powered by Motorsport.com
  • 07.08.2001 · 20:56

  • von Fabian Hust

Williams baut komplett neues Chassis

Für die letzten vier Rennen der Saison wird das Williams-Team mit einem komplett neuen Chassis ausrücken

(Motorsport-Total.com) - Einem Bericht der 'auto, motor und sport' zufolge wird BMW-Williams die letzten vier Rennen mit einem komplett neuen Chassis an den Start gehen. Das Chassis mit der Bezeichnung FW23B ist so stark verändert, dass alle Crashtests wiederholt werden müssen. Angeblich soll das Team in diese ungewöhnliche Maßnahme 7 Millionen Mark investieren, die in Spa-Francorchamps beim Großen Preis von Belgien am 2. September ihr Debüt feiern wird.

Ralf Schumacher

Auf Strecken wie Hockenheim ist der BMW-Williams konkurrenzfähig

Dass der FW23 kein schlechtes Chassis sein kann zeigt die Tatsache, dass Ralf Schumacher drei von zwölf Rennen gewinnen konnte, jedoch zeigte das Auto seine Stärken nur auf schnellen Strecken wie Imola, Montreal und zuletzt in Hockenheim. Auf Strecken, auf denen mehr Abtrieb gefahren wird, war Ferrari deutlich überlegen. Mit dem neuen Chassis will man diesen Rückstand verringern.

Nach Angaben des Fachmagazins werden die Blau-weißen in Spa zur Sicherheit mit jeweils zwei Autos des neuen FW23B und des alten FW23 anrücken. Der FW23B ist mit einem nach oben gerichteten Auspuffsystem versehen, das man beim letzten Monza-Test bereits ausprobierte. Ferrari, Sauber, Prost und Jaguar setzten zum Teil seit Jahren auf diese Lösung, die wegen einer kürzeren Länge des Auspuffs bis zu 5 PS mehr aus dem Motor herausgekitzelt werden können.

Die kostspielige Entscheidung hat einen Hintergedanken: Man möchte mit der Zwischenentwicklung bereits Erfahrungen für die kommende Saison sammeln, in der man bereits um den WM-Titel fahren möchte - ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Die Erkenntnisse, die man mit dem neuen Chassis sammelt, werden in das neue Auto, den FW24, für 2002 einfließen. Normalerweise hätte man für die Wintertests ein so genanntes Interimschassis bauen können, doch da in diesem Jahr auch der Dezember testfrei ist, bleibt keine Zeit mehr, eine Zwischenlösung auszuprobieren.