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Teams (fast) einig: Reifen bleiben auf 13 Zoll

Pirelli kann von 2017 bis 2019 wohl weitermachen wie bisher: Neue 18-Zoll-Räder für die Formel 1 will offenbar kaum jemand - Reifenbreite wird noch diskutiert

(Motorsport-Total.com) - Der Automobil-Weltverband FIA hat die Belieferung der Formel 1 mit Reifen für den Zeitraum 2017 bis 2019 neu ausgeschrieben. Der aktuelle Exklusivpartner Pirelli hat sein Interesse an einer Fortführung der Zusammenarbeit bereits signalisiert. Die Italiener nehmen an der Ausschreibung teil und erwarten dabei kaum Konkurrenz. Michelin, der weltweit größte Reifenhersteller, der aktuell unter anderem in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) und in der Formel E engagiert ist, hat wenig Interesse.

Pirelli 18 Zoll

Nur eine Studie: So sähen 18-Zoll-Räder an einem Formel-1-Auto aus Zoom

Die Franzosen, die ihre Aktivitäten (ab 2016 auch in der MotoGP) aus dem mit 650 Millionen Euro jährlich gut gefüllten Budget für Forschung und Entwicklung finanzieren, wollen im Motorsport für die Serie lernen. Dies sei nur mit modernen Reifenformaten tatsächlich möglich - und genau diese gibt es in der Formel 1 nicht. Die Grand-Prix-Szene fährt auf 13-Zoll-Rädern, in Serien wie Formel E oder der WEC sind 18-Zoll-Felgen der Standard.

In der Formel 1 wird seit einigen Jahren ebenfalls über den Schritt zum größeren Felgendurchmesser diskutiert, am Beispiel eines Lotus zeigte Pirelli sogar einmal, wie sich 18-Zöllner an einem Boliden der Königsklasse machen würden. Ein kurzer Hingucker - mehr nicht. "Wir sind uns ziemlich einig, dass dieser Weg nicht der richtige ist. Da gibt es einen breiten Konsens", erteilt Mercedes-Teamchef Paddy Lowe den größeren Felgen eine Abfuhr.

Reifen gehen vielleicht in die Breite

"Bezüglich des Grips wäre das nicht gut, weil solche Räder einfach weniger Haftung bieten. Das Gewicht würde gleichzeitig ansteigen. In Sachen Performance ist es nicht gerade attraktiv", stellt der Brite die angeblich negativen Einflüsse von 18-Zoll-Rädern dar. "Wir wollen bei den 13-Zoll-Felgen bleiben." Lowe spricht zwar von einem angeblich breiten Konsens, unterschlägt dabei aber völlig, dass es auch gegenteilige Bemühungen gibt.

Paddy Lowe

Will unbedingt bei den 13-Zoll-Felgen bleiben: Mercedes-Teamchef Paddy Lowe Zoom

"Es wäre eine umfassende Veränderung. Es ist nicht einfach mit größeren Rädern getan, sondern all dies hätte beispielsweise Auswirkungen auf Bremsen und so weiter. Als Ingenieur reizt mich so etwas natürlich", erklärt beispielsweise McLaren-Entwickler Matt Morris. "Wer bei all diesen implizierten Veränderungen den besten Job macht, kann sich einen Vorteil verschaffen. Ich persönlich hätte kein Problem damit, wenn man diesen Plan umsetzen würde."

Typisch Formel 1: Jene Teams, die sich im sportlichen Wettbewerb in einem Hoch befinden, wollen möglichst wenige Veränderungen. Die Teams, die derzeit auf Talfahrt sind, ringen um möglichst viele neue Variablen, mit denen man sich möglicherweise wieder an die Spitze arbeiten kann. "Der Felgendurchmesser soll bleiben wie er ist", sagt Ferrari-Technikchef James Allison. "Aber über die Reifenbreite können wir noch diskutieren."

Reifenformat: Teams wollen schnelle Klarheit

"Wir bringen das, was der Sport von uns verlangt", sagt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery über die aktuellen Diskussionen über das Reifenformat ab 2017. "Was hier gesagt wurde, entspricht genau dem, was in der vergangenen Sitzung der Strategiegruppe der Tenor war. Sprich: Festhalten an den 13-Zoll-Felgen, aber breitere Pneus. Wenn einer von uns 19-Zoll-Räder verlangt, dann bringen wir eben die. Wir sind da ganz flexibel."

Paul Hembery

Paul Hembery wiederholt sich: Pirelli bringt das, was der Sport von uns verlangt Zoom

"Ich muss ehrlich zugeben, dass mir eine zügige Entscheidung sehr recht wäre", schmunzelt Allison über die fast endlosen Debatten. Gleichzeitig hat er Verständnis für den anhaltenden Austausch von Argumenten: "Die Reifen sind eines der komplexesten Themen am Auto. Und es ist das Bauteil, von dem wir die wenigsten Daten haben. Das liegt daran, dass wir sie überhaupt nicht testen dürfen - weder auf der Strecke noch abseits. Wir bekommen Daten vom Reifenhersteller, das ist schon alles."

"Man will diese Daten möglichst frühzeitig, wenn man ein Auto entwerfen muss. Da geht es nicht nur um mechanische Dinge, sondern die Reifen sind eine der größten aerodynamischen Einflussgrößen am Fahrzeug. Es ist also extrem wichtig, dass man schnell genau passende Räder für die Arbeit im Windkanal hat", erklärt der Brite, dessen Ferrari derzeit gut mit den aktuellen Reifen zurechtkommt. Allison appelliert: "Je schneller eine Entscheidung, desto besser. Aber ein wenig Zeit haben wir noch."

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