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Sauber und BMW: Verhältnis noch intakt

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen über die anstehende Namensänderung bei Sauber: "Die Fans wussten, dass es nur ein Etikett war"

(Motorsport-Total.com) - Dass ein "BMW Sauber F1 Team" mit Ferrari-Motoren fährt, war für viele Beobachter in diesem Jahr zunächst nicht nachzuvollziehen. Peter Sauber musste den Namen des deutschen Automobilbauers jedoch weiterführen, weil seine Mannschaft offziell unter dieser Bezeichnung eingeschrieben war. Hätte man sich nach der Trennung von BMW auch sofort vom Namen getrennt, wären dem Team wichtige Einnahmen aus dem Vermarktungstopf von Bernie Ecclestone entgangen.

Lenkrad

Der Name von BMW wird ab 2011 endgültig verschwunden sein

"Wir haben die Zustimmung der Kommission, dass wir BMW nach Ende der Saison aus dem Namen streichen können", sagt Sauber-Geschäftführerin Monisha Kaltenborn und macht damit klar, dass die Schweizer ab sofort kein BMW mehr im Namen tragen werden. Ab der kommenden Saison tritt die Mannschaft unter der Bezeichnung "Sauber F1 Team" an.

"Das ist keine Überraschung für uns. Die Entscheidung ist bei der Sitzung der FIA im Juli gefallen, dass die Namensänderung zum kommenden Jahr erlaubt ist", sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. "Es wäre aus unserer Sicht schon in diesem Jahr logisch gewesen, den Namen herauszunehmen. Aber das wäre mit finanziellen Konsequenzen für Sauber verbunden gewesen - aufgrund des Reglements."

BMW sieht keine Auswirkungen auf das Image

"Daher haben wir gesagt, das Team kann den Namen BMW weiter verwenden, bis der Namensänderung zugestimmt wird. Das passiert nun, und ist das, was wir seit Juli wussten", erklärt Theissen. Weder die seltsame Kombination mit Ferrari-Triebwerken, noch der mäßige Saisonstart haben auf das Image von BMW abgefärbt. "Die Fans haben gewusst, worum es da geht, also dass es nur ein Etikett war", winkt Theissen ab.

"Jeder hat sein eigenes Geschäft am Hals." Mario Theissen

Nachdem nun der Name BMW aus der Teambezeichnung verschwindet, sind die letzten sichtbaren Verbindungen zwischen München und Hinwil gekappt. Dennoch konnten sich Theissen und Peter Sauber - selbst nach schwierigen Monaten nach dem BMW Rückzug - ein gutes Verhältnis bewahren. "Die Kontakte sind seltener, aber das Verhältnis ist immer noch gut", sagt Theissen.

Bei verschiedenen Besuchen im Formel-1-Fahrerlager sei er stets bei Peter Sauber zum Mittagessen gewesen, man telefoniere nach wie vor recht oft - wenn auch seltener als zu gemeinsamen Zeiten in der Königsklasse. "Aber es hat natürlich jetzt jeder sein eigenes Geschäft am Hals", sagt Theissen, der sich mit BMW auf den zukünftigen Schritt in die DTM vorbereitet.

Neue Regeln ab 2013 reizen BMW nicht

Obwohl sich BMW für andere Betätigungsfelder im Motorsport entschieden hat, gilt so mancher Blick immer noch dem Formel-1-Zirkus. Vor allem die künftige Fahrerpaarung bei Sauber hat es Theissen angetan. "Kobayashi hat sich in diesem Jahr einen Namen gemacht. Er war die erfreuliche Überraschung der Saison. Damit hat er sich seinen Platz für das kommende Jahr verdient."

"Beide Mexikaner kennen wir aus der Formel BMW. Da freut es mich natürlich, dass die es bis in die Formel 1 geschafft haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass es auch Esteban Gutierrez bis zum einem Renncockpit bringen wird", bescheinigt Theissen dem jungen Sauber-Testpiloten gute Aussichten für die Zukunft.


Fotos: Sauber, Pirelli-Tests in Abu Dhabi


Zwei junge Fahrer seien für den Neuaufbau des Teams der richtige Weg. "Ich würde in seiner Situation genauso handeln", sagt Theissen und erklärt: "Nicht nur aus finanziellen Erwägungen, sondern auch, weil sich das Team gerade neu aufstellt und niemand erwartet, dass es ein Topteam ist. Das ist die ideale Situation, um neue Fahrer heranzuziehen."

Einen solchen Neuaufbau wird man seitens BMW in der Formel 1 so schnell nicht erleben. Selbst die neuen Motorenregeln ab 2013 können die Münchener nicht locken. "Wir haben uns ganz bewusst für andere Programme entschieden", sagt Theissen gegenüber 'Autosport'. "Wir werden die DTM angehen und einige Rennserien in Übersee. Die Formel 1 sehe ich in naher Zukunft nicht für uns."