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Racing Point und Aston Martin: Was wir bisher wissen

British Racing Green und Aston Martin statt rosaroter Racing-Point-Boliden: Wie konkret dieses Szenario ist und was die Londoner Börse damit zu tun hat

(Motorsport-Total.com) - Ende der vergangenen Woche sorgte eine Nachricht mit starkem Motorsport-Bezug für Aufregung an der Londoner Börse: Lawrence Stroll, der Eigentümer das Racing-Point-Teams in der Formel 1, so berichteten 'Autocar' und 'RaceFans' in einer gemeinsamen Recherche, soll daran interessiert sein, den britischen Sportwagenhersteller Aston Martin zu übernehmen.

Toto Wolff und Lawrence Stroll

Lawrence Stroll, hier im Gespräch mit Toto Wolff, soll an Aston Martin interessiert sein Zoom

Da Aston Martin (Aston Martin Lagonda Global Holding) seit Oktober 2018 in London börsennotiert ist, hatte die Nachricht über eine mögliche Übernahme naturgemäß dramatische Auswirkungen auf den Aktienkurs. Von unter 500 Pfund kletterte dieser binnen weniger Stunden auf über 600 Pfund. Stand Montagmittag steht die Aston-Martin-Aktie immer noch bei knapp unter 600 Pfund.

Seitens Stroll sen. oder Racing Point liegt bisher keine Stellungnahme zu den Übernahmegerüchten vor. Das wäre auch ungewöhnlich. Denn börsennotierte Unternehmen unterliegen strengsten Verschwiegenheitsvorschriften, eben weil Medienberichte den Aktienkurs beeinflussen können. Dass die Information überhaupt geleakt wurde, sorgt in der Branche für Stirnrunzeln.

Aston Martin gibt folgerichtig keinen konkreten Kommentar ab. Geschäftsführer Andy Palmer erklärt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'Reuters' am Rande einer Fabrikseröffnung lediglich, dass man "nicht aktiv" nach neuen Investoren suche. "Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht kommen werden", hält sich der Brite ein Hintertürchen offen.

Aston Martin statt Racing Point: Endlich nicht mehr rosa?

Dementiert hat einen möglichen Deal bisher keiner der Beteiligten. Sollte das Geschäft zustande kommen, könnte es Auswirkungen auf die Formel 1 haben. Genauer gesagt auf den Markenauftritt des Racing-Point-Teams. Denn dann, so berichten 'Autocar' und 'RaceFans', könnte Racing Point in Aston Martin umbenannt werden und im klassischen British Racing Green an den Start gehen!

Aston Martin könnte eine Kapitalinjektion indes gut gebrauchen. Der Sportwagenhersteller hat gerade in der Nähe von Cardiff eine neue Fabrik errichtet. In den ersten drei Quartalen wurde ein Verlust von umgerechnet fast 110 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Schuldenberg des Unternehmens beläuft sich laut 'Guardian' insgesamt auf rund 950 Millionen Euro.

Dass Stroll ein Interesse daran hat, sich bei Aston Martin einzukaufen, deckt sich mit Informationen von 'Motorsport-Total.com'. Offenbar gab es erst kürzlich ein Geheimtreffen in New York, bei dem mehrere an der Transaktion interessierte Personen anwesend waren. Was genau dort besprochen wurde, entzieht sich aber unserer Kenntnis.

Lance Stroll

Das JCB-Logo befindet sich am Heckflügel auf den Racing-Point-Autos Zoom

Stroll hat sein Milliardenvermögen überwiegend in der Modebranche verdient, unter anderem mit Marken wie Tommy Hilfiger und Michael Kors. Neben Racing Point gehört ihm auch die ehemalige Grand-Prix-Strecke in Mont Tremblant (Kanada). Und sein Sohn Lance fährt bei Racing Point Formel 1.

Laut einer Analyse von 'RaceFans' zählt zu Strolls Geschäftspartnern (die bisher im Verborgenen geblieben sind, was die Formel 1 betrifft) auch Tory-Politiker Anthony Bamford, dessen Vater Inhaber des Land- und Baumaschinenherstellers JCB war. Bamford ist heute Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von JCB.

Was JCB mit dem Aston-Martin-Deal zu tun haben könnte

Zufall oder nicht, aber JCB ist einer der Sponsoren von Racing Point in der Formel 1. Und sowohl Bamford als auch Stroll gelten als Fans der Marke Aston Martin. Stroll soll sogar einer der Kunden für den von Adrian Newey designten Supersportwagen Aston Martin Valkyrie sein, von dem weltweit nur 150 Stück gebaut werden.

Der Valkyrie ist übrigens nicht die einzige Verbindung zwischen Aston Martin und Red Bull. Der Sportwagenhersteller ist paradoxerweise auch Titelsponsor von Red Bull Racing in der Formel 1 - obwohl im Heck ein Honda-Motor steckt. Es handelt sich dabei um eine rein kommerzielle Vereinbarung.

Aston Martin Valkyrie

Lance Stroll soll, heißt es, einen Aston Martin Valkyrie für sich bestellt haben Zoom

Ob die weiterlaufen würde, sollte Stroll bei Aston Martin einsteigen? Schließlich müsste er dann kurioserweise mit seinem eigenen Aston-Martin-Team gegen "Aston Martin Red Bull Racing" antreten. Ein schwer vorstellbares Szenario.

Mit Red Bull hat darüber noch keiner gesprochen. "Muss auch niemand. Noch gibt es ja die alte Konstellation", erklärt Helmut Marko am Telefon gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Wir haben einen Vertrag. Der geht bis 2020. Der Rest betrifft uns nicht. Wir sind in diese Gespräche nicht involviert."

Wahrscheinlichstes Szenario, sollte der Deal zustande kommen: Aston Martin erfüllt den Vertrag als Titelsponsor von Red Bull, lässt diesen aber Ende 2020 auslaufen. Racing Point könnte solange noch den bisherigen Namen behalten - und erst für die Saison 2021 umgetauft und umlackiert werden. Der Name Racing Point war ohnehin nie als dauerhafte Lösung gedacht.

Ein Aston-Martin-Team auf Basis des heutigen Racing Point ergibt auch aus einem anderen Grund durchaus Sinn. Racing Point bezieht seinen Antriebsstrang von Mercedes und ist auf politischer Ebene eng mit dem Mercedes-Team verflochten. Während der Daimler-Konzern seit 2013 zu fünf Prozent an Aston Martin beteiligt ist ...

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