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Warum Hamilton seine Strafe nicht in Monza absitzen wollte

Mit dem Komponentenwechsel in Spa könnte sich Mercedes ein Eigentor geschossen haben - Eine Strafversetzung in Monza wäre nicht unbedingt vorteilhafter gewesen

(Motorsport-Total.com) - Bei Mercedes herrscht im Vorfeld des Belgien-Grand-Prix Uneinigkeit darüber, ob es die richtige Entscheidung war, Motorenstrafen für Lewis Hamilton in Spa-Francorchamps in Kauf zu nehmen und den Weltmeister vom letzten Startplatz respektive aus der Boxengasse aus ins Rennen gehen zu lassen. Während der Brite keine Alternative zum sauren Apfel erkennt, runzelt Sportchef Toto Wolff nach dem Qualifying die Stirn: "Rückblickend wäre Monza vielleicht die bessere Wahl gewesen", sagt der Österreicher.

Lewis Hamilton

Hamilton musste wegen Antriebsschäden in den sauren Apfel beißen Zoom

Denn die Konkurrenz aus dem Red-Bull- und dem Ferrari-Lager ist auf der Ardennen-Achterbahn erstaunlich stark, Mercedes' Vorsprung überraschend geschrumpft. Da es während des Rennens wohl nicht regnet und die Hitze dafür sorgt, dass der Reifenverschleiß bei aggressiver Fahrweise enorm ist, steht Hamilton wahrscheinlich eine Mammutaufgabe mit zusätzlichen Boxenstopps bevor.

"Es wird sehr schwierig, Plätze aufzuholen", räumt auch Wolff ein. "Aber mit den Informationen, die uns im Vorfeld vorlagen, bin ich überzeugt, dass es richtig war, früh neue Antriebskomponenten einzubauen." Hamilton glaubt, dass Mercedes unter taktischen Gesichtspunkten keine andere Wahl gehabt hätte. Er sagt: "Ich hätte die Strafe nicht in Monza antreten können, weil ich mit dem Antriebsstrang nicht die Renndistanz mit der vollen Beanspruchung des Motors geschafft hätte."

Ergo wäre Hamilton selbst mit einer Pole-Position ein leichtes Opfer für die Red Bull und Ferrari gewesen. Er hätte jedoch im italienischen Topspeed-Mekka auf frische PS vertrauen können.


Fotos: Lewis Hamilton, Großer Preis von Belgien


Bei Mercedes gab es zudem die Überlegung, absichtlich die dritte Verwarnung in der laufenden Saison von der Rennleitung und somit eine weitere Strafversetzung um zehn Plätze zu kassieren - um dem mit zwei Strafzetteln vorbelasteten Hamilton für den Rest des Jahres eine weiße Weste zu verschaffen. "Natürlich haben wir das besprochen", räumt der Brite ein. "Aber es hätte bedeutet, dass wir etwas Illegales hätten machen müssen - etwas, das potenziell die Sicherheit gefährdet."

Nicht unbedingt: Eine Verwarnung hagelt es beispielsweise auch, wenn ein Pilot nicht zur FIA-Pressekonferenz erscheint. Doch Hamilton winkt ab, weil er nicht unsportlich sein will: "Das ist nicht unsere Art." Außerdem befürchteten die Silberpfeile, dass der Schuss nach hinten losgehen könnte: "Sie hätten auch entscheiden können, dass ich die Rückversetzung um zehn Plätze beim nächsten Rennen hätte antreten müssen", sagt Hamilton. "Dann wäre es keine kluge Idee gewesen."

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