powered by Motorsport.com

Renault: Lange Aufgabenliste für die Saison 2015

Renault gratuliert Mercedes zur überragenden Saison 2014, sagt der Konkurrenz aus Brixworth im Hinblick auf 2015 aber gleichzeitig den Kampf an

(Motorsport-Total.com) - Das Technische Reglement für die Formel-1-Saison 2014 stellte vor allem die drei involvierten Motorenhersteller vor eine große Herausforderung. Schon bei den ersten Testfahrten Ende Januar in Jerez de la Frontera wurde deutlich, dass Mercedes den Wechsel vom V8-Saugmotor zum V6-Turbomotor am besten gemeistert hatte, wohingegen Ferrari und vor allem Renault massive Startschwierigkeiten hatten.

Cyril Abiteboul © xpbimages.com
Cyril Abiteboul: Schwieriger Einstand bei Renault, aber Hoffnung auf Besserung

Im Verlauf der Saison bekamen Ferrari und Renault die komplizierten Antriebsstränge zunehmend besser in den Griff - die Italiener vor allem in Bezug auf die Zuverlässigkeit, die Franzosen auch bezogen auf die Performance. An Mercedes aber führte kein Weg vorbei. Während die Motorenabteilung aus Brixworth einen großen Anteil daran hat, dass die Silberpfeile die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewannen und in der Fahrer-Weltmeisterschaft den Champion (Lewis Hamilton) und den Vize-Champion (Nico Rosberg) stellten, rühmt man sich im Lager von Renault damit, die größten Fortschritte erzielt zu haben.

"Wir erlebten in diesem Jahr eine Feuertaufe", umschreibt Renault-Geschäftsführer Cyril Abiteboul die erste Saison der neuen V6-Turbo-Ära. "Wir machten eine schwierige Testphase und schwierige erste Rennen durch, aber es spricht doch für den Sport und die involvierten Menschen, dass es allen Motorenherstellern gelungen ist, einen Antrieb bereitzustellen, der den Regeln und damit den Standards der Formel 1 entspricht", sagt Abiteboul und merkt in Bezug auf die Bemühungen im Hause Renault an: "Nach einem derart schwierigen Testwinter hätte keiner damit gerechnet, so konkurrenzfähig zu sein."

Effizienzsteigerung in Höhe von fünf Prozent

Jean-Eric Vergne, Esteban Gutierrez, Pastor Maldonado, Jules Bianchi, Kamui Kobayashi

Keine Chance gegen Mercedes: Die Teams von Renault und Ferrari unter sich Zoom

Renault rüstete in der abgelaufenen Saison vier Teams aus: Red Bull, Lotus, Toro Rosso und Caterham. Speerspitze in Reihen dieser vier Teams war Daniel Ricciardo, der den Red Bull RB10 zu drei Saisonsiegen und Rang drei in der Weltmeisterschaft pilotierte. Damit war der Red-Bull-Pilot der einzige Fahrer, der es neben den beiden Mercedes-Piloten geschafft hat, Rennen zu gewinnen. Als WM-Dritter war Ricciardo auch nach Punkten erster Verfolger der Silberpfeile.

Dank einer stetigen Neupositionierung der eigenen Ziele habe Renault im Verlauf der Saison "zur von uns selbst erwarteten Zuverlässigkeit und Performance zurückgefunden", wie Abiteboul betont. In Zahlen ausgedrückt, spricht Renault beim Vergleich der Performance beim Saisonfinale in Abu Dhabi mit jener beim Saisonauftakt in Melbourne von "einer Effizienzsteigerung in Höhe von fünf Prozent, was bezogen auf die Rundenzeiten einem Gewinn von zwei Zehntelsekunden entspricht".

Während des Grand Prix von Italien in Monza stellte Ricciardo mit 362,1 km/h den Top-Speed-Bestwert der gesamten Formel-1-Saison 2014 auf. Zwar kam dem Red-Bull-Piloten dabei der Windschatten zu Hilfe. Für Renault ist diese Errungenschaft dennoch ein Zeichen für die Fortschritte, die man im Verlauf der Saison erzielt hat. Mit Blick auf die Effizienz der diesjährigen Antriebsstränge verweist man im Hause Renault nicht ohne Stolz darauf, dass "die Rundenzeiten beim Grand Prix von Italien jenen des Jahres 2013 ähnelten, wir dabei aber ein Drittel weniger Benzin verbraucht haben".

Kampfansage an Mercedes

Nicht nur auf dem Gebiet der Performance, auch auf dem Gebiet der Zuverlässigkeit ging es bei Renault mit fortwährender Dauer der Saison voran. Beim Saisonfinale in Abu Dhabi vermeldeten die Franzosen, dass es die Antriebseinheit im Lotus von Pastor Maldonado auf mehr als 4.300 Kilometer gebracht hat. In Summe legten die Renault-Piloten in dieser Saison mehr als 90.000 Kilometer zurück.

Daniel Ricciardo

Daniel Ricciardo: Mit drei Siegen und WM-Rang drei die Speerspitze von Renault Zoom

So sagt man Mercedes mit Blick auf die Saison 2015 schon einmal den Kampf an. "Mercedes hat die Messlatte unheimlich hoch gelegt, vor allem in Bezug darauf, wie gut ihre Mitarbeiter aus Motoren- und Chassisabteilung zusammengearbeitet haben", lobt Abiteboul die Konkurrenz aus Großbritannien und gratuliert anständig: "Wir möchten sie zu ihrer hervorragenden Arbeit beglückwünschen. Das war zweifellos das Ergebnis von harter Arbeit in Brackley und Brixworth."

Nachdem sich Renault als Partner von Red Bull nach zuvor vier WM-Titeln in Folge diesmal mit Platz zwei in der Konstrukteurswertung zufriedengeben musste, blickt man nun voller Tatendrang voraus. "Platz zwei entspricht normalerweise nicht unseren Erwartungen, aber wir haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt. Stattdessen haben wir stetige Fortschritte erzielt. Natürlich müssen wir in Vorbereitung auf die nächste Saison noch eine lange Aufgabenliste abarbeiten, aber wir sind fest entschlossen, in der Saison 2015 wieder mehr Siege einzufahren", stellt Abiteboul klar.