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Zweiter Einsatz für weichste Pirellis in Kanada

Pirelli erwartet für das Rennen in Montreal stärkeren Verschleiß als zuletzt in Monte Carlo, hofft jedoch auf verschiedene Strategien und ein spannendes Rennen

(Motorsport-Total.com) - In Monte Carlo setzte Pirelli zum ersten Mal die beiden weichsten Mischungen aus dem Sortiment ein. Viele Experten und Beobachter gingen davon aus, dass wie bei den Rennen zuvor eine Drei- bis Vierstopp-Strategie eher die Regel als die Ausnahme sein würde. Dennoch schaffte es Sebastian Vettel, den Grand Prix mit nur einem regulären Stopp (sein zweiter Reifenwechsel erfolgte während der Rennunterbrechung in der Startaufstellung) zu gewinnen. Die ersten drei Piloten setzten dabei auf verschiedene Strategien, die alle die Chance zum Sieg ermöglichten.

Nick Heidfeld

In Montreal werden die Pirellis wohl nicht so lange halten wie in Monaco Zoom

"Monaco war ein fantastisches Rennen. Drei Fahrer kämpften mit drei verschiedenen Strategien um den Sieg", sagt ein zufriedener Paul Hembrey, Motorsportchef bei Pirelli. "Aus den uns zu Verfügung stehenden Daten sahen wir, dass Vettel den Grand Prix ohne die rote Flagge auf den gebrauchten Soft-Reifen zu Ende hätte fahren können. Das bedeutet, er hätte 62 Runden oder mehr als 200 Kilometer auf einem Satz Soft-Reifen abgespult."

"Drei Fahrer kämpften mit drei verschiedenen Strategien um den Sieg." Paul Hembrey

In Kanada werden diese beiden Mischungen wieder zum Einsatz kommen. Jedoch unterscheidet sich die Strecke in Montreal von der in Monte Carlo. Zwar ist der Circuit Gilles Villeneuve wie Monaco eine halbpermanente Strecke, jedoch wird viermal aus über 300 km/h abgebremst, was eine hohe Belastung für die Reifen darstellt.

Mehr Boxenstopps in Montreal erwartet

"Die Eigenschaften der Strecke in Kanada lassen dieses Wochenende eine Einstopp-Strategie nicht zu, aber wir hoffen auf ein gutes Rennen. Die Überholmöglichkeiten sollten den Teams mehr Spielraum in der Wahl der Rennstrategie geben", berichtet der Brite. "Die gute Performance der Pirelli-Reifen wurde durch die schnellste je gefahrene Qualifikationsrunde in Monaco aufgezeigt. Es ist ein weiterer Rekord, der zu den über 50 Grand-Prix-Siegen hinzu kommt."

Rubens Barrichello ist als aktiver Fahrer auch der Meinung, dass die Reifen nicht so lange wie in Monte Carlo durchhalten werden: "Die Strecke kann hart zu den Reifen sein. Die Autos fahren mit wenig Abtrieb und die Strecke bietet wenig Grip. Außerdem besitzt die Strecke einige starke Richtungsänderungen, verlangt gute Bremsen und beinhaltet zwei Haarnadeln, die hohe Traktion erfordern", teilt der Brasilianer mit. "In Kurve eins nimmst du als Fahrer viel Geschwindigkeit mit herein und bremst bis zum Scheitelpunkt der Haarnadel. Die Minimalgeschwindigkeit ist gering, jedoch belastet die Traktion die Reifen stark. Ich fahre gerne in Kanada und bin gespannt auf den Einsatz der Pirelli-Reifen."

"Die Autos fahren mit wenig Abtrieb und die Strecke bietet wenig Grip." Rubens Barrichello

Zwei weitere Pirelli-Reifensätze stehen den Fahrern am Freitag während der Freien Trainings zur Verfügung. Diese Reifen sind Testpneus, die der Evaluierung für kommende Rennen dienen sollen. Beide Mischungen besitzen den Härtegrad mittel und dürfen nur am Freitag eingesetzt werden.

Pirelli wird am Sonntag übrigens nach 20 Jahren wieder in Kanada gewinnen. Den bis vor kurzem letzten Pirelli-Sieg in der Formel 1 konnte ein gewisser Nelson Piquet im Jahr 1991 erringen.

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