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  • 11.05.2009 09:13

Mateschitz mahnt: Red Bull 2010 nicht mehr dabei?

Das von der FIA vorgeschlagene Reglement findet bei den Teams kaum Zuspruch - Nach Toyota droht nun auch Red Bull mit einem Rückzug

(Motorsport-Total.com/SID) - Der Machtpoker in der Formel 1 spitzt sich immer weiter zu: Nach Ferrari und BMW haben nun auch Red Bull und Toyota mit dem Ausstieg gedroht, falls der Automobil-Weltverband FIA an der geplanten Einführung einer Budgetgrenze und dem damit verbundenen "Zwei-Klassen-Reglement" festhält. "Wenn sich nichts ändert, werden wir uns nicht einschreiben", sagte Toyotas Motorsportpräsident John Howett mit Blick auf die von der FIA festgelegte Einschreibefrist von 22. bis 29. Mai: "Und ich denke, mit dieser Meinung stehen wir unter unseren Wettbewerbern nicht allein da."

FIA-Logo

Die Formel-1-Teams finden an den Vorschlägen der FIA nur wenig Gefallen Zoom

Dies unterstrich auch Dieter Mateschitz, Besitzer des Red-Bull-Teams mit dem deutschen Shooting Star Sebastian Vettel, in einem Interview mit den Salzburger Nachrichten: "Wenn die vorgeschlagenen Regeln so bleiben, nehmen wir im kommenden Jahr nicht an der Weltmeisterschaft teil. Und das werden auch die Werkteams nicht. Bleiben also von den aktuellen Rennställen höchsten zwei oder drei, die sich einschreiben werden", so Mateschitz.#w1#

FOTA gegen eine Zwei-Klassen-Serie

FIA-Präsident Max Mosley will für 2010 eine freiwillige Budgetgrenze von rund 44 Millionen Euro durchdrücken und den Teams, die sich dafür entscheiden, mehr Freiheiten in der Aerodynamik und beim Motor einräumen. Experten schätzen diesen Vorteil auf bis zu zwei Sekunden pro Runde. Die FIA will aber über eigene Eingriffe Chancengleichheit zu den Teams mit freiem Budget herstellen.

Gegen diese Pläne hatten sich zuvor bereits Ferrari und BMW ausgesprochen und offen ihre Zukunft in der Königsklasse in Frage gestellt. In den nächsten Tagen soll es in London ein Gespräch der Teamvereinigung FOTA mit Mosley geben, der wegen des Todes seines Sohnes Alexander am vorigen Dienstag seine geplante Reise zum Großen Preis von Spanien abgesagt hatte.

"Das wäre so, als wenn sich auf einer exklusiven Einkaufsstraße plötzlich Billigläden niederlassen." Flavio Briatore

Renault droht zwar nicht mit Ausstieg, doch Teamchef Flavio Briatore stellt klare Forderungen. "Wir müssen verhindern, dass wer auch immer mit 20 bis 25 Millionen Euro pro Jahr ein Formel-1-Team betreiben kann. Wenn das ermöglicht wird, ist die Marke Formel 1 nichts mehr wert", sagte er der Welt am Sonntag: "Das wäre so, als wenn sich auf einer exklusiven Einkaufsstraße plötzlich Billigläden niederlassen."

Ausstiege von namhaften Konkurrenten seien mit aller Macht zu verhindern, so Briatore. "Ohne große, bedeutende Namen - und dazu gehört Ferrari - ist die Formel 1 weniger wert", meinte der 59-Jährige. Deshalb müsse man gemeinsam eine Lösung finden: "Ich könnte mir vorstellen, dass sich die FOTA - nicht schon 2010, aber ab 2011 - mit der FIA auf eine bestimmte Minimalsumme einigt, die pro Jahr und Team verbindlich ist."

Toyota mit Abwanderungsgelüsten

"Eine brutale Lösung, wie sie jetzt vorliegt, wird keine Chance haben", erläuterte Briatore. Um eine gemeinsame Linie für das Gespräch in London zu finden, saßen die Teamchefs am Sonntag vor dem Rennen in Barcelona zusammen, ohne danach Details zu verraten. "Wir ziehen es vor, darüber nicht in der Öffentlichkeit zu diskutieren", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, nach dessen Meinung eine Zwei-Kategorien-Serie "nicht tragbar" ist.

"Als Hersteller geht es uns nicht nur ums Budget, sondern um den Wert der Formel 1." John Howett

Ähnlich äußerte sich Howett, der auch Vize-Präsident der FOTA ist. Der Brite kritisierte die fehlende Diskussionen zwischen der FIA und den Teams und mahnte an, dass eine Reduzierung der Budgets auch viele Arbeitsplätze kosten würde. Dieser Reduzierung müsse man sich unterwerfen, weil die Autos innerhalb der Obergrenze schneller sein würden. "Als Hersteller geht es uns nicht nur ums Budget, sondern um den Wert der Formel 1."

"Eine Zwei-Klassen-Serie ist nicht der richtige Weg", sagte Howett. Für Toyota gäbe es auch andere Motorsport-Kategorien, in denen man unter deutlich anderen Voraussetzungen teilnehmen könnte, meinte Howett, stellte aber klar, dass die Formel 1 die erste Wahl ist: "Wir würden am liebsten bleiben und auf dem höchsten Level des Motorsports teilnehmen. Aber in der aktuellen Situation ist es unmöglich, eine Anmeldung abzugeben."

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