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Romain Grosjean verteidigt Michael Masi: "Hat richtig entschieden"

Ex-Formel-1-Pilot Romain Grosjean ergeift Partei für Rennleiter Michael Masi und erklärt, warum Max Verstappen den Weltmeistertitel 2021 "mehr verdient" hat

(Motorsport-Total.com) - Zwar tritt Romain Grosjean selbst seit seinem Rücktritt Ende 2020 nicht mehr in der Formel 1 an. Das Geschehen in der Königsklasse verfolgt der Franzose aber natürlich immer noch genau - so auch das kontroverse Saisonfinale von Abu Dhabi, das die Formel 1 auch mehr als einen Monat danach beschäftigt.

Max Verstappen, Lewis Hamilton

Lewis Hamilton verlor Rennsieg und Titel in der letzten Runde an Max Verstappen Zoom

Auf einer Pressekonferenz der Indycar-Serie, wo Grosjean in dieser Saison für Andretti Autosport fährt, sprach er jüngst über das titelentscheidende Rennen zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen und geriet ins Schwärmen: "Ich habe es geliebt!"

"Es war aufregend, mein Herz hat wie wild geschlagen. Und ich denke, zwei Autos zu haben, die auf einer Runde um die Weltmeisterschaft kämpfen, war unglaublich."

Grosjean: Verstappen hat Titel am Ende "mehr verdient"

Gleichzeitig betont Grosjean: "Ich denke, es ist falsch zu glauben, dass die Weltmeisterschaft in einer Runde entschieden wurde. Es waren 22 Grands Prix, und wenn man sich die ganze Saison ansieht, dann weiß man, dass Max in Baku einen Reifenschaden hatte, Valtteri Bottas in Ungarn in Verstappen krachte und es das Rennen in Silverstone gab (Kollision zwischen Hamilton und Verstappen; Anm. d. R.)."


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"Ich denke, wenn wir uns ansehen, wie viele Punkte Verstappen verloren hat, nicht unbedingt durch seine Schuld, war er am Ende derjenige, der die Meisterschaft mehr verdient hat", hält der ehemalige Formel-1-Pilot fest, ergänzt aber: "Was das Rennen in Abu Dhabi angeht, hätte Lewis die Meisterschaft mehr verdient."

Der siebenfache Weltmeister habe in der letzten Runde einfach Pech gehabt. "Aber als Rennfan habe ich diese letzte Runde geliebt, und es war super spannend zu beobachten.

Gorsjean stärkt Rennleiter Michael Masi den Rücken

Für den viel kritisierten Rennleiter Michael Masi zeigt der Franzose Verständnis. Masi hatte während der Safety-Car-Phase die Entscheidung getroffen, nur die Autos zwischen Hamilton und Verstappen, nicht aber jene hinter Verstappen zurückrunden zu lassen und das Rennen eine Runde vor Schluss wieder freizugeben.

"Man kann es auf verschiedene Weise sehen", meint Grosjean. "Es wäre sehr seltsam gewesen, diese Autos nicht überholen zu lassen und Lewis als Ersten zu haben und dann Max vier Autos dahinter in einer Runde um die Weltmeisterschaft."


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"Auf der anderen Seite war es für Lewis definitiv keine gute Entscheidung, aber als TV-Fan, als Zuschauer, für den Sport, denke ich, dass Michael Masi die richtige Entscheidung getroffen hat", verteidigt er das Vorgehen des Formel-1-Rennleiters.

"Ich glaube nicht, dass es für die Meisterschaft schön gewesen wäre, hinter dem Safety-Car ins Ziel zu kommen. Es wäre auch nicht schön gewesen, wenn die Fahrer, die auf der Strecke Erster und Zweiter sind, durch ein paar Autos getrennt gewesen wären."

Fahrt im Formel-1-Mercedes steht weiter auf Agenda

Gleichwohl fühlt Grosjean mit Hamilton und Mercedes, den Fahrertitel ausgerechnet unter diesen Umständen verloren zu haben. "Ich war mehr auf der Seite von Lewis als auf der von Max", gibt der 35-Jährige zu und verrät: "Ich habe Toto (Wolff, Mercedes-Teamchef) nach Abu Dhabi eine Nachricht geschickt..."

Romain Grosjean

Romain Grosjean hofft immer noch, dass sein Fahrt im Mercedes wahr wird Zoom

"Ich habe ein paar Wochen verstreichen lassen, und dann habe ich Toto eine Nachricht geschickt, und er hat geantwortet. "Er begann mit 'Danke', und der letzte Satz lautete: 'Wir müssen dich dieses Jahr in das Auto bekommen." Denn das Versprechen, Grosjean einen Mercedes testen zu lassen, wartet noch auf seine Einlösung.

Aufgrund von Reisebeschränkungen und engen Zeitplänen für Team und Fahrer war es bisher noch nicht möglich war, stehe aber weiterhin auf der Agenda, betont Grosjean.

"Ja, es ist immer noch in Planung. Vergangenes Jahr gab es ein paar Dinge, die es uns schwer gemacht haben. Und dieses Jahr kann ich leider nicht beim Grand Prix von Frankreich sein, weil wir am gleichen Wochenende in Iowa fahren. Aber Mercedes hat auf jeden Fall Interesse daran, ich bin Interesse daran."

2021 sollte Grosjean auf seiner Heimstrecke die Gelegenheit bekommen, eine Demofahrt im Mercedes W10 zu absolvieren. Doch daraus wurde nichts. "Wir wollen es immer noch tun, und wenn es passiert, großartig. Aber das Hauptaugenmerk liegt jetzt auf dem Versuch, mit Andretti Rennen zu gewinnen", sagt er.