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Ricciardo: Messgerät vor dem Rennen gewechselt

Hintergrund: Die Kontroverse um die Durchflussmengen-Messgeräte von Gill Sensors könnte Daniel Ricciardo in Melbourne den zweiten Platz kosten

(Motorsport-Total.com) - Eine FIA-Mitteilung versetzte das Fahrerlager im Albert Park nach dem Grand Prix von Australien in helle Aufregung: "Während des Rennens wurde die maximal erlaubte Benzin-Durchflussmenge von 100 Kilogramm pro Stunde bei Auto Nummer 3 kontinuierlich überschritten." Sprich: Daniel Ricciardo muss bei seiner Red-Bull-Premiere um den zweiten Platz beim Heimrennen bangen.

Daniel Ricciardo © xpbimages.com
Daniel Ricciardo hat den maximal erlaubten Verbrauch in Spitzenzeiten überschritten

Denn im Reglement 2014 steht nicht nur festgeschrieben, dass pro Rennen maximal 100 Kilogramm Benzin verbraucht werden dürfen, sondern auch vorübergehender Spitzenverbrauch wird durch die maximale Durchflussmenge von 100 Kilogramm pro Stunde unterbunden. Ricciardo dürfte insgesamt nicht mehr als 100 Kilogramm verbraucht haben, zwischendurch wurden von den FIA-Messgeräten aber immer wieder eben solche unerlaubten Spitzen aufgezeichnet.

Die Diskussionen über die Benzin-Durchflussmenge kommen übrigens nicht ganz überraschend. Bereits im Vorfeld hatten Experten davor gewarnt, dass die Messgeräte nicht genau genug funktionieren, und auch in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) hatte man ähnliche Erfahrungen gemacht. Bereits am Sonntagmorgen in Melbourne hieß es, dass Mercedes in den Trainings im Albert Park zu viel Benzin verbraucht haben könnte.

Ironie am Rande: Aus dem Bericht des Technischen Delegierten Jo Bauer von der FIA geht hervor, dass bei Ricciardo das Fuel-Flow-Meter trotz Parc-ferme-Versiegelung vor dem Rennen gewechselt wurde und auch gewechselt werden durfte. Bereits im Training war aufgefallen, dass die maximale Durchflussmenge von einigen weiteren Autos (darunter angeblich auch Sebastian Vettel) überschritten worden war. Daraufhin gab die FIA eine Warnung heraus.

Wirklich zufrieden ist mit der aktuellen Situation kaum jemand: "Das ist ein Thema, das die FIA angehen muss", fordert zum Beispiel Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali, zeigt sich aber optimistisch: "Die FIA wird ihren Job machen, dann wird es das Problem nicht mehr geben." Mercedes-Sportdirektor Toto Wolff sieht das Thema ohnehin gelassen: "Es ist ein 'learning by doing' zwischen der FIA und den Teams. Da gibt es keine Probleme."

"Das ist der Lernprozess, in dem die Teams die FIA unterstützen und umgekehrt." Toto Wolff

"Die Messgeräte zur Überprüfung der Durchflussrate sind von der FIA vorgegebene Einheitsteile, die ins Auto integriert werden müssen. Wenn es da also einen Ausschlag gibt, muss man sich das anschauen. Das ist der Lernprozess, in dem die Teams die FIA unterstützen und umgekehrt", erklärt Wolff. Doch die Ungenauigkeit der von der Firma Gill Sensors zur Verfügung gestellten Messgeräte sorgt bei den Teams für Verunsicherung.

Nachdem schon bei den Wintertests und wieder im Training erste Spitzen außerhalb der von der FIA erlaubten 100 Kilogramm pro Stunde aufgetreten waren, wurden die Motorenhersteller ersucht, solche Spitzen selbst über die Software abzustellen. Außerdem wurden die Kennfelder der Messgeräte marginal verlängert, sodass kein Alarm mehr ausgelöst wurde, wenn kurzfristige Spitzen anschließend durch niedrigeren Verbrauch ausgeglichen wurden.

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