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Perez liebäugelt mit Ferrari: "Man kann nichts ausschließen"

Wie Überraschungsmann Sergio Perez auf die Ferrari-Gerüchte reagiert und wieso Helmut Marko keine Zweifel hat, dass der Force-India-Pilot nach Maranello will

(Motorsport-Total.com) - In den vergangenen Jahren galt Sergio Perez als mit Abstand bester Paydriver der Formel 1, nun ist der Ende 2013 von McLaren rausgeworfene Mexikaner sogar bei den Topteams wieder eine Option. Gerüchte bringen den Mexikaner mit Ferrari als potenzieller Nachfolger von Kimi Räikkönen ins Spiel. Sogar Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko fällt auf: "Seit er weiß, dass bei Ferrari ein potenzielles Cockpit frei ist, gibt er Gas wie nie zuvor."

Sebastian Vettel, Sergio Perez

Sebastian Vettel und Sergio Perez: Fahren sie 2017 für das gleiche Team? Zoom

Das Ergebnis waren zwei Podestplätze in den vergangenen drei Rennen - davon kann sein Teamkollege Nico Hülkenberg bislang in seiner Formel-1-Karriere nur träumen. Doch der 26-jährige Perez spielt die Gerüchte zunächst herunter: "Jedes Mal, wenn man sich in einem Rennen gut schlägt, wird man sofort mit Ferrari in Verbindung gebracht. Es handelt sich um das größte Team in der Formel 1, das bedeutet also, dass die Leistung passt. Das gilt aber auch für viele andere Fahrer."

Obwohl es laut Perez' Angaben derzeit keinen Kontakt nach Maranello gebe und es sich nur um Gerüchte handle, will er einen Wechsel nicht ausschließen: "In der Formel 1 kann man nichts ausschließen. Das habe ich in der Vergangenheit gelernt. Man weiß nie, was passiert. Wir werden sehen, ob es eine Möglichkeit gibt. Wir kommen einer Entscheidung über meine Zukunft immer näher."

Genugtuung nach dem McLaren-Rauswurf 2013

Sergio Perez

Ende mit Schrecken: McLaren trennte sich nach nur einer Saison von Perez Zoom

Er selbst könne sich derzeit aber nur bedingt mit dem Vertragspoker auseinandersetzen, da in den kommenden fünf Wochen vier Grands Prix auf dem Programm stehen. "Wir stehen vor einer entscheidenden Phase in dieser Saison", sagt er. "Ich konzentriere mich darauf, während sich mein Management um die anderen Dinge kümmert. Ich war bereits 2012 in dieser Lage, und das Letzte, was ich will, ist eine Ablenkung."

Eine Anspielung auf seine damaligen Aufstieg von Sauber zu McLaren, der aber mit dem Rauswurf endete. Das Team warf ihm damals mangelnde Professionalität und Reife vor. Für Perez ist schon eine gewisse Genugtuung, sich nach der Rückstufung ins Mittelfeld wieder nach oben gearbeitet zu haben.

"Das macht mich stolz, vor allem nach diesen Jahren. Ich habe es wieder zurückgeschafft, obwohl es sich nur um Gerüchte handelt", sagt er. Diese Jahre und nicht das starke Rennen in Baku sind laut dem Force-India-Piloten auch der Grund, warum er nun wieder mit Topteams in Verbindung gebracht wird: "Ein Rennen ändert dein Leben in der Formel 1 nicht."

Titel als Ziel

Am Ende gehe es ihm aber nicht darum, McLaren zu beweisen, dass man 2013 falsch lag, sondern sich selbst weiterzuentwickeln. "Am Ende will ich Weltmeister werden, will in diesem Sport erfolgreich sein. Und dazu muss man Weltmeister werden. Ich will mir selbst beweisen, dass ich gut genug bin."

Dazu wird es bei Force India aber kaum kommen, denn das Budget reicht nicht aus, um stets gegen Mercedes & Co. anzukämpfen. Muss er also seine aktuelle Heimat verlassen? "Ich bin in diesem Team sehr glücklich und bin sehr dankbar für das, was sie für mich getan haben", deutet der WM-Achte an, dass auch ein Verbleib eine realistische Option ist.

Kein Wunder, denn ein Konkurrenzteam müsste ihn aus seinem aktuellen Vertrag herauskaufen. "Mein Chef vertraut mir, sie alle wissen, dass ich das Team mag", fühlt er sich als Teil der Force-India-Familie. "Es gibt keinen Grund, daran etwas zu ändern."