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  • 13.06.2015 · 21:14

  • von Ruben Zimmermann & Roman Wittemeier

Michelin: Entscheidung über Formel-1-Einstieg nächste Woche

Michelin will sich in der kommenden Woche entscheiden, ob eine Rückkehr in die Formel 1 angestrebt werden soll - Aktuell läuft die Ausschreibung für 2017 bis 2019

(Motorsport-Total.com) - Die Formel 1 sucht einen neuen Reifenausrüster. Der Vertrag mit Pirelli endet nach der Saison 2016 und anschließend könnte eine neue Ära in der Königsklasse anstehen. Aktuell läuft die Ausschreibung für die Jahre 2017 bis 2019. Pirelli wird sich auf jeden Fall auch für die kommende Periode bewerben, doch mit Michelin könnten die Italiener möglicherweise einen Konkurrenten bekommen. 'Motorsport-Total.com' hat Michelin-Motorsportchef Pascal Couasnon am Rande der 24 Stunden von Le Mans getroffen und nachgefragt, wie hoch die Chancen auf ein Formel-1-Comeback wirklich sind.

Michelin

Sehen wir das Michelin-Männchen ab 2017 auch wieder in der Formel 1? Zoom

"Wir werden diese Entscheidung zu Beginn der nächsten Woche treffen", verrät Couasnon im Exklusivinterview und ergänzt: "Heute würde ich sagen, dass die Chancen 50:50 stehen." Grundsätzlich sind die Franzosen, die zuletzt 2006 in der Formel 1 aktiv waren, einer Rückkehr nicht abgeneigt. Allerdings müssen dazu die richtigen Voraussetzungen gegeben sein.

"Wir lieben die Formel 1, aber nur mit einem gewissen Gedanken", erklärt Couasnon. "Wir mögen nicht, was wir momentan sehen. Wir hören die Beschwerden der Fahrer, die nur 70 Prozent oder so geben können." Wenn Michelin wieder in die Formel 1 einsteigt, dann möchten sie Reifen bauen, mit denen die Fahrer immer 100 Prozent geben können. Couasnon fordert, dass man die Reifen als "technologisches Element des Autos" sehen muss.

"Wir lieben die Formel 1, aber nur mit einem gewissen Gedanken." Pascal Couasnon

Außerdem möchten die Franzosen gerne auf 18-Zoll-Folgen umsteigen. "Ich habe mich heute Morgen auf dem Parkplatz umgesehen und ich habe nirgendwo große Seitenwände und 13-Zoll-Felgen gesehen. Wir müssen uns der Realität annähern, auch wenn die Formel 1 ein Extremsport ist", erklärt Couasnon und ergänzt: "Wir haben einige großartige Ideen, um einen guten Mix aus Technologie und Show zu haben."

Vorbild Le Mans

"Man muss sich nur ansehen, was in Le Mans passiert: Es gibt Reifen, die eine lange Zeit halten. Und trotzdem gibt es tolle Kämpfe. Das gleiche können wir auch in der Formel 1 machen", ist er sich sicher. "Wir verstehen nicht, warum sie diesen Weg gehen. Wir stimmen nicht zu, aber wir respektieren ihre Entscheidung. Hoffentlich wird sich das eines Tages ändern - und wir haben die Lösungen dafür", erklärt der Franzose selbstbewusst.

Bei den 24 Stunden von Le Mans versorgt Michelin in diesem Jahr alle LMP1-Autos mit Reifen. "Le Mans ist für uns definitiv ein sehr wichtiges Rennen. Langstrecken- und Sportwagen-Rennen gehören genau zu dem, was wir im Motorsport machen möchten", erklärt Couasnon. Dort könne man einen ausdauernden Reifen bauen, der "sehr schnell und konstant bei der Performance" ist.


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"Wenn man all diese Faktoren zusammennimmt, dann lernt man eine Menge. Diese Technologie kann man dann von der Strecke auf die Straße übertragen", erklärt er. Genau diesen Faktor vermisst er aktuell in der Formel 1. "Die Philosophie von Michelin ist sehr klar: Wir wollen jedem Team die beste Lösung anbieten. Aber wir wollen auch sicherstellen, dass sie wissen, dass wir niemanden bevorzugen. Wenn ein Team die Lösung eines anderen Teams ausprobieren möchte, dann lassen wir das zu", erklärt er.

"Es gibt Reifen, die eine lange Zeit halten. Und trotzdem gibt es tolle Kämpfe." Pascal Couasnon über Le Mans

"In der Realität machen sie das nicht, weil sie schon so lange mit Michelin zusammenarbeiten und uns vertrauen, dass wir niemanden bevorzugen." In der Vergangenheit habe es zwar Fälle gegeben, in denen ein Team gerne einen Pneu testen wollte, der für ein anderes Team entwickelt wurde, doch mittlerweile kommt das laut Couasnon nicht mehr vor. Ein solches Szenario wäre für ihn auch in der Formel 1 vorstellbar.

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