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  • 18.09.2003 · 13:51

Sauber: "Es gab und gibt keine Absprachen"

Peter Sauber hat sich zu den Spekulationen geäußert, wonach Frentzen in Monza auf Anweisung Montoya bewusst blockiert habe

(Motorsport-Total.com/sid) - Im spannendsten WM-Endspurt seit Jahren machen in der Formel 1 weiterhin die wildesten Gerüchte die Runde.

Peter Sauber (Teamchef)

Sauber dementiert Absprachen zwischen ihm und Jean Todt

Nach der Reifen-Affäre werden jetzt Verschwörungs-Vorwürfe laut, in deren Zentrum ausgerechnet Sauber-Mann Heinz-Harald Frentzen steht. Der 36-jährige Mönchengladbacher, dessen Team von Ferrari mit Motoren beliefert wird, soll Weltmeister Michael Schumacher beim Rennen in Monza beim Überrunden in der 40. Runde großzügig Platz gemacht und danach dessen WM-Rivalen Juan Montoya im Williams-BMW drei Kurven lang aufgehalten haben.

Montoya noch immer sauer

"Wenn es Absicht war, dann war es Betrug", sagte der scheidende BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger der Bild-Zeitung. Schumacher gewann den Italien-Grand-Prix vor Montoya und führt vor den noch ausstehenden WM-Läufen in Indianapolis (28. September) und Suzuka (12. Oktober) nun mit drei Punkten vor dem Kolumbianer.

Weitere vier Zähler zurück belegt der McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen (Finnland) Platz drei. "Er hat mich beim Überrunden im entscheidenden Moment aufgehalten, sagte Montoya und erhob damit Vorwürfe gegen Frentzen: "Danach machte es für mich keinen Sinn mehr, Michael Schumacher zu attackieren."

Theissen: "Frentzens Fahrweise war legitim, aber..."

Etwas vorsichtiger als Berger drückte sich BMW-Sportchef Mario Theissen aus: "Frentzens Fahrweise war legitim, aber nicht besonders geschickt. Er hat bei der Überrundung aber in die Renn-Entscheidung eingegriffen." Damit war für BMW der Fall zunächst abgeschlossen, juristische Schritte sollten nicht eingeleitet werden.

Frentzen, dessen Formel-1-Karriere vermutlich mit dieser Saison endet, wollte diese Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen und sagte der Bild-Zeitung: "Meine Rückspiegel waren voller Öl. Ich konnte nicht erkennen, ob Webber oder Montoya hinter mir lag. Ich wollte sichergehen, dass ich nicht Webber vorbeilasse. Da ging es ja um WM-Punkte."

"Es gab und gibt zwischen Ferrari-Rennleiter Jean Todt und mir keine Absprachen"

Frentzens Teamchef Peter Sauber wies alle Gerüchte energisch zurück. "Es gab und gibt zwischen Ferrari-Rennleiter Jean Todt und mir keine Absprachen bezüglich des Rennverlaufes. Es gab und gibt auch keine Anweisungen von mir an unsere beiden Piloten, wie sie sich zu verhalten haben, wenn im Rennen Rot, Silber oder Weiß-Blau
im Rückspiegel auftauchen", sagte der Schweizer am Donnerstag dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Doch Frentzen hat auch Verständnis für die Aufregung bei BMW und Montoya. Deren Lage sei extrem angespannt, da schaue man auf jede Sekunde. "Aber ich kann alle beruhigen: Ich habe keine Order bekommen, Montoya aufzuhalten", sagte der Mönchengladbacher, der 2004 möglicherweise für Mercedes oder Opel in der Deutschen
Tourenagen-Meisterschaft (DTM) fährt.

Sauber: BMW-Williams hat sich bei mir nicht beschwert

Peter Sauber betonte, dass man sich als Team immer sportlich und korrekt verhalte. Er habe zu Frank Williams und Mario Theissen ein gutes und offenes Verhältnis. "Und keiner von Beiden hat sich bei mir beschwert", sagte Sauber dem sid. Frentzen gab zu, einen Funkspruch erhalten zu haben: "Man hat mir gesagt, dass Montoya
hinter mir ist. Da habe ich Platz gemacht - so schnell ich eben konnte."

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