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Brexit-Folgen: 600.000 Pfund Mehrkosten pro Formel-1-Saison?

Der Brexit stellt die ohnehin zu teure Formel 1 vor neue Herausforderungen, doch die Teamchefs sehen den nahenden Austritt Großbritanniens aus der EU (noch) gelassen

(Motorsport-Total.com) - Der Brexit wird nicht nur für Europa, sondern auch für die Formel 1 zu einer Belastungsprobe unklaren Ausmaßes. Schließlich hat kaum ein anderes Land eine so große Bedeutung für die Königsklasse wie Großbritannien: Sieben von elf Rennställen haben dort ihren Hauptsitz, ein weiteres lässt sein Rennteam von dort operieren. Wie der englische TV-Sender 'Sky Sport News' berichtet, muss jedes von ihnen laut ersten Schätzungen mit Mehrkosten bei der Logistik von bis zu 600.000 Pfund pro Saison rechnen.

Silverstone

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Noch sehen die Teamchefs aber keinen Handlungsbedarf. "Es gab viele Vorhersagen, was im Falle des Brexit passiert, und sie sind nicht eingetreten", bemerkt Renault-Geschäftsführer Cyril Abiteboul und sieht einen ersten positiven Effekt. So habe man bei Sponsorenverträgen in Dollar vom geschwächten Pfund profitiert. "Wir werden sehen müssen, wie sich das langfristig entwickelt, weil das keine nachhaltige Situation ist", gibt Abiteboul zu.

"Dann müssen wir uns die Bewegung des Personals anschauen, denn natürlich müssen wir Talente aus aller Welt anlocken und sicherstellen, dass Großbritannien ein Ort bleibt, der diese Talente willkommen heißt, egal, woher sie kommen", betont der Renault-Chef weiter, dessen Mitarbeiter sich vor allem zwischen Frankreich und dem United Kingdom bewegen. Zuletzt hatte Renault sein Personal in Enstone deutlich aufgestockt - Tendenz weiter steigend.

Formel 1 wichtiger Bestandteil britischer Industrie

Weniger Sorgen bereitet Abiteboul indes der Warentransport, da Renault seine Motoren nicht verkaufe, sondern auf Leasing-Basis vertreibe. "Der Besitz geht damit nicht an ein britisches Unternehmen über. Das gilt für alle unsere Kunden", erklärt der Teammanager. Derzeit stattet der französische Hersteller Red Bull und das Schwesterteam Toro Rosso mit Antriebseinheiten aus.

Generell lege sich Renault keinen Notfallplan zurecht oder plane einen Umzug, wenn Großbritannien 2019 endgültig aus der Europäischen Union ausscheidet: "Wir bauen gerade neue Gebäude in Enstone, wir haben also nicht wirklich den Plan wegzuziehen. Wir gehen noch immer davon aus, dass die Leute vernünftig sein werden, und wir vertrauen darauf, dass Großbritannien seine Industrie und den Motorsport als wichtigen Teil davon schützen wird."


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Tatsächlich gibt es in Großbritannien über 40.000 Angestellte, deren Arbeitsplätze direkt von der Motorsport-Industrie abhängen. Der geschätzte Jahresumsatz auf der Insel liegt bei über zehn Milliarden Euro. Formel 1 und Co. Sind folglich ein nicht unbedeutender Wirtschaftszweig. Daher hofft auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff, dass alles gutgehen wird: "Ich mag es, in Großbritannien zu arbeiten, und würde es gerne so beibehalten."

Force Indias Co-Teamchef Robert Fernley scherzt indes, dass es ohnehin nicht viel komplizierter werden könne: "Unglücklicherweise bin ich ein wenig älter als meine beiden Kollegen und kann mich noch daran erinnern, wie es war, bevor wir die EU hatten. Wir haben auch heute noch schrecklich viele Rennen und müssen dabei schrecklich viele gesetzliche Vorschriften beachten. Daher ist mir nicht bange."

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