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Manor zieht Bilanz: WM-Punkt Gold wert, Umbau geht weiter

Pascal Wehrlein und Rio Haryanto zeigten in ihren ersten zwölf Formel-1-Rennen mehr Licht als Schatten - Platz zehn in der Konstrukteurs-WM soll gehalten werden

(Motorsport-Total.com) - Mit Updates in Richtung Formel-1-Mittelfeld - dieses ehrgeizige Ziel gab man bei Manor nach dem sensationellen Punktgewinn von Pascal Wehrlein beim Großen Preis von Österreich Anfang Juli aus. Drei Rennen später ist das kleine Team wieder in der Realität gelandet. Es folgte ein Doppelausfall beim Heimrennen in Silverstone und die ernüchternden Plätze 19 (Wehrlein) und 21 (Rio Haryanto) in Ungarn. Bei seinem Heimspiel in Hockenheim am vergangenen Wochenende fuhr der Deutsche immerhin auf den 17. Rang. Der Anschluss zu Teams wie Haas oder Toro Rosso ist aber bei weitem noch nicht hergestellt.

Rio Haryanto, Pascal Wehrlein

Mit ihrer Rookie-Saison können beide Manor-Piloten bislang zufrieden sein Zoom

Mit Kampfansagen für die kommenden neun Rennen nach der Sommerpause hält man sich bei Manor deshalb zurück. Mit kleinen Schritten soll es weiter vorangehen - oberstes Ziel ist es, den zehnten Platz vor Sauber in der Konstrukteurs-WM zu behalten. Dieser sichert weitere Einnahmen aus dem Vermarktungstopf von Bernie Ecclestone. Dass dies jedoch keine leichte Aufgabe wird, ist den Verantwortlichen klar, da nach der Sauber-Rettung nun auch die Schweizer mit Updates aufwarten können. Wehrlein gibt sich vorsichtig optimistisch: "Ich denke schon, dass wir uns noch steigern können."

Gleichzeitig schränkt er aber ein: "Es hängt natürlich davon ab, Wie viel wir noch in die Entwicklung für diese Saison reinlegen. Irgendwann müssen wir uns voll und ganz auf das 2017er-Auto konzentrieren." Dieser Punkt könnte laut Wehrlein bald schon erreicht sein. Mit der ersten Hälfte seiner Formel-1-Debüt-Saison ist der Mercedes-Nachwuchspilot hingegen voll und ganz zufrieden. "Wir haben viel über das Auto gelernt. Wie wir das richtige Setup finden, wie wir mit den Reifen umgehen..." Gleichzeitig fordert er von sich und seinem Team: "Wir sind jetzt reifer, aber wir müssen weiter viel lernen."

Rio Haryanto sieht sich von der Strategie benachteiligt

Steil nach oben ging in den ersten Monaten der Formel-1-Saison 2016 auch die Lernkurve von Teamkollege Haryanto. Zwar ist der Indonesier noch ohne Punktgewinn, besonders in den Qualifyings schlug er sich gegen den hochgehandelten Wehrlein aber viel besser als erwartet: 5:7 steht es hier nach zwölf Rennen aus seiner Sicht nur (alle Qualifying-Duelle in der Übersicht). "Damit bin ich sehr zufrieden, im Quali war ich echt gut", sagt Haryanto, den mancher Grand Prix aber wurmt: "In den Rennen haben wir manchmal die Strategie gesplittet und da hatte ich oft Pech."


Fotos: Manor, Großer Preis von Deutschland


Einen Vorwurf will er seiner Mannschaft deshalb aber nicht machen. "Die Strategie ist immer eine schwierige Entscheidung, die das Team treffen muss. Sie haben viel mehr Informationen über das Rennen als ich im Cockpit - und sie sehen ja nicht nur meinen Kampf gegen den Teamkollegen, sondern racen in erster Linie gegen andere Teams. Manchmal hätte es besser laufen können, aber ich glaube an sie", so der Indonesier, der sich nach einer langen Anlaufzeit in der GP2-Serie erstaunlich schnell in der Formel 1 zurecht fand.

"Ich musste erst verstehen, wie unterschiedlich die Formel 1 im Vergleich zur GP2 ist. Insgesamt bin ich mit meiner Saison zufrieden - wenngleich es natürlich noch einige Bereiche gibt, in denen ich mich steigern muss." Hoffnungen macht er sich vor allem für die Hochgeschwindigkeitsstrecken Spa und Monza, auf denen der Mercedes-Antrieb im Heck helfen sollte.

Vom Schlusslicht ins Mittelfeld - Manor plant langfristig

Ob Haryanto dann allerdings noch im Cockpit des MRT05 sitzen wird, ist nach wie vor äußerst fraglich. Fast verzweifelt müssen der 23-Jährige und seine Förderer in der Sommerpause dem Vernehmen nach bis zu sieben Millionen Euro auftreiben, um seine Zukunft als Paydriver bei Manor auch für die restlichen neun Saisonrennen zu sichern.

Der kleine Rennstall befindet sich also weiterhin im Umbau, der bereits erste Erfolge zeigt: Generell steht das Team besser da, als man es nach dem Abgang von John Booth und Graeme Lowdon vor der Saison hätte erwarten können. Ab August stößt mit dem bisherigen Renault-Mann Thomas Mayer ein neuer Geschäftsführer zur Truppe - auch die Verbindung zu Mercedes geht weiter: Das Auto für 2017 wird Manor im Windkanal der Weltmeister in Brackley entwickeln. "Wir haben gezeigt, dass wir ein ernsthafter Teilnehmer sind", bilanziert Renndirektor Dave Ryan. Für eine solide Formel-1-Zukunft soll in Kürze auch der Team-Standort in Banbury weiter ausgebaut werden.

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