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Weigl: "Unser Angebot liegt auf dem Tisch"

Unternehmenschef Fran-Josef Weigl erklärt die Hintergründe zum möglichen Deal mit Super Aguri - Warten auf die Honda-Zustimmung

(Motorsport-Total.com) - Nach monatelangem Bangen um die Zukunft des Rennstalls Super Aguri ist die Lösung nun offenbar greifbar nah. Die deutsche Weigl-Gruppe hat öffentlich erklärt, dass man Interesse an einer Finanzierung des japanischen Teams habe und somit den Fortbestand der Mannschaft von Aguri Suzuki langfristig sichern wolle. Bisher gibt man sich beim Hauptanteilseigner Honda allerdings skeptisch, ob hinter dem Bemühen ein ernsthaftes Interesse steht.

Super-Aguri-Team

Die deutsche Unternehmensgruppe Weigl zeigt ernsthaftes Interesse an Super Aguri

Unternehmenschef Franz-Josef Weigl versucht, die letzten Zweifler zu überzeugen. "Ich bin für das entscheidende Treffen sehr optimistisch", sagte Weigl gegenüber 'autosport.com'. "Ich glaube, dass Honda ebenso wie ich erkennt, dass es für das Formel-1-Geschäft wichtig ist, dass man weiterhin Privatteams hat. Wir wollen gemeinsam mit Honda eine konsequente Lösung finden, denn sonst hat das Team keine Zukunft."#w1#

Erst wenige Stunden zuvor hatte Honda-Geschäftsführer Nick Fry seine Zweifel an dem anstehenden Deal zwischen Super Aguri und der Weigl-Gruppe geäußert. Er halte es für unwahrscheinlich, dass ein Unternehmen solcher Größe ein Formel-1-Team unterhalten könne. "Herr Fry wird also überrascht sein, wenn wir es doch schaffen", so Weigl. "Ich denke, er sollte glücklich sein, dass er ein privates Team in der Hinterhand hat, denn ich denke Honda kann auch von Super Aguri profitieren."

Nick Fry

Honda-Geschäftsführer Nick Fry hat Zweifel am Angebot der deutschen Weigl-Gruppe Zoom

"Ich verstehe nicht, warum er so konsequent gegen das Überleben von Super Aguri arbeitet", kritisierte der deutsche Unternehmenschef. "Ich verstehe das nicht, weil er ganz bestimmt von uns auch profitieren wird." Fry hatte die Finanzkraft der Unternehmens-Gruppe skeptisch gesehen - auch dazu äußerte sich Weigl: "Ich würde das nicht tun, wenn es mich oder mein Geschäft in Gefahr brächte. Ich habe Investoren an meiner Seite. Sonst könnte ich das nicht machen."

Die Namen seiner Partner wollte Weigl bisher nicht nennen, es handele sich aber um ernsthafte Interessenten am Formel-1-Business. "Es ist eine Investmentgruppe und das Paket ist geschnürt. Wir wollen alle Bausteine zusammenfügen, um 2010 ein neues Auto zu bauen. Es ist ein seriöses Angebot und es wird Super Aguri ein langfristiges Überleben sichern." Zu den gewünschten Bausteinen zählt auch weiterhin ein Honda-Kundenmotor. Die Beziehungen zum japanischen Hersteller sollen also nicht gänzlich gekappt werden.

In der kommenden Woche soll bei Honda über das Angebot der Weigl-Gruppe entschieden werden. Der Unternehmenschef will sich nicht persönlich an den Gesprächen in Japan beteiligen. "Mein Angebot liegt auf dem Tisch. Honda kann nun also Ja oder Nein sagen. Ich habe keinen Einfluss darauf. Ich hoffe das sie - und auch Herr Fry - sich damit einverstanden erklären, damit Super Aguri überleben kann", machte Weigl den Stand der Dinge noch einmal deutlich.