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  • 08.08.2001 · 10:08

  • von Marcus Kollmann

Niki Lauda will Formel 1 interessanter machen

Der Österreicher hat genug von langweiligen Rennen und einen Plan, wie man zukünftig den Fans mehr bieten kann

(Motorsport-Total.com) - Niki Lauda, der dreifache Formel-1-Weltmeister und Chef der Premiere Performance Division von Jaguar, hat einen Plan, wie man das Imageproblem der zunehmend durch Heimlichtuerei und oftmals unter Ereignislosigkeit in den Grand Prix leidenden Königsklasse wieder verbessern kann.

Niki Lauda (Jaguar Racing)

Niki Lauda hat genug von langweiligen Formel-1-Rennen

Lauda, der von 1971 bis 1985 in der Königklasse fuhr, verriet dem Fachmagazin 'F1 Racing', dass er sich über die nach wie vor in neue Dimensionen kletternden TV-Quoten wundert: "Ich habe so viele langweilige Rennen gesehen und wundere mich, weshalb die Leute die Rennen anschauen und die Quoten nach wie vor steigen."

Auf Dauer, so ist sich der Österreicher sicher, wird das aber nicht so bleiben, denn langweilige Grand Prix werden die Zuschauer irgendwann nicht mehr interessieren. Um genau das zu verhindern hat der in Wien geborene einen dreistufigen Plan: Erstens möchte er die Aerodynamik der Boliden wieder so verändern, dass wie in den guten alten Tagen einzig und allein die Flügel und nicht der Unterboden ausschlaggebend für Überholmanöver sind. "Dadurch könnte man besser den Windschatteneffekt nutzen", so Lauda.

Zweitens, und dieser Vorschlag bezieht sich auf die ständig auf Grund der steigenden Geschwindigkeiten angepassten und zu modernisierenden Rennstrecken, sollte man die Kurse nicht durch den Einbau neuer Schikanen versuchen zu verändern, so der 52-Jährige weiter.

Als dritten Vorschlag spricht der Österreicher ein Thema an, welches in den letzten Jahren immer wieder für Diskussionen gesorgt hat: "Das Regelement sollte nicht ständig geändert werden, sodass auch die kleineren und schlechteren Teams eine Möglichkeit haben aufzuholen. Was Max Mosley aus Gründen der Sicherheit und zur Reduzierung des Risikos macht, bedeutet schlichtweg, dass sich jedes Jahr die Regeln ändern. Ich bin für ein auf fünf Jahre festgeschriebenes Regelwerk", so Laudas dritter und letzter Vorschlag.

Obwohl "sein" Team Jaguar Racing die Rückkehr der elektronischen Systeme in Form von Traktionskontrolle und Starthilfeautomatik gut gemeistert hat, so ist Lauda als Rennfahrer der guten alten Zeit weiterhin ein Gegner dieser Fahrerhilfen. "Damals", so sagt Lauda, "haben wir in Monaco die Gänge so oft wechseln müssen, und das von Hand, dass wir am Ende des Rennens Blasen an den Fingern hatten." Der Österreicher glaubt, dass durch die für die heutigen Fahrer leichter gewordenen Arbeitsbedingungen in den Cockpits durch die vielen elektronischen Helfer weiteres Potenzial, um die Königsklasse spannender zu machen, verschenkt wurde. Überholmanöver auf Grund eines Verschaltens sind heutzutage jedenfalls sehr selten geworden.

Ein positiver Vorreiter ist das Jaguar-Team aber auch auf einem ganz anderen Gebiet. Während sich die Formel-1-Teamchefs gegenseitig der Spionage beschuldigen und den schwarzen Peter hin und her schieben, geht Lauda mit seinem Team als gutes Beispiel voran und lässt die Mechaniker bei der Arbeit auf dem Grid, wenige Minuten vor dem Start in das Rennen, nicht hinter Abdeckplanen arbeiten. Demonstrativ hat Lauda auch andere Teams zu dieser Vorgehensweise aufgefordert, denn die Spionageprobleme seien schließlich hausgemacht.

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