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Luca di Montezemolo: "Alonso hat Ferrari demotiviert"

Luca di Montezemolo gibt zu, dass Fernando Alonsos Art für Ferraris Motivation eher hinderlich gewesen sei, stellt ihn aber weiter als "besten Fahrer der Welt" heraus

(Motorsport-Total.com) - Das Kapitel Fernando Alonso bei Ferrari wird für immer ein unvollendetes bleiben. Der Spanier wollte unbedingt seinen dritten Weltmeistertitel einfahren, als er 2010 zur Scuderia wechselte - wenn möglich sogar noch weitere -, doch auch heute noch hat Alonso "nur" zwei WM-Titel auf der Habenseite verbuchen können. Nach fünf Jahren folgte die Trennung, weil sich die Roten Sebastian Vettel angelten und Alonso daraufhin zu McLaren-Honda wechselte.

Luca di Montezemolo (Ferrari-Präsident), Fernando Alonso

Luca di Montezemolo fand die Arbeit für Ferrari unter Fernando Alonso schwierig Zoom

Den Tausch hat Ferrari nie bereut, denn laut dem neuen Präsidenten Sergio Marchionne sei Vettel bereits nach nur einem Jahr mehr Ferrari als Alonso nach fünf Jahren zuvor. Der Heppenheimer konnte die Herzen der Ferrari-Fans und -Mitarbeiter im Sturm erobern, was seinem Vorgänger nie so richtig gelungen war. Alonso selbst zeigte sich trotz des schwierigen Jahres 2015 froh über den Wechsel, denn noch einmal Zweiter werden wie 2010, 2012 und 2013 wollte er nicht.

Und das sei auch der Grund gewesen, wieso Ferrari einen Wechsel im Cockpit forciert hat, meint Ex-Präsident Luca di Montezemolo. Denn der Spanier habe das Team mit seiner Art psychisch heruntergezogen, meint der Italiener gegenüber 'Motor Sport': "Ich hatte den Eindruck gewonnen, dass sich der Gedanke in Fernandos Kopf eingenistet hätte, dass er mit Ferrari nie Weltmeister werden könne und dass Mercedes den Titel praktisch mit links gewinnen würde. Das war für Ferrari demotivierend", gibt er zu.


Fotostrecke: Die Karriere von Fernando Alonso

Mit Sebastian Vettel kam der Schwung nach Maranello zurück, denn der Deutsche verursachte eine Aufbruchstimmung und konnte bereits im zweiten Rennen für die Roten siegen. "Ferrari brauchte frische Motivation, daher entstand bei uns der Gedanke, etwas an dem Fahreraufgebot zu verändern", sagt di Montezemolo weiter. Und auch er selbst als Präsident und Teamchef Marco Mattiacci mussten im Zuge der Umgestaltung Ferraris gehen.

An der fahrerischen Qualität Alonsos gebe es allerdings nichts zu rütteln, meint sein ehemaliger Boss weiter. Er ist überzeugt davon, "dass Alonso noch immer der wohl beste Fahrer der Welt ist". Zwar schätzt di Montezemolo Hamilton und Vettel im Qualifying über eine Runde einen Tick schneller ein, "aber im Rennen ist Alonso unfassbar gut, eine Maschine", lobt er. Doch diese Qualitäten reichen für ein Team eben manchmal nicht aus.

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