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  • 10.10.2005 12:36

"Silber" will noch Gold - Renault motiviert mit Prämie

Nach dem "Jahrhundertrennen von Kimi" (Haug) will "Silber" den Titel - auch Schumacher hofft auf das Saisonende

(Motorsport-Total.com/sid) - Das Mercedes-Team feierte den spektakulären Sieg von Kimi Räikkönen nur kurz in den Karaokehütten von Suzuka, dann lief die Operation "Gold für die Silberpfeile" an. "Nach diesem Jahrhundertrennen von Kimi wollen wir den Weltmeistertitel für unser Team mit aller Macht. Das wäre kein Trostpreis, sondern die Belohnung für eine starke Saison", sagte Norbert Haug nach dem Großen Preis von Japan.

Fernando Alonso und Kimi Räikkönen

Der Fahrertitel ist entschieden, im Kampf um die Konstrukteurskrone geht es eng zu Zoom

Der Mercedes-Sportchef ist optimistisch, dass die zwei Punkte Rückstand auf Renault in der Konstrukteurs-WM beim Saison-Finale am kommenden Sonntag in Schanghai "mit unserem besseren Auto" aufgeholt werden. Einmal Silber für den Finnen Räikkönen in der Fahrer-WM hinter Renault-Mann Fernando Alonso ist frustrierend genug. Haug: "Kimi ist mindestens ebenbürtig mit Alonso und in Japan war er weltmeisterlich."#w1#

Das finden nach dem spektakulären Überholmänover des "Iceman" gegen Renault-Mann Giancarlo Fisichella in der letzten Runde als Krönung einer einmaligen Aufholjagd von Rang 17 auch die Zeitungen. 'Tuttosport' sprach von einem "triumphalen Sieg von Räikkönen, der in die Geschichte eingehen wird": "Aber warum hast du den Titel nicht gewonnen?" 'La Stampa' schrieb: "Bitterer Rekord für Räikkönen: Sieben Erfolge, aber kein Weltmeistertitel."

Presse nimmt Schumacher in Schutz

Heftige Kritik gibt es in Italien an Ferrari, während "Überholopfer" Michael Schumacher nach Platz sieben in Schutz genommen wird. "Schumacher begeistert seine Fans, Ferrari nicht. Ohne Schumacher wäre es einfach zum Verzweifeln", fand die 'Gazzetta dello Sport'. Ferrari denkt aber offensichtlich schon über die Nachfolge des siebenmaligen Weltmeisters nach und soll eine Summe von angeblich 50 Millionen Euro für einen Vertrag mit dem Wunschkandidaten Räikkönen geboten haben.

Die Triumphfahrt des "Iceman" war der sechste Sieg für Mercedes in Folge. Insgesamt führt die Marke mit dem Stern mit 10:7-Saisonerfolgen gegen Renault, aber trotzdem gehen die Franzosen mit einem Vorteil von zwei Punkten in den letzten WM-Lauf. Mercedes-Mann Haug versprach den Teammitgliedern im Falle des zweiten WM-Titels für McLaren-Mercedes nach 1998 "einen kleinen finanziellen Bonus" - schließlich gibt es für den Titel geschätzte acht Millionen Euro mehr als für Platz zwei.

Renault-Mitarbeitern winkt eine schöne Siegprämie

Aber auch Renault knausert nicht: Die Mechaniker sollen angeblich eine viermal höhere Prämie bekommen, wenn nach dem Alonso-Triumph auch noch der Markentitel gewonnen wird. "Wir bringen eine neue Motorenausbaustufe mit nach China und werden das Ding gewinnen", meint Teamboss Flavio Briatore optimistisch.

Weltmeister Alonso schwärmte stattdessen noch davon, dass er Michael Schumacher in Suzuka gleich zweimal überholte: "Das war das Highlight des Rennens und einer der besten Momente der Saison."

Todt ist froh, dass die Saison zu Ende geht

Der Rekordchampion flüchtete kurz nach dem Rennen aus Suzuka in zwei freie Tage. Große Hoffnungen in Schanghai macht er sich nicht, die Verteidigung des dritten Platzes in der Fahrer-WM ist ihm "relativ wurscht": "Wir müssen ehrlich sein: Mehr können wir nicht leisten. So macht das auch relativ wenig Spaß." Sein Teamchef Jean Todt wurde noch deutlicher: "Das einzig Gute an Schanghai ist, dass diese negative Saison zu Ende ist. 2006 wollen wir wieder ganz oben stehen."