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Mercedes taktiert: Keine schnellen Runden im zweiten Training

Mercedes verzichtet am Freitagnachmittag auf Proberunden für das Qualifying und arbeitet lediglich an Longruns - Wie Lewis Hamilton seine Aufholjagd angehen will

(Motorsport-Total.com) - Das erlebt man auch nicht alle Tage: Nico Rosberg und Lewis Hamilton beendeten das zweite Freie Training (zum Ergebnis) in Spa am Freitagnachmittag lediglich auf den Positionen sechs und 13. Doch aufgepasst: Alle Red-Bull- beziehungsweise Ferrari-Fans sollten nun noch nicht in Jubelstürme ausbrechen, denn die Silberpfeile konzentrierten sich am Nachmittag lediglich auf ihre Longruns und verzichteten auf Proberunden für das Qualifying. Angesichts der Situation in Belgien erscheint das durchaus sinnvoll.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton muss das Rennen am Sonntag von ganz hinten angehen Zoom

"Mercedes ist rein taktisch vorgegangen", analysiert Marc Surer bei 'Sky' und erklärt: "Bei Hamilton verstehen wir das, der muss ein Auto zum Überholen haben. Aber auch Rosberg ist mit den gelben Reifen nur Volltank-Zeiten gefahren." Hamilton wechselte an diesem Wochenende bereits zweimal den Antrieb. Es handelt sich dabei jeweils um die neueste Spezifikation des Motors, in die Mercedes fünf Token investierte. Er muss damit 30 Startplätze nach hinten und muss am Sonntag auf eine Aufholjagd setzen.

Offen bleibt die Frage, ob Mercedes bei Hamilton am Samstag sogar noch eine weitere neue Antriebseinheit einbauen wird. Das würde zwar eine weitere Strafe nach sich ziehen, doch von hinten muss der Weltmeister ohnehin starten. So hätte man dann für die kommenden Rennen allerdings noch eine weitere Einheit im Pool. Rosberg steht aktuell übrigens bei vier eingesetzten Motoren und dürfte noch einmal straffrei wechseln.

Hamilton setzt auf anderes Setup

"Für mich war es ein guter Tag, aber für die Jungs in der Garage war es aufgrund des Motorwechsels anstrengend", berichtet Hamilton. "Es war ziemlich hart, mit den Reifen umzugehen, weil der Reifendruck hier so hoch ist. Aber das ist für alle gleich, und es sieht so aus, dass alle damit zu kämpfen haben. Das Wichtigste ist, dass wir heute sauber durch unser Programm gekommen sind."


Fotos: Großer Preis von Belgien, Freitag


Interessant: Im ersten Training war Hamilton mit einem anderen Heckflügel als Teamkollege Rosberg unterwegs. Hintergrund ist, dass der Brite im Rennen viel Topspeed braucht, um auf der Geraden möglichst schnell an den vielen Autos vor ihm vorbeizukommen. Bei Rosberg geht Mercedes hingegen davon aus, dass er das Rennen von vorne angehen wird. Sein Setup muss also nicht so extrem aufs Überholen ausgerichtet sein, wie das von Hamilton.

So fuhr Rosberg im ersten Training am Vormittag eine überlegen Bestzeit und war mehr als sieben Zehntel schneller als der Rest des Feldes. Das ist zwar aufgrund der unterschiedlichen Spritmengen und Reifenstrategien noch nicht besonders aussagekräftig. Allerdings dürfte der Deutsche unter normalen Voraussetzungen wohl keine Probleme haben, sich am Samstag weit vorne zu qualifizieren.

Rosberg hofft auf gute Longruns

Dass sich Rosberg im zweiten Training ebenfalls auf Longruns konzentrierte, könnte damit zusammenhängen, dass er Q2 am Samstag eventuell mit den weichen Reifen angehen möchte. Zur Erinnerung: Die Top 10 müssen am Sonntag mit ihren Q2-Reifen starten. So könnte Rosberg es vermeiden, auf den Supersofts starten zu müssen. Das ist momentan allerdings noch Zukunftsmusik.


Fotostrecke: Formel-1-Strecken 2016: Spa-Francorchamps

"Wir scheinen schnell zu sein", gibt sich Rosberg jedenfalls optimistisch und erklärt: "Das Feld war am Nachmittag etwas durcheinander, weil alle unterschiedliche Sachen mit unterschiedlichen Reifen gemacht haben. Es wird interessant sein, wie sich das im Rennen auswirkt. Die Longrun-Pace wird wichtig sein." Außerdem berichtet Rosberg vom "hohem Reifenverschleiß", der am Sonntag ebenfalls eine Rolle spielen wird.

Randnotiz: Im ersten Freien Training testete Rosberg das Halo-System. "Das Team hat mit Halo einen großartigen Job gemacht. Es stört mich beim Fahren nicht. Ich konnte direkt Gas geben, und ich habe am Vormittag sogar meine beste Rundenzeit damit gesetzt. Ich denke daher, dass es ein Erfolg war", berichtet Rosberg, für den es der erste Test mit dem polarisierenden System war.

Ungewöhnlich hohe Temperaturen

"Heute war es ungewöhnlich warm in Spa", berichtet Technikchef Paddy Lowe derweil ."Die Streckentemperaturen stiegen am Nachmittag bis über 40 Grad. So etwas hat es hier fast noch nie gegeben. Wir konnten aber unser ganzes Programm wie geplant abspulen. Dazu zählte auch der Einbau von zwei neuen Motoren bei Lewis. Durch die damit verbundenen Zurückversetzungen wird er vom Ende des Feldes starten."

"Auf der Strecke war es ein relativ komplizierter Tag mit Blick auf das Programm. Hier fällt die Reifenwahl unterschiedlicher denn je zuvor aus - und obendrauf gab es noch die Prototyp-Reifen. Somit ist es schwierig, etwas aus den Zeitenlisten herauszulesen. Jedes Team fuhr zu verschiedenen Zeiten mit unterschiedlichen Mischungen. Angesichts unserer Daten scheint es sehr eng zwischen uns, Red Bull, Ferrari und auch Force India zuzugehen - sowohl auf einer Runde als auch auf Longruns", vermutet Lowe.

"Bei Lewis haben wir uns heute logischerweise auf die Rennpace konzentriert. Denn er wird so oder so vom Ende des Feldes starten. Bei Nico war es ein Balanceakt zwischen Qualifying- und Rennpace. Der Reifenabbau war ein wichtiges Thema auf allen drei Mischungen - besonders an den Hinterreifen. Heute Abend erwartet uns noch viel Arbeit, wenn wir Nico morgen mit guten Siegchancen auf die Pole bringen und Lewis die bestmögliche Ausgangsposition von hinten ermöglichen wollen."

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