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Senna behauptet: Geld war nicht entscheidend

Laut Bruno Senna gab das Testprogramm von Williams den Ausschlag, warum man 2012 auf ihn setzt, über Geld sprach man zunächst gar nicht

(Motorsport-Total.com) - Bereits vor Weihnachten wurde Bruno Senna erstmals mit Williams in Verbindung gebracht. Doch bis zuletzt gab es Zweifel, dass der Brasilianer tatsächlich Adrian Sutil und Rubens Barrichello die letzte realistische Cockpit-Chance für die Saison 2012 wegschnappen könnte. Im Fall des 39-jährigen Routiniers war offensichtlich, dass das Team aus Grove nur im Notfall auf die Dienste des bisherigen Stammfahrers zurückgreifen möchte.

Bruno Senna

Neuzugang Bruno Senna wurde vom Williams-Team ausgiebig getestet Zoom

Sutil schien jedoch aufgrund seiner starken Leistungen im Vorjahr lange eindeutig in der Pole-Position, der Ende Januar bevorstehende Gerichtsprozess dürfte ihm allerdings eine Strich durch die Rechnung gemacht haben. "Ich möchte nicht zu sehr auf einzelne Fahrer eingehen, aber wir hatten Adrian durchaus auf unserem Schirm", gesteht Williams-Chefingenieur Mark Gillan. "Unter Berücksichtigung aller Faktoren war Bruno für mich und auch für das Team jedoch die beste Option."

Ein nicht unwesentlicher Faktor dürfte dabei das Sponsorengeld sein, auch wenn Senna dies in Frage stellt. Der frischgebackene Williams-Pilot verrät, dass er bereits Anfang Oktober den Erstkontakt zu seinem neuen Arbeitgeber herstellte: "Ich sprach mit Williams beim Japan-Wochenende über ein mögliches Cockpit. Es war ein sehr zaghafter Beginn, denn ich hatte damals noch einen Vertrag mit Renault. Dann wurde es aber immer enger und im Dezember wurde es dann konkret. Das Team wollte mich einem Testprogramm unterziehen."

Wie das Testprogramm lief

Bei diesem Testprogramm unterzog man Senna nicht nur Fitness-Tests und ließ ihn im Williams-Simulator testen, sondern schickte ihn sogar auf die Rennstrecke. Da das aktuelle Formel-1-Testverbot einen Test in einem aktuellen Boliden verunmöglichte, setzte man auf die Boliden der Rennfahrer-Schule von Rob Wilson.


Fotos: Bruno Senna bei Williams


Dieser ist für Senna keineswegs ein Unbekannter. "Ich war bei Rob, als ich zum ersten Mal nach England kam", erinnert er sich an seine ersten Gehversuche im britischen Motorsport. Die mehrere Tage andauernde Evaluierung unterschied sich aber deutlich von den Erfahrungen aus der Vergangenheit. "Es war jetzt ganz anders, nach so vielen Jahren Rennerfahrung wieder aufeinander zu treffen", bestätigt Senna. "Es war viel produktiver."

Der 28-Jährige führt sein Engagement bei Williams auf das erfolgreich absolvierte Testverfahren zurück. "Sie pushten mich im Dezember sehr hart", meint er. "Glücklicherweise lief es sehr gut und das war entscheidend für das Vertrauen des Teams, mir die Chance zu geben."

Keine Frage des Geldes?

War es sicher keine Frage des Geldes, Bruno? "Ich bin mir da ganz sicher, denn sie haben mich zahlreichen Tests unterzogen. Wir haben über Sponsoren gar nicht geredet. Sie wollten mich davor bewerten. Es war klar, dass sie mir diese Chance nur dann geben würden, wenn sie mit meiner Leistung zufrieden sind. Es gab diesbezüglich einige Tests. Sie verliefen zufriedenstellend und sie glauben daran, dass ich für sie Leistung abliefern kann. Das ist der einzige Grund, warum sie mir diese Möglichkeit bieten, für sie zu fahren."

"Wir haben über Sponsoren gar nicht geredet. Sie wollten mich davor bewerten." Bruno Senna

Noch ist unklar, wie lange Senna für das Team fahren wird. Über die Laufzeit seines Vertrages schweigt der Neffe von Formel-1-Legende Ayrton Senna eisern: "Ich sollte vertragliche Dinge nicht kommentieren. Da muss man das Team fragen." Fix ist jedoch, dass er mit seiner Vertrags-Unterschrift auch den Plänen von Landsmann Barrichello ein Ende bereitete, noch eine 20. Saison anzuhängen.

Bisher hatte Senna laut eigenen Angaben noch nicht die Gelegenheit, mit seinem Vorgänger zu sprechen. Dennoch rechnet er nicht damit, dass dieser nun Groll hegt. "Hier geht es um Autorennen, um Sport, da kann es immer passieren, dass eine Person eine andere verdrängt", argumentiert er. "Daher gibt es auch keine persönlichen Gefühle. So läuft es eben im Sport und ich bin sicher, dass das auch Rubens bewusst ist. Rubens und ich haben in allen Bereichen eine großartige Beziehung."

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