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Wolff verteidigt Hamiltons Solo-Start: "Zu 100 Prozent die richtige Entscheidung"

Toto Wolff hat die Entscheidung verteidigt, Lewis Hamilton beim Neustart auf Intermediates zu lassen: Der Brite war der einzige Fahrer im Grid

(Motorsport-Total.com) - Den Start in Indianapolis 2005 mit sechs Formel-1-Autos kennt jeder Fan, doch der Neustart in Ungarn am heutigen Sonntag toppte das Bild von damals noch einmal. Denn mit Lewis Hamilton stand diesmal nur ein einziges Fahrzeug im Grid, als die Ampel von Rot auf Grün sprang. Alle anderen noch im Rennen befindlichen Piloten waren hingegen an die Box gefahren.

Lewis Hamilton (Mercedes) vor Esteban Ocon (Alpine) während des Formel-1-Rennens 2021 in Ungarn

Lewis Hamilton war der einzige, der sich beim Restart in den Grid stellte Zoom

Die Konkurrenz holte sich auf abtrocknender Strecke Slicks, während Hamilton als Erster auf Intermediates draußen geblieben war. "Ja, das war ein bisschen einsam", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff über diese kuriose Szene.

Zwar bog Hamilton nach dem Start ungefährdet als Erster in die erste Kurve ein, dennoch bezahlte der Brite diese Entscheidung teuer: Denn wenig später fuhr auch Hamilton zum Reifenwechsel an die Box und fand sich an letzter Stelle wieder.

Trotzdem verteidigt Wolff die Strategie: "Es war zu 100 Prozent die richtige Entscheidung, und dazu stehe ich", sagt er. "Am Ende des Tages musst du da draußen entscheiden und einschätzen, ob es trocken genug ist oder nicht. Ich dachte, dass es innerhalb von einer Runde nicht so auftrocknen könnte, wie es am Ende war", so der Österreicher.

"Das müssen wir so hinnehmen, dass der Ausgang falsch war. Aber die Entscheidung war richtig", sagt Wolff.

Denn Mercedes hatte ausgerechnet, dass Hamilton ohnehin Positionen verloren hätte, wenn er in die Box gefahren wäre. Denn weil die Mercedes-Box die erste in der Boxengasse ist, hätte Hamilton wohl mehrere Autos vorbeilassen müssen, um keine unsichere Freigabe zu riskieren. "Wir haben berechnet, dass wir als Sechster wieder rausgefahren wären", sagt Wolff.

Er weiß, dass man laut Volksmund hinterher immer schlauer ist. "Natürlich kann man im Nachhinein sagen, dass es falsch war. Aber zu diesem Zeitpunkt stehe ich zu 100 Prozent dazu", sagt er. "Ich denke nicht, dass es ein Fehler war."


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Zumal Mercedes auch mit der Entscheidung das Rennen noch hätte gewinnen können. Denn Hamilton befand sich später im Rennen wieder auf Siegkurs, bis er von Fernando Alonso aufgehalten wurde. "Dadurch hat Esteban [Ocon] das Rennen gewonnen, und das ist gut."

"Und vielleicht ist es Karma", sagt Wolff nach dem Startunfall zwischen Valtteri Bottas und den beiden Red Bull. "Vielleicht hatten wir die vollen 25 Punkte heute nicht verdient."