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Toto Wolff: Monaco ist Mercedes' neues Singapur

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sieht Mercedes als schwache Strecke für das Team an, wie einst Singapur - Antworten auf die Schwäche noch nicht gefunden

(Motorsport-Total.com) - Wenn es nicht läuft, dann läuft es nicht. Das musste Mercedes am Sonntag beim Großen Preis von Monaco schmerzvoll erfahren. Valtteri Bottas schied nach einem Problem beim Boxenstopp aus, Lewis Hamilton rettete immerhin einen glanzlosen siebten Platz ins Ziel. Doch generell hatte man an diesem Wochenende nicht das Gefühl, als würde Mercedes in Monte Carlo siegfähig sein.

Lewis Hamilton

Mit Monaco kam Mercedes in diesem Jahr nicht gut zurecht Zoom

Für Motorsportchef Toto Wolff setzt sich damit ein Trend fort, den er in den vergangenen Jahren erkannt haben will: "Monaco war nie ein guter Ort für uns. Es gab in Sachen Pace zwar Ausreißer nach oben wie 2019, aber es ist ähnlich wie in Singapur in der Vergangenheit", sagt er. Auch dort kam Mercedes eine ganze Weile nicht gut zurecht, auch wenn man die restliche Saison dominant war.

Ob man angesichts der jüngsten Bilanz wirklich von einer Angststrecke sprechen kann, sei dahingestellt: Mercedes konnte seit Beginn der Turboära fünf Rennen in Monaco gewinnen, Red Bull, von denen immer gesagt wird, dass ihnen Monaco besonders gut liegen würde, gerade einmal zwei.

"Haben keine Antwort"

Doch Wolff betont, dass die Silberpfeile in Monaco immer etwas im Hintertreffen seien. "Es scheint eine Art verfluchte Strecke für uns zu sein. Auch in Singapur hatten wir den Problemen lange Zeit nicht auf den Grund gehen können." Und auch die Probleme im Fürstentum sind für ihn etwas mysteriös.

"Es ist irgendwie in der DNA verankert. Die Antwort ist aber nicht immer einfach zu finden", so der Österreicher. "Du baust ein Auto für 23 Rennen, und es wird immer Ausreißer in beide Richtungen geben. Und Monaco ist definitiv so ein Ausreißer, wo du ein komplett anderes Auto brauchst als auf gewöhnlichen Strecken."

Wolff betont: "Nein, eine Antwort haben wir nicht."

Und das hat beim erfolgsverwöhnten Rennstall für ein schwieriges Rennen gesorgt: "Wenn du von Anfang an im Hintertreffen bist und weder Grip noch Vertrauen ins Auto hast, dann kannst du nur schwer zurückschlagen", sagt er. "Es ist ein Wochenende zum Vergessen. Aber das werden wir nicht tun, weil wir morgen den Finger in die Wunde legen werden."

WM-Führung erstmals seit 2018 verloren

Bis dahin muss der Motorsportchef seine Emotionen sortieren, denn diese seien am Wochenende eine interessante Mischung gewesen, wie er sagt: "Wenn du merkst, dass du zu scheitern drohst, dann setzt Ärger ein. Das ist völlig normal. Aber du musst deine Emotionen im Griff behalten und schauen, was du tun kannst, um die Situation zu optimieren."

Und wenn es da nicht viel gibt, dann müsse man schauen, wie man ein ähnliches Szenario in Zukunft verhindern kann. "Aber nur wenn du ein sicheres Umfeld schaffst, in dem Leute etwas sagen können und in dem du deine Fehler wirklich analysieren kannst, wirst du Lösungen finden, die eine Wiederholung der Fehler verhindern", so Wolff. "Es ist eine emotionale Achterbahn-Fahrt."


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Und die endet in Monaco mit der Enttäuschung, dass Mercedes erstmals seit dem Silverstone-Rennen 2018 wieder eine Führung in der Weltmeisterschaft abgeben musste. In der Fahrerwertung liegt Max Verstappen nun vier Punkte vor Hamilton, bei den Konstrukteuren führt Red Bull um einen Zähler.

"Aber es ist klar, dass die Geschichte bis zum Ende gehen wird, und ich hoffe, dass diese (heutigen) sieben Punkte am Ende einen Unterschied machen werden", so Wolff. "Aber wir lernen einfach, machen weiter und greifen wieder an."