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Ralf Schumacher fordert Strafe für Masepin: "Unglaublich gefährlich"

Ralf Schumacher hat Nikita Masepin für sein Manöver gegen Mick auf der Zielgerade kritisiert und fordert Konsequenzen - So bewertet Mick sein Rennen

(Motorsport-Total.com) - Das bislang beste Formel-1-Ergebnis in der Karriere von Mick Schumacher war kurz nach der Zieldurchfahrt schnell vergessen. Denn eine heikle Szene mit Nikita Masepin erhitzte die Gemüter - vor allem das von Micks Onkel Ralf Schumacher.

Mick Schumacher, Nikita Masepin

Mick Schumacher und Nikita Masepin kamen sich im Rennen etwas zu nahe ... Zoom

"Ganz ehrlich! Einfach nur unglaublich gefährlich, was Nikita da macht", schimpft der Deutsche auf Instagram. "Sowas bei über 300 km/h ist ein absolutes No-Go und sollte bestraft werden."

Doch was war eigentlich passiert? Schumacher hatte just auf den letzten Metern seinen Haas-Teamkollegen Nikita Masepin überholt, und Masepin hatte im Duell mit ihm sehr spät noch rübergezogen. Schumacher reagierte im ersten Moment wütend am Boxenfunk: "Was zur Hölle war das, ehrlich! Ernsthaft! Will er crashen?"

Masepin wiederum sagte kurz darauf in den Funk: "Leider hat er uns da noch gekriegt. Das tut weh." Später gab er an, "ein wenig verärgert" darüber zu sein, die Position ausgerechnet noch gegen seinen eigenen Teamkollegen verloren zu haben.

Haas-Teamchef Steiner: Alles schon erledigt ...

Haas-Teamchef Steiner wiederum ist bemüht, die Wogen zu glätten. Es habe eine "Szene" auf der Zielgeraden gegeben, meint er. Die Sache sei aber bereits "abgehakt", weil man sich hinter den Kulissen ausgesprochen habe.

Steiner weiter: "Es gab ein Missverständnis, aber alles ist gut und wir haben das hinter uns gelassen."


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Und Schumacher sagte nach dem Rennen bei 'Sky', er müsse sich die Situation mit Masepin erst noch einmal genau ansehen. Es sei aber "natürlich nicht so schön im Auto" gewesen, vom Teamkollegen abgedrängt zu werden. Zumal an einer Stelle, wo die Formel-1-Autos in Baku mit über 300 km/h unterwegs sind.

Schumachers Reifen gehen in die Knie

Überhaupt sei das gesamte Rennen "nicht einfach" gewesen, meint Schumacher weiter. Speziell der Reifenverschleiß habe ihn und das Team geärgert, denn der war "höher als erwartet". Konsequenz: "Wir mussten etwas früher als geplant reinkommen an die Box." Doch auch der zweite Satz hielt nicht lange und zwang Haas zu einem weiteren Reifenwechsel.

Und so zieht Schumacher ein gemischtes Fazit zum Rennen: "Im Endeffekt waren wir im Rennen und haben die Zielflagge gesehen. Das war unser Plan von Anfang an. Wir waren auch recht knapp an den Punkten, was natürlich positiv ist."


Fotos: Mick Schumacher, F1: Grand Prix von Aserbaidschan (Baku) 2021


Tatsächlich hat Haas mit P13 und P14 so gut wie nie zuvor in diesem Jahr abgeschnitten. "Ich freue mich deshalb für alle Beteiligten", sagt Teamchef Steiner. "Denn wo wir stehen, ist es sehr schwierig, ein solches Resultat einzufahren. Jeder hat sehr viel harte Arbeit investiert, und nur deshalb ist das Ergebnis eingetreten."

Schumacher wiederum gibt an, er hätte "gerne ein paar Punkte mitgenommen", hakt Baku aber auch als weitere Lernerfahrung ab: "Im Endeffekt sieht man einfach, dass die anderen Jungs doch etwas besser auf die Reifen aufpassen können. Weshalb auch immer. Das müssen wir noch besser analysieren."

Was beim Schumacher-Stopp schiefgelaufen ist

Nacharbeiten müsse Haas auch in Sachen Boxenstopp: Schumacher wurde einmal mit losem linken Vorderrad losgeschickt, dann rasch angehalten und zurückgeschoben. Weil die Panne unter dem Safety-Car geschah, büßte der Deutsche dabei keine Positionen ein, verlor aber viel Zeit.

Mick Schumacher und seine Haas-Crew

Mick Schumacher und seine Haas-Crew nehmen Hausaufgaben aus Baku mit Zoom

Schumacher stellt sich in jedem Fall verteidigend vor seine Crew: "Das passiert alles so schnell. Solche Fehler können passieren."

"Im Endeffekt haben wir es beim zweiten Boxenstopp noch einmal gut hinbekommen. Schön auch vom Team, dass es geschafft hat, sich von diesem Fehler [zu erholen] und es wieder gutzumachen. Von daher: alles gut. Wir schlagen zurück."

Warum Schumacher hinter Masepin lag

Letzteres hat Schumacher auch auf der Strecke getan, nachdem er beim finalen Re-Start noch hinter Masepin zurückgefallen war. Aber warum eigentlich? Er erklärt: "Wir hatten eigentlich einen recht guten Re-Start. Dann war es aber doch recht heikel vorne. Ich habe nur noch stehende Reifen gesehen und Qualm und alles. Von daher habe ich mich da etwas rausgehalten."

Ergebnis: Masepin schlüpfte durch und Schumacher machte sich an die Verfolgung, was in besagter Szene bei der Zieleinfahrt mündete, und um 0,074 Sekunden zugunsten von Schumacher endete. Es ist Schumachers bereits fünfter Sieg im Direktduell mit Masepin bei Haas. Ebenfalls 5:1 steht es im Qualifying zwischen Schumacher und Masepin.