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Wolff rätselt über Brexit-Folgen: "Darf ich hier noch arbeiten?"

Mercedes steht im Falle eines harten Brexits vor zahlreichen Herausforderungen, will sein Formel-1-Team deshalb aber nicht in die EU verlegen - Auch Red Bull betroffen

(Motorsport-Total.com) - Zahlreiche Formel-1-Teams sind von dem bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union betroffen. Besonders in die Klemme geraten könnte im Falle eines harten Brexits aber die Mercedes-Mannschaft - ein Konstrukt, das als eigenständiges Unternehmen (als "Limited" ähnlich einer deutschen GmbH) im mittelenglischen Brackley ansässig ist, aber von seinen Teilhabern Toto Wolff, Niki Lauda sowie der Daimler AG gesteuert wird und grenzübergreifend operiert.

Toto Wolff

Brexit-Folgen: Toto Wolff steht möglicherweise vor ungeahnten Problemen Zoom

Es kommt auf organisatorischer Ebene eine Verzahnung mit der Motorenfabrik in Brixworth und dem Mercedes-Hauptstandort in Stuttgart hinzu, was in Zukunft Schwierigkeiten bereiten könnte. "Logistik und Buchhaltung, der Zoll, der Grenzübertritt von Waren", meint Sportchef Wolff mit Blick auf die Zukunft, "es wird viel komplexer und die Sache sicher nicht einfacher machen."

Kann ein Teil noch schnell über Nacht und kostenlos vom europäischen Festland importiert werden, wenn es keinen freien Warenverkehr mehr gibt? Solche Fragen stellen sich Mercedes in Zukunft.

Hinzu kommen arbeitsrechtliche Probleme. "Ob man nach wie vor so eine Multikulti-Belegschaft haben kann oder ob es einfach gewisse Limits (für Nicht-Briten; Anm. d. Red.) geben wird", fragt Wolff und überlegt auch, inwiefern er persönlich betroffen sein könnte - schließlich befindet sich sein Büro in Brackley und nicht in Stuttgart. "Die Frage, ob ich dort noch arbeiten darf, stellt sich."


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Mercedes steht mit möglichen Brexit-Problemen nicht alleine da: Auch Red Bull und Renault müssen Brücken zwischen den Konzern-Hauptsitzen in Österreich respektive Frankreich und Formel-1-Standorten auf der Insel schlagen. Bestrebungen, aus Brackley abzuwandern, gibt es bei den Silberpfeilen nicht: "Wir haben eine Infrastruktur vor Ort, die jahrelang aufgebaut worden ist", sagt Wolff.

Man müsse lernen, mit politischen Gegebenheiten umzugehen, statt Unsummen in eine Umsiedlung zu investieren. Wolff wünscht, Geduld zu bewahren und abzuwarten, wie sich die Umsetzung des Brexits vor dem Hintergrund des Handelskrieges zwischen den USA, China und der EU entwickelt. "Wo das alles hingeht, was da abläuft, ist mir völlig schleierhaft", rätselt er. "Ich glaube, wir sind in einem Live-Experiment. Vielleicht sind wir in einer großen Glaskuppel wie in der Truman Show."

Dass sich ein Formel-1-Team über Handelsgrenzen hinweg betreiben lässt, zeigt das Beispiel Haas: Die US-Amerikaner operieren von ihrem Hauptsitz in North Carolina und einer Dependance im englischen Banbury genau wie vom Dallara-Standort im italienischen Parma aus - ohne Probleme.

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