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Stewart: Hersteller-Rückzug war ein Fehler

Jackie Stewart kritisiert den Rückzug vieler Hersteller aus der Formel 1 und spricht sich für eine Verschiebung des neuen Motorenreglements aus

(Motorsport-Total.com) - Ende des vergangenen Jahrzehnts sah es danach aus, als würde die Formel 1 zu einer Herstellerformel werden. Zeitweise fuhren sechs Werksteams großer Automobil-Hersteller in der Formel 1 und probten im Kampf mit der dem Automobil-Weltverband FIA sogar den Aufstand. Unrühmlicher Höhepunkt war Mitte 2009 die Ankündigung einer eigenen Rennserie. Doch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise des Jahres 2008 nahmen einigen Herstellern bald den Wind aus den Segeln.

Jackie Stewart

Jackie Stewart wirft den Herstellern eine kurzsichtige Denkweise vor

Nachdem Honda schon Ende 2008 sein Werksteam aufgegeben hatte, zogen sich ein Jahr später auch BMW und Toyota zurück. Nachdem sich Renault auf die Lieferung von Motoren beschränkt, fahren mit Ferrari und Mercedes heute nur noch zwei Werksteams großer Automobil-Hersteller in der Formel 1. Über den Rückzug der Werke kann Jackie Stewart nur den Kopf schütteln.

"Schade ist, dass aufgrund der wirtschaftlichen Situation weniger große Hersteller dabei sind als früher. Ich kann ihre Politik ehrlich gesagt nicht richtig verstehen und empfinde das als Fehler", sagt der dreimalige Weltmeister im Gespräch mit der 'Welt'. Die Hersteller haben seiner Meinung nach bei ihrem Rückzug zu kurzfristig gedacht.

"Die Formel 1 war noch nie so groß wie im Moment." Jackie Stewart

"Es gab noch nie so viele Autos und Autofahrer auf der Welt - China und Indien sind dabei, sich total zu motorisieren. Alle Hersteller könnten mit der Formel 1 demonstrieren, wie sie ökologisch und auf dem höchsten technischen Niveau miteinander konkurrieren", findet Stewart. Eine solche Möglichkeit mit einem Nein zur Formel 1 zu beantworten, sei für ihn keine gute Entscheidung. "Die Formel 1 war weltweit noch nie so groß, aufregend und erfolgreich wie im Moment", so Stewart.


Fotos: Großer Preis von Indien


Der Schotte ist der Ansicht, dass ein Kostenlimit dazu geeignet sei, neue Hersteller anzulocken und kritisiert in diesem Zusammenhang die Einführung des neuen Motorenreglements im Jahr 2014: "Ich hätte anstelle der FIA deshalb auch die Einführung der neuen und aufwendigen Motorenformel um ein, zwei Jahre nach hinten verschoben. In einem ökonomischen Abwärtstrend, den wir im Moment haben, wäre das intelligent und praxisnah gewesen", meint Stewart.

Die zuständigen Instanzen seien für derartige Ratschläge jedoch nicht empfänglich gewesen: "Ich habe mit FIA-Präsident Jean Todt schon vor einiger Zeit darüber gesprochen. Leider hat er nicht reagiert", bedauert Stewart. "Jetzt ist es für eine Korrektur zu spät."