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VW-Entscheidung für Formel-1-Einstieg: Das sind die Reaktionen!

Was sagen Christian Horner, Aston Martin, der VW-Konzern und Beat Zehnder über die Gerüchte, die sich seit Donnerstag überschlagen? Wir haben recherchiert!

(Motorsport-Total.com) - Der Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns hat am Donnerstag in Wolfsburg grünes Licht für einen Formel-1-Einstieg seiner beiden Marken Porsche und Audi erteilt. Damit ist die letzte formelle Hürde für ein Antreten von Porsche und Audi im Grand-Prix-Sport - und zwar gegeneinander, so wie einst in Le Mans - aus dem Weg geräumt.

Fotomontage: Red-Bull-Porsche RB18

Fotomontage: So könnte Red-Bull-Porsche ab der Saison 2026 aussehen Zoom

Für Branchenkenner kam die Nachricht am Donnerstagabend wenig überraschend. Bereits im März 2021 hat 'Motorsport-Total.com' unter der Headline "Der VW-Konzern und die Formel 1: So könnte das was werden!" erstmals über das Thema berichtet. Was damals von vielen als Spinnerei belächelt wurde, ist jetzt Beschlusslage: Der Einstieg von zwei VW-Marken in die Königsklasse.

"Ich weiß schon lang davon", wirkt etwa der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton wenig überrascht. Kein Wunder: Er ist eng mit Mercedes-Teamchef Toto Wolff vernetzt, und der gilt bei allen sportpolitischen Themen als bestens informiert.

Die Story von 'Motorsport-Total.com', wonach Porsche bereits mit Red Bull handelseins ist, Audi aber noch keinen Partner gefunden hat, hat sich indes seit Donnerstagabend erhärtet. Auch die Gerüchte über angeblich "fortgeschrittene Verhandlungen" zwischen Audi und Aston Martin werden zumindest von offizieller Seite nicht dementiert.

Spekulationen über Non-Dementi von Aston Martin

Man habe zwar derzeit "keine alternativen Pläne" zum bestehenden Vertrag mit Mercedes, lässt ein Aston-Martin-Sprecher auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' ausrichten. Aber: "Man sollte in der Formel 1 niemals nie sagen. Wir erkunden mit unserem neuen strategischen Partner Aramco aktiv Möglichkeiten."

Was hinter diesem Non-Dementi steckt, darüber wird in Insiderkreisen jetzt wild spekuliert. Lawrence Stroll verhandle schon länger mit Audi, und die Story über eine angebliche Ehe zwischen Audi und McLaren habe man in Ingolstadt nur als Ablenkungsmanöver gespielt, heißt es auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite wird behauptet, nicht Audi, sondern Stroll erzähle die Geschichte hinter vorgehaltener Hand weiter. Um Druck auf seine Partner auszuüben. Einerseits auf den Mercedes-Konzern, der mit der Aston-Partnerschaft schon mal zufriedener gewesen sein soll.

Andererseits vielleicht auf Titelsponsor Aramco, der sich dem Vernehmen nach auch einen Kauf von Aston Martin grundsätzlich vorstellen könnte. Gerüchte über einen Verkauf an Audi würden den Preis in die Höhe treiben und Stroll durchaus gelegen kommen.

Horner über Porsche: "Wäre nur logisch"

Bei Red Bull versucht man indes so gut es geht, den angeblichen Deal mit Porsche möglichst klein zu halten, solange nichts offiziell kommuniziert ist. Es sei "eine großartige Neuigkeit" für die Formel 1, dass zwei Marken wie Audi und Porsche einsteigen, "und es wäre nur logisch für uns, mit ihnen zu sprechen", sagt Teamchef Christian Horner.

An den Plänen für Red Bull Powertrains, wo "in Kürze" zum ersten Mal ein Einzylinder-Prototyp auf dem Prüfstand laufen soll, ändere die Aufsichtsratsentscheidung in Wolfsburg aber nichts, unterstreicht er. Red Bull Powertrains an einen neuen Partner zu übertragen, wäre "ganz leicht", sagt Horner immerhin - und ergänzt: "Aber nur mit dem richtigen Partner."

Klar ist auch: Wenn Porsche 2026 kommt, wird nicht nur Red Bull Racing, sondern auch AlphaTauri beliefert. Das wäre zumindest "aus Motorensicht logisch und würde total Sinn ergeben", nickt Horner. AlphaTauri-Teamchef Franz Tost sagt gegenüber 'Motorsport-Total.com': "Nur wenn wir die gleiche Powerunit haben, können wir die Synergien optimal nutzen."

Tost: AlphaTauri baut voll auf Synergien

"Vor ein paar Jahren, als wir noch einen anderen Motor hatten als Red Bull Racing, war das ein echter Albtraum. Wir mussten unser eigenes Getriebe bauen und viele andere Teile, die wir derzeit einfach von Red Bull Technology beziehen können. Das macht alles viel einfacher und auch billiger. Es ergibt ja keinen Sinn, dass wir selbst ein Getriebe designen und bauen."

Im Interview mit 'Sky' bestätigt Tost "Gespräche" zwischen Red Bull und dem Volkswagen-Konzern. Aber er beteuert: "Sie haben noch nicht hundertprozentig bestätigt, dass man es macht." Warum diese offizielle Bestätigung bisher noch nicht erfolgt ist, das erklärt übrigens ein aktuelles Video auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de (Kanal jetzt kostenlos abonnieren!).


Erklärt: Das bedeutet das Ja des VW-Aufsichtsrats

Christian Nimmervoll beantwortet die brennendsten Fragen zur Entscheidung am 7. April - ein Tag, der in die Geschichte der Formel 1 eingehen wird. Weitere Formel-1-Videos

Die offizielle Konzernsprachregelung lautet: "Eine Entscheidung für einen Einstieg ist noch nicht gefallen. Wir befinden uns in der finalen Phase der Bewertung. Noch liegt das neue Reglement für 2026 und Folgejahre nicht vor. Es sieht weitreichende Änderungen für einen nachhaltigeren Sport vor und ist Voraussetzung für einen möglichen Einstieg."

Zehnder flirtet mit Volkswagen-Konzernmarken

Übrigens: Ein Bericht von 'auto motor und sport', wonach Audis Wunschpartner nicht Aston Martin, sondern Sauber sein soll, wird von den Beteiligten bisher nicht dementiert. Sauber-Teammanager Beat Zehnder sagt im Interview mit 'Sky': "Wir kennen die deutschen Automobilhersteller. Wir haben in der Gruppe C mit Stuttgart zusammengearbeitet und später mit München. Jetzt wäre Ingolstadt auch noch ganz was Schönes!"

Zehnder hält Sauber für einen "attraktiven Partner" für jeden Hersteller, der in die Formel 1 einsteigen möchte. Allerdings wäre er in solche Verhandlungen nicht involviert: "Das findet auf einer anderen Ebene statt, auf der Ebene der Eigentümer. Aber wir wären sicher ein attraktiver Partner. Nicht nur für Audi, sondern auch für Porsche."

Vieles bleibt vorerst diffus in Zusammenhang mit der Entscheidung des Volkswagen-Aufsichtsrats, viele Fragezeichen können inzwischen aber auch ausgeräumt werden. Den Versuch, die Nachrichtenlage verständlich zu ordnen, hat Chefredakteur Christian Nimmervoll (Hier geht's zu seiner Facebook-Seite!) mit einem aktuellen Erklärvideo auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de gemacht.

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