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Zu gefährlich: FIA lehnt DRS-Zone durch Blanchimont ab

Die FIA hat Bedenken gegen einen Einsatz von DRS in der ultraschnellen Blanchimont-Kurve von Spa - Rennleiter Charlie Whiting: "Nicht wirklich realistisch"

(Motorsport-Total.com) - Die FIA lehnt Anfragen einiger Fahrer ab, beim kommenden Formel-1-Rennen in Belgien DRS durch die schnelle Passage von Blanchimont freizugeben. Zwar hätte es laut Renndirektor Charlie Whiting Gespräche mit Piloten gegeben, doch die Vorschläge seien "nicht wirklich realistisch", wie er sagt. "Obwohl es einige Fahrer gut fanden, mit offenem DRS durch die Kurven 16 und 17 zu fahren", so Whiting.

Blanchimont

In Blanchimont hält die FIA den Einsatz von DRS für zu gefährlich Zoom

Doch der Brite kann sich das nicht vorstellen: "Ich bin nicht sicher, ob das so eine gute Idee ist", sagt er. Im Klartext heißt das, dass die FIA es für zu gefährlich hält, DRS in der Kurve freizugeben, die mit rund 320 km/h durchfahren wird.

Wie gefährlich Blanchimont ist, hat sich im Jahr 2001 gezeigt, als Luciano Burti (Prost) bei einem Zweikampf mit Eddie Irvine (Jaguar) abflog und unter die Reifenstapel geriet. Der Brasilianer wurde dabei so schwer verletzt, dass er den Rest der Saison verpasste und danach nie wieder ein Formel-1-Rennen fuhr.

2015 verunfallte der Niederländer Daniel de Jong während eines Rennens der GP2-Serie, als er zuvor mit Pierre Gasly aneinandergeraten war. De Jong erlitt bei dem Unfall einen Wirbelbruch und fiel drei Monate aus.

Romain Grosjean

Romain Grosjean war eines der Opfer der DRS-Freigabe in Silverstone Zoom

Die FIA hatte zuletzt jedoch zwei Mutkurven in neue DRS-Zonen eingebaut. Für Aufsehen sorgte vor allem die Entscheidung, den Klappflügel auf der Start- und Zielgerade von Silverstone freizugeben, weil Kurve 1 ein ultraschneller Rechtsknick ist, der nur knapp voll geht. Mit Romain Grosjean (Haas) und Marcus Ericsson (Sauber) gab es an dieser Stelle auch zwei größere Unfälle. Zwei Wochen später war auch in Hockenheim Kurve 1 theoretisch mit offenem Flügel fahrbar.

Vor einigen Jahren konnten die Fahrer DRS in den Trainingssession sogar außerhalb einer DRS-Zone nutzen, doch Esteban Ocon (Force India) hält das für nicht mehr zeitgemäß: "Damals war es ein kleineres DRS, heute ist es groß", so der Franzose, der an die Unfälle von Silverstone erinnert. "Es fühlt sich seltsam an, wenn man keinen Abtrieb am Heck hat und sich das Auto stark bewegt. Man kann plötzlich alles verlieren."


Fotostrecke: Triumphe & Tragödien in Belgien

Er ist zufrieden damit, wie DRS aktuell eingesetzt wird, auch wenn die Fahrer mehr Mut beweisen müssten, wenn eine Kurve mitten in der DRS-Zone liegt.

Übrigens: Die DRS-Zonen bleiben damit in Spa an den bisher bekannten Stellen: Die erste ist auf der kurzen Start- und Zielgeraden, die zweite befindet sich auf der Kemmel-Geraden vor Les Combes und wird 2018 100 Meter länger sein als bisher. Allerdings beginnt die Zone weiterhin erst nach Eau Rouge und Raidillon, die ähnlich wie Blanchimont wohl zu gefährlich für einen Einsatz sind.

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