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Vater fürchtet: Kevin Magnussen 2017 ohne Formel-1-Cockpit

Bis Freitag hat Renault Zeit, die Option auf Kevin Magnussen zu ziehen: Wieso sein Vater das Schlimmste befürchtet und welche Hinweise Teamchef Vasseur gibt

(Motorsport-Total.com) - Die Entscheidung im Renault-Cockpitpoker steht unmittelbar bevor. Bis 14. Oktober haben die Franzosen Zeit, die Option auf Kevin Magnussen zu ziehen, nachdem der Däne damit einverstanden war, die Frist um zwei Wochen zu verlängern. Sein Vater, Ex-Formel-1-Pilot Jan Magnussen, fürchtet gegenüber der dänischen Zeitung 'BT' währenddessen, dass der 24-Jährige wie vor zwei Jahren leer ausgehen könnte: "Natürlich tue ich das. Es handelt sich schließlich um die Formel 1, und man kann sich auf nichts verlassen. Am Ende ist es die Entscheidung von Renault - und sie müssen sie sehr bald treffen."

Kevin Magnussen

Kevin Magnussen muss befürchten, von Renault vor die Tür gesetzt zu werden Zoom

Im Fahrerlager ist es ein offenes Geheimnis, dass Renault derzeit alles tut, um Nico Hülkenberg ins Werksteam zu lotsen. Und Teamchef Frederic Vasseur macht kein großes Geheimnis daraus, dass Magnussen in seinen Plänen bestenfalls als Notnagel eine Rolle spielt. "Ein Deutscher und ein Franzose? Das klingt gut", spielt der Franzose auf eine Fahrerpaarung mit Hülkenberg und Manor-Pilot Esteban Ocon an. "Ein Deutscher mit einem Russen oder einem Finnen wäre aber auch interessant. Es gibt viele mögliche Kombinationen."

Mit dem Russen ist Testpilot Sergei Sirotkin gemeint, der viel Geld mitbringt. Vor allem Williams-Pilot Valtteri Bottas steht aber auf der Liste des Teams. Für Jan Magnussen ist klar, dass die Karriere seines Sohnes auch nach einer möglichen Renault-Absage nicht zu Ende ist: "Mir ist klar, dass er gerne bei Renault bleiben würde und beim Aufbau des Teams helfen will, aber sollte das nicht passieren, dann gibt es andere Möglichkeiten. Er hat noch Zeit etwas anderes zu finden."

Obwohl Renault in der Konstrukteurs-WM mit acht Punkten - sieben davon durch Magnussen - nur auf dem neunten Platz liegt, ist der Rennstall eine attraktive Option: Durch die Werksunterstützung ist mit einem baldigen Aufschwung des ehemaligen Lotus-Teams zu rechnen, außerdem deuten auch die vergangenen Rennen an, dass Renault auf dem Vormarsch ist.

"Das Tempo war wirklich gut, und ich war so schnell wie Massa im Williams", meinte Jolyon Palmer nach dem Grand Prix von Japan, bei dem Renault punktelos blieb, weil es keine Ausfälle gab und man im Qualifying unter Wert geschlagen wurde. "Wir haben es jetzt ins Mittelfeld geschafft. Wenn wir jedes Rennen so auftreten, dann würden wir meistens punkten, denn normalerweise gibt es im Vorderfeld ein paar Ausfälle."