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Umbau-Idee in Monza: Das Ende der Curva Grande?

Die Grand-Prix-Strecke von Monza steht vor einer einschneidenden Veränderung: Laut italienischer Medien soll eine blinde Schikane die Curva Grande ersetzen

(Motorsport-Total.com) - Wem bereits die letztjährige Asphaltierung der Auslaufzone an der Parabolica-Kurve wehtat, der muss nun ganz stark sein: Das traditionsreiche Autodromo Nazionale di Monza, auf dem seit 1950 die Grands Prix von Italien ausgetragen werden, steht erneut vor einer einschneidenden Veränderung. Hauptsächlich für Motorrad-Rennen ist die Modifizierung der Curva Grande und das Einführen einer neuen Schikane geplant. Auch die Formel 1 könnte in naher Zukunft diesen anderen Weg einschlagen.

Curva Grande

Gerät die schnelle, langgezogene Curva Grande bald in Vergessenheit? Zoom

Wie die italienische 'Gazzetta dello Sport' berichtet, arbeitet Streckendesigner Jarno Zaffelli an der Reaktivierung eines Streckenabschnitts, der bereits von 1938 bis 1954 genutzt wurde, und auf dem Satellitenbild noch zu erkennen ist. Demnach soll eine neue Schikane hinzugefügt werden. Die Links-Rechts-Kombination müsste blind angefahren werden, weil es einen Höhenunterschied von 2,5 Metern geben würde. Der Gedanke kam im Zuge der Rückkehr der Superbike-WM nach Monza auf und könnte auch für die Langstrecken-WM (WEC) attraktiv sein.

Nun steht im Raum, ob sich die Formel 1 der neuen Streckenführung anschließt und auf die charakteristische Curva Grande verzichtet. Die etwa 300 Meter lange Rechtskurve erfordert nicht nur ein mutiges Vertrauen in den Gasfuß. Sie gehört auch zum Bild der historischen, wenn auch modernisierten Rennstrecke, wie es einst die berüchtigten Steilkurven getan haben. Spannende Duelle, wie das von Sebastian Vettel und Fernando Alonso 2011 und dessen Neuauflage ein Jahr später, wurden in der Curva Grande ausgetragen.

Vettel soll es allerdings Gerüchten zufolge auch sein, der die neue Variante bereits im Simulator getestet habe. Sein Urteil sei überaus positiv ausgefallen. Es wird ebenfalls berichtet, dass Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting ein Fan der Schikanen-Idee sei, während Bernie Ecclestone der Gedanke nicht schmecken soll, da die MotoGP davon angelockt werden könnte.

Der Formel-1-Boss steckt ohnehin noch immer in Verhandlungen mit den Streckenbetreibern. Ob die Königsklasse auch über 2016 hinaus in Monza fährt, ist noch nicht sicher. Das neue Projekt, das bis zu vier Millionen Euro kosten soll, könnte dabei ebenfalls eine Rolle spielen.