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Seit Rauswurf im Tief: Braucht Kwjat einen Psychologen?

Seit dem Heimrennen und dem Red-Bull-Aus befindet sich Daniil Kwjats Karriere im freien Fall: Was er davon hält, wie Romain Grosjean einen Psychologen zu engagieren

(Motorsport-Total.com) - Romain Grosjean hat es erfolgreich vorexerziert: Mit Hilfe eines Psychotherapeuten brachte der Franzose, der in seinen Formel-1-Anfängen stets in Kollision verwickelt war, seine Karriere in Schuss. Braucht nun auch Daniil Kwjat psychologische Betreuung? Der Russe ist seit dem Heimrennen in Russland und der Degradierung zu Toro Rosso von der Rolle und tappt von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen.

Daniil Kwjat

Einzelkämpfer Daniil Kwjat: Der junge Russe steht unter enormem Druck Zoom

In Monaco hatte er wegen eines Technikdefekts bereits Rundenrückstand, als er völlig übermotiviert Kevin Magnussen abschoss. Von einem Therapeuten hält er aber dennoch nicht viel. "Wollt ihr mir einen besorgen?", reagiert er auf die Frage von 'Motorsport-Total.com' überrascht. "Ich werde dafür kein Geld ausgeben, sorry."

Stattdessen wolle er sich mehr als je zuvor auf sich selbst konzentrieren. "Ich finde, man sollte sich in seinem Leben immer selbst um den eigenen Scheiß kümmern", erklärt er seine Lebensphilosophie. "Ich will nur mein eigenes Ding machen, das ist alles was für mich zählt. Dafür benötigt man glaube ich keinen Psychologen. Es fällt mir sogar überraschend leicht, mit der Situation klar zu kommen."

Weniger Druck in Montreal

Die Ergebnisse und die Zwischenfälle der vergangenen Rennen sprechen allerdings eine andere Sprache. Zudem fährt Kwjat, der von Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko gnadenhalber zu Toro Rosso abgeschoben wurde, derzeit um seine Karriere. Der Druck ist also dementsprechend groß.


Fotostrecke: FIA-Fast-Facts: Kanada

"Ich habe mich auch in Monaco auf mich konzentriert, aber da kannte ich das Limit des Autos noch nicht so gut", erklärt er, was im Fürstentum, wo sich das Red-Bull-B-Team dank der Streckencharakteristik besonders viel erhofft hat, schiefgelaufen ist. "Im Qualifying habe ich keine so gute Runde hingekriegt. Es wird aber jedes Rennen besser."

"Man sollte sich um den eigenen Scheiß selber kümmern." Daniil Kwjat

Dass nun mit Kanada ein Rennen bevorsteht, bei dem Toro Rosso wegen des leistungsschwachen 2015er-Ferrari-Motors eher geringe Erwartungen hat, kommt Kwjat entgegen: "Auf eine gewisse Weise schon. Wir müssen uns einfach auf unsere Arbeit konzentrieren und das Maximum herausholen."

Keine Perspektive bei Toro Rosso

2017 wird Toro Rosso wieder zu den Renault-Antriebseinheiten zurückkehren - durch die Fortschritte der Franzosen eine durchaus ermutigende Perspektive. Dennoch darf sich Kwjat keine großen Chancen auf einen Verbleib ausrechnen, da die Truppe aus Faenza auf die Ausbildung der Red-Bull-Juniorpiloten setzt.

Das weiß der 22-jährige Russe, der in seiner dritten Formel-1-Saison ist. "Was auch immer sich auftut, werde ich mir anschauen", spielt er darauf an, dass er sich außerhalb der Red-Bull-Teams umschauen wird. "Wenn es attraktiv ist, dann werde ich es nehmen. Jetzt konzentriere ich mich aber auf die Gegenwart. An morgen denke ich ein bisschen später."

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