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  • 23.09.2009 · 18:37

  • von Stefan Ziegler

Mosley: "Unschuldige darf man nicht bestrafen"

FIA-Präsident Max Mosley verteidigt das Urteil im "Crashgate"-Fall und vergleicht diese Situation mit der "Spygate"-Affäre um McLaren-Mercedes

(Motorsport-Total.com) - Ausgerechnet eine Woche vor dem Großen Preis von Singapur 2009 wurde das Rennen aus dem vergangenen Jahr endgültig ad acta gelegt: Der Automobil-Weltrat sieht es als erwiesen an, dass Renault den ersten Flutlicht-Grand-Prix der Formel-1-Geschichte manipuliert hat - richtig harte Strafen gab es allerdings nur für die beiden Drahtzieher und nicht für den französisch-britischen Rennstall.

Max Mosley (FIA-Präsident)

FIA-Präsident Max Mosley hält die Strafe im "Crashgate"-Fall für angemessen

Angesichts der jüngsten Bestrafungen durch den Automobil-Weltverband - man denke nur an die 100 Millionen Doller schwere Verurteilung von McLaren-Mercedes - halten viele Beobachter das am 21. September ausgesprochene Strafmaß für zu gering. FIA-Präsident Max Mosley kann diese Haltung nachvollziehen: "Ich kann verstehen, dass die Menschen denken, dieses Urteil sei zu milde."#w1#

"Wir hatten aber ein Problem: Das Team hat etwa 700 Angestellte - 697 waren vollkommen unschuldig", so Mosley gegenüber der 'FAZ'. "Die drei, welche die Manipulation inszeniert haben (Flavio Briatore, Pat Symonds und Nelson Piquet; Anm. d. Red.) gehören nicht mehr zum Team. Dazu kam, dass der Mutterkonzern Renault in keinem Moment versucht hat, uns anzulügen", erklärt der Brite.

"Wir nehmen diesen Fall schon ernst, wollten allerdings nicht die Existenz einer ganzen Mannschaft in Frage stellen", so Mosley weiter. "Bei McLaren war das ganz anders. Sie haben uns im Juli und im September angelogen. Erst im Dezember kam die ganze Wahrheit nach einer riesigen Untersuchung durch uns heraus. Die richtige Strafe für sie wäre eine Sperre für 2007 und 2008 gewesen", meint Mosley.

Eine Geldstrafe wäre im Falle von Renault ohnehin nicht in Frage gekommen, wie Mosley anfügt: "Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat Renault ein paar Milliarden Euro von der Regierung erhalten, also Steuergelder. Es wäre für sie sehr schwierig geworden, wenn wir einen Teil davon genommen hätten. Denn Unschuldige darf man nicht bestrafen, das verstößt gegen die guten Sitten."