten für Regelungsbedarf seitens der Teamführung. Der Brite zeigte in Qualifyings Nervenschwäche, rehabilitiere sich aber immer wieder durch enormen Rennspeed. Am Ende war es Hamilton, der mit seinem elften Saisonsieg in Abu Dhabi Weltmeister wurde.

2015 wurde die Rivalität mit Rosberg noch intensiver. Hamilton überwand seine Defizite im Qualifying und holte insbesondere zu Beginn des Jahres Pole-Positions am Fließband. Er legte so den Grundstein für den WM-Titel, den er mit harten Manövern gegen den Teamkollegen und seine herausragenden Grundschnelligkeit absicherte. Zehn Saisonsiege waren ein weiteres Zeugnis der ungebrochenen Mercedes-Dominanz. 2016 reichte Hamilton die gleiche Anzahl an Lauferfolgen nicht, um Rosberg ein weiteres Mal zu bezwingen. Vermehrtes Technikpech führte dazu, dass er trotz einer kontrovers diskutierten "Bummeltaktik" beim Saisonfinale Abu Dhabi den Kürzeren zog.

Als Rosberg den Helm an den Nagel hängte und Valtteri Bottas zu Mercedes wechselte, war 2017 die Konkurrenz im eigenen Stall überschaubarer. Hamilton kämpfte mehr gegen ein launisches Auto als gegen Sebastian Vettel und Ferrari. Den vierten WM-Titel holte er schon im drittletzten Rennen und bei der Nummer fünf in der Saison 2018 ließ er sich kaum mehr Zeit. Sahnehäubchen: Hamilton gewann erstmals als schon feststehender Weltmeister Rennen.

2018 und 2019 wiederholte Hamilton seinen WM-Titelgewinn jeweils, unterm Strich mit deutlichem Vorsprung vor der Konkurrenz von Ferrari und Mercedes-Teamkollege Bottas: Die Entscheidung fiel jeweils vorzeitig zugunsten des Briten, der seine Triumphe nicht zuletzt seiner hervorragenden Konstanz verdankte.

Hamilton liefert auch für den Boulevard eine Menge Material. Einige Jahre, allerdings mit mehreren Unterbrechungen, war er mit der Popsängerin Nicole Scherzinger liiert. Die durch die Gruppe "Pussycat Dolls" bekannt gewordene US-Amerikanerin begleitete ihren Lewis häufig an die Strecke. Auch Hamiltons Leidenschaft für Rap-Musik ist immer wieder Thema, für eigene CDs war er auch schon im Tonstudio, mit Stars der Szene ist er eng befreundet. Im heimischen Wohnzimmer läuft meistens MTV. Außerdem schlägt sein Herz für Premier-League-Klub Arsenal London. Seit 2017 ernährt er sich, inspiriert von einer Fernsehdokumentation, vegan. Hamilton ist gläubiger Christ.

Schlagzeilen machte Hamilton mit einem fragwürdigen Schießstand-Video und Bildern von einer exzessiven Party samt Tequilaflaschen, Wasserpfeifen und nackter Haut in den sozialen Netzwerken. Weitere Episoden: ein Verkehrsunfall mit einem Zwei-Millionen-Euro-Sportwagen in Monaco und ein Foto von sich selbst, auf dem sein "bestes Stück" unter seiner Jogginghose zu erkennen war. Bei den britischen Journalisten fiel er in Ungnade, weil er während einer Pressekonferenz mit seinem Smartphone spielte und nach Kritik dafür nicht mehr mit ihnen sprechen wollte.

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