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Renault stapelt tief: "Drei Jahre, bis wir konkurrenzfähig sind"

Renault-Geschäftsführer Ghosn warnt im Zusammenhang mit der werksseitigen Rückkehr in die Formel 1 vor übergroßen Erwartungen - Neuigkeiten im Januar?

(Motorsport-Total.com) - Mit der am Donnerstagabend getätigten Bekanntgabe, das Lotus-Team zu übernehmen, hat der französische Automobilhersteller Renault den monatelang im Raum gestandenen Gerüchten endlich ein Ende bereitet. Beginnend mit der Formel-1-Saison 2016 tritt die Marke mit dem stilisierten Diamanten als Logo wieder werksseitig in der Königsklasse des Motorsports an.

Renault, Logo © xpbimages.com
Renault tritt ab 2016 wieder mit einem eigenen Werksteam in der Formel 1 an

Die bislang letzte Formel-1-Saison mit einem Renault-Werksteam liegt vier Jahre zurück. 2011 fuhren Witali Petrow und Nick Heidfeld beziehungsweise Bruno Senna für Renault. Schon damals operierte der Rennstall vom britischen Enstone aus (Formel-1-Datenbank: Historie des Renault-Werksteams).

In der Comeback-Saison werden nach aktuellem Stand der Dinge Pastor Maldonado und Jolyon Palmer ins Lenkrad greifen. Die beiden wurden jedenfalls bei Lotus für 2016 bestätigt. Allerdings kündigt Renault-Geschäftsführer Carlos Ghosn gegenüber der französischen Tageszeitung 'Le Figaro' an: "Im Januar 2016 werden wir uns zu unserer Organisation, unseren Zielen, unseren Fahrern, unserer Strategie und unseren Partnern äußern."


Fotostrecke: Die Geschichte des Lotus-Teams

Zwar stand die Übernahme des Lotus-Teams schon vor der offiziellen Bekanntgabe monatelang im Raum. Der Illusion, von Beginn an in der Spitzengruppe mitfahren zu können, gibt sich bei Renault aber niemand hin. Ghosn stapelt bewusst tief und rechnet vor, dass "drei Jahre dauern wird, bis wir konkurrenzfähig sind."

Alan Permane

Alan Permane: "Das Schlimmste war die Unsicherheit der vergangenen Monate." Zoom

Alan Permane, bei Lotus der Leitende Ingenieur an der Strecke, macht kein Geheimnis daraus, dass die Zitterpartie der vergangenen Monate alles andere als angenehm war. "Alles hat gelitten. Design, CFD, Windkanalzeit, Produktion", gesteht der Brite gegenüber 'auto motor und sport' und unterstreicht: "Es ist auch nicht ideal in Bezug auf die Entwicklung des nächstjährigen Autos. In der Zeit, als nicht klar war ob uns Renault kauft oder nicht, waren wir limitiert."

"Das erste Jahr wird nicht einfach, aber am Ende arbeitet man genauso intensiv, egal ob man bei Mercedes oder bei Manor angestellt ist. Nur der Lohn auf der Rennstrecke ist ein anderer", sagt Permane und stellt heraus: "Für uns ist das Wichtigste, dass wir jetzt eine sichere Zukunft haben. Das Schlimmste für uns war die Unsicherheit der vergangenen Monate."

Neben dem Werkseinsatz bleibt Renault der Formel 1 auch als Motorenlieferant erhalten. Das bisherige Nummer-eins-Team Red Bull vertraut nach vorübergehendem Zerwürfnis auch 2016 auf die französischen V6-Turbos. Diese tragen dann allerdings den Namen TAG Heuer und werden unter Zuhilfenahme der Expertise von Ilmor weiterentwickelt. Toro Rosso hingegen wechselt von Renault- auf Ferrari-Antrieb.