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  • 17.09.2003 · 14:18

  • von Marco Helgert

Sauber – das Zünglein an der Waage?

Das Sauber-Team erhält Kundenmotoren von Ferrari, doch die Schweizer werden im WM-Kampf kaum zu unfairen Mitteln greifen

(Motorsport-Total.com) - Das Sauber-Team ? die bunten Ferraris? Als Heinz-Harald Frentzen in Monza beim Überrunden dem Zweitplatzierten Juan-Pablo Montoya etwas im Weg stand, vermuteten einige schon eine Absprache dahinter, um dem führenden Michael Schumacher etwas mehr Luft zu verschaffen. Immerhin erhält das Sauber-Team Ferrari-Triebwerke, auch wenn sie als Petronas im Boliden ihr Werk verrichten.

Heinz-Harald Frentzen (Sauber-Petronas)

Heinz-Harald Frentzen stand Montoya etwas im Weg

Doch ein solch offensichtliches "Helfen" von Sauber wäre zu einfach. Durch die enge Verbindung zu Ferrari wird auf solche Aktionen besonders geachtet. Nachdem die Formel-1-Politik bereits bei den Vorderreifen von Michelin im Blickfeld der Öffentlichkeit stand, wäre solch ein Fall größtes Gift für diesen Sport.

Nicht zuletzt auch Peter Sauber weiß das, und in den vergangenen Jahren hat er nie solche Aktionen veranlasst, auch wenn sie Ferrari geholfen hätten. Seine Loyalität dürfte auch nicht bei seinem Team halt machen, sondern sich auf den gesamten Formel-1-Sport ausdehnen. Heinz-Harald Frentzen jedenfalls sieht keine Notwendigkeit die Aktion in Monza ausschweifend zu kommentieren.

Auch Hans-Joachim Stuck hält es für unwahrscheinlich, dass Sauber in dieser Art und Weise in den Titelkampf eingreifen wird. "Frentzen hat es Montoya vielleicht ein bisschen unnötig schwer gemacht, aber ohne eine böse Absicht. Und ohne irgendeine Anweisung, das hat Sauber gar nicht nötig", so Stuck, der von 1974 bis 1979 in der Formel aktiv war, gegenüber 'Sport1'.

Für Niki Lauda ist dieses Thema jedoch etwas heikler: "Wenn es so eng zugeht wie am Sonntag, können solche Aktionen ein Rennen entscheiden, eventuell sogar die WM", so der Österreicher. Die Verbindung zwischen Sauber und Ferrari habe darüber hinaus noch andere Vorteile: "Ein Peter Sauber schaut doch auch bei der Abstimmung erst, welche Meinung Jean Todt von Ferrari vertritt und schließt sich dann seiner Version an."

Doch bei all diesen Diskussionen sollte eines nicht vergessen werden: Sollte ein Team einem anderen auf der Strecke mit unfairen Methoden helfen, so wäre dieses Team wohl dem Untergang geweiht. Sponsoren und Fans würden sich abwenden, und auch die FIA könnte empfindliche Strafen wegen Unsportlichkeit verhängen.

Diese Tatsache, gepaart mit einem Teamchef, der genau weiß, dass Motorsport nur auf der Grundlage einer elementaren Fairness funktionieren kann, wird dazu führen, dass sich Sauber nicht offensiv in die Titelentscheidung einmischen wird.

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